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Wetter-Expertin kündigt „neue Rekorde und Hitzewellen“ an

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Von: Franziska Vystrcil

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Die Sommer der vergangenen Jahre hatten von Hitzewellen bis Flutkatastrophen alles im Gepäck. Wie sieht es mit den Prognosen für das Sommerwetter 2022 aus?

Stuttgart - Blickt man auf die vergangenen Jahre zurück, hat das Wetter in Deutschland im Sommer viel Abwechslung geboten: Unwetter, Überflutungen, Dürren und Hitzewellen. Von allem war etwas dabei. Doch dabei fällt auch auf, dass es meist extreme Wetterphänomene waren, die die Sommermonate prägten.

Erste Prognosen zum Sommer 2022 lassen sich bereits jetzt treffen. Dabei kann einiges anhand der derzeitigen Berechnungen der Langfristwettermodelle abgeleitet werden. Corinna Borau, Meteorologin bei wetter.com, wirft einen Blick auf die vergangenen Sommer und erklärt die Prognosen für 2022.

Wetter in Deutschland: Hitzewellen, Unwetter und Überflutungen - so waren die vergangenen Sommer

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Wetter in den Sommermonaten immer extremer ausfällt. Allen in Erinnerung geblieben ist sicherlich der Unwettersommer 2021, der die Flutkatastrophe im Ahrtal zur Folge hatte. Aber auch Dürren und Hitzesommer gab es in der Vergangenheit immer öfter in Deutschland.

So war etwa der Sommer 2018 ein „Sommer der Superlative“, wie Corinna Borau ihn beschreibt. Ab April gingen die ersten Hitzewellen los. Der Sommer war zudem der zweittrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. „In Frankfurt am Main gab es einen neuen Rekord. 18 Tage am Stück gab es hier Hitze mit 30 Grad und mehr“, so die Meteorologin. Auch der Sommer 2019 war extrem heiß, ging als drittwärmster und viertsonnigster Sommer seit Beginn der Messungen in die Geschichte ein. „Die Dürre aus 2018 hat sich hier extrem verschärft.“ Zudem wurde der Allzeitrekord gebrochen, es wurden 41,2 Grad in Deutschland erreicht.

Die Sommer der vergangenen Jahre im Überblick:

Dass der Sommer in Deutschland auch ganz anders ausfallen kann, zeigte der Sommer 2020. „Es war eher ein unwetterträchtiger Sommer“, erinnert sich Corinna Borau. Der Hochsommer legte erst im August so richtig los. Die Stadt Hamburg knackte sogar einen Rekord, hatte elf Tage in Folge über 30 Grad.

Sommer 2022: „Alle Sommer- und Hitzefans haben da schonmal die Nase vorn“

Doch was können wir vom Sommer 2022 erwarten? Bisher gestaltete sich der Frühling in Deutschland eher wechselhaft. Oder wie Corinna Borau es sagen würde: „Der Frühling fährt gerade eher mit angezogener Handbremse.“ Während der März mit Trockenheit und Sonnenschein Rekorde brach, startete der April eher wechselhaft. Und dennoch birgt der April 2022 eine große Gefahr, die viele unterschätzen: Durch die geringen Niederschlagsmengen steigt die Wald- und Wiesenbrandgefahr in Deutschland extrem an.

Frau steht vor einem Pool in einem Freibad und streicht sich die nassen Haare zurück
Treffen die Langzeitberechnungen zu, wird der Sommer 2022 wieder heiß und trocken. © Hilal Özcan/dpa

Die Temperaturen sind bisher jedoch alles andere als sommerlich. Doch ab wann gibt der Sommer Vollgas? Corinna Borau interpretiert die Prognosen des amerikanischen Wettermodells NOAA für Juni, Juli und August 2022. „Eher durchschnittlich“, fasst die Meteorologin den Niederschlagsdurchschnitt der Monate zusammen. „Spricht für einen typischen Sommer. Trockene, aber auch sehr nasse und unwetterträchtige Phasen.“

Bei der Temperaturabweichung des NOAA-Modells werden für die drei Sommermonate allerdings auch ein leichtes Plus vorhergesagt. „Alle Sommer- und Hitzefans haben da schonmal die Nase vorn“, meint Corinna Borau. Laut der Meteorologin sind auf jeden Fall wieder Sommer- und Hitzetage möglich. „Vielleicht auch neue Rekorde und Hitzewellen.“ Der Sommer 2022 könnte somit ganz anders werden, als wir ihn kennen.

Juni 2022 wird besonders trocken - laut europäischem Wettermodell

Auch das europäische Wettermodell ECMWF geht davon aus, dass insbesondere der Juni besonders trocken ausfallen wird. Doch laut dem Modell wird sich das im Juli in so manchen Regionen Deutschlands ändern. In Richtung Nordsee soll es in diesem Sommermonat deutlich zu nass werden, gen Süden eher zu trocken. „Ein kräftiges Hoch im Süden, tiefer Luftdruck immer wieder über der Nordsee“, erklärt die Wetterexpertin. „Und diese Tiefs zapfen die heiße Luft aus Spanien an. Also 30 Grad und mehr sind locker drin.“

Sobald dann aber Tiefausläufer kommen, kann es wieder kräftige Unwetter geben, warnt Corinna Borau. „Sturm, Hagel, große Schäden und eben auch enorme Regenmengen sind da wieder möglich. Ähnlich soll laut ECMWF der August 2022 verlaufen. „Juni eher trocken, Juli und August etwas unwetterträchtiger, aber es wird auch warme und sonnige Sommertage geben. Aber die Gewitter und Unwetter werden uns nicht loslassen“, fasst Corinna Borau zusammen.

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