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Dieser Sommer wird ganz anders, als wir ihn kennen - laut Wetter-Experte

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Von: Franziska Vystrcil

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Erste Wetterdienste wagen einen Ausblick auf den Sommer 2022. Treffen die Modelle zu, dürfen wir uns auf schönes Wetter in Deutschland freuen.

Stuttgart - Nach einem milden und schneearmen Winter folgte ein trockener erster Frühlingsmonat. Der März brach auch in Sachen Sonnenscheinstunden alle Rekorde. Ein erster Ausblick darauf, wie der Sommer 2022 werden könnte? Laut Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, kann dies so nicht pauschal gesagt werden. Aus vorangegangenen Monaten ließen sich keine Rückschlüsse auf die kommende Jahreszeit ziehen.

Zuverlässig sind jedoch die Langzeitprognosen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA. Dieser lag bisher mit all seinen Berechnungen richtig. Für die warme Jahreszeit hat der Wetterdienst nun auch erste Prognosen getroffen. Dominik Jung verrät, auf was wir uns beim Wetter in Deutschland diesen Sommer einstellen können.

Wetter in Deutschland: NOAA wagt Sommertrend - Es wird zu warm und zu trocken

Alles in allem lassen sich so weit im Voraus nur Trends wiedergeben. Doch bei diesen war NOAA in den vergangenen Monaten äußerst treffsicher. Für die Sommermonate Juni, Juli und August könnte der Sommer in Deutschland laut CFS-Modell (Climate Forecast System) im Vergleich zum Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020 insgesamt 0,5 bis 1 Grad zu warm ausfallen. Im Nordosten Deutschlands könnten die Durchschnittstemperaturen auch 1 bis 2 Grad über dem Klimamittel liegen, so Dominik Jung.

Unterm Schnitt ein eher zu warmer und zu trockener Sommer.

Dominik Jung, Diplom-Meteorologe

„Da hat NOAA schon wieder nach oben korrigiert“, sagt der Meteorologe. „Jetzt geht die Tendenz eher in Richtung etwas zu warmer Sommer.“ Beim Niederschlag in Deutschland sollen die Monate Juni, Juli und August in den meisten Teilen Deutschlands „ausgeglichen“ ausfallen. Nur im Norden und im Süden des Landes könnte es laut der Prognose zu trocken werden.

Wettertrend für den Sommer 2022: So sollen Juni, Juli und August jeweils werden

Betrachtet man die einzelnen Sommermonate, könnte der Juni 2022 laut aktuellem Trend rund 1 Grad zu warm ausfallen, im Nordosten Deutschlands sogar 1 bis 2 Grad wärmer. „Das sagt aber nichts über einzelne Tage und Wochen aus“, betont Dominik Jung. „Da kann es auch mal zwei Tage richtig heiß werden und zehn Tage richtig kalt.“ Der Monat Juli soll laut Wettertrend wie schon der Juni im Nordosten 1 bis 2 Grad wärmer als das Klimamittel 1991 bis 2020 werden. Im Rest des Landes sagt NOAA 0,5 bis 1 Grad zu hohe Durchschnittstemperaturen voraus. Auch die Rückkehr des Saharastaubs ist möglich. Bereits im März und April brachte der Wüstensand Blutregen.

Für den August 2022 zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab. 0,5 bis 1 Grad wärmer als das Klimamittel soll es in diesem Monat werden. Welche Temperaturen erreicht werden und ob wir die Hitzemarke von 40 Grad knacken, lässt sich noch nicht sagen. So oder so: Im ersten Moment hören sich die Abweichungen nicht sehr groß an. Doch kombiniert mit ausbleibenden Niederschlägen könnte dies zu einer Dürre führen. Im Juni soll laut NOAA „weniger Niederschlag als üblich“ fallen, erklärt Dominik Jung. Lediglich im Norden, Westen und Osten Deutschlands sollen die Niederschlagsmengen ausgeglichen sein.

Erfrischung im Neptunbrunnen
Im letzten Jahr war der Sommer von Unwettern geprägt. Laut dem Trend von NOAA könnte es dieses Jahr zu trocken und zu warm werden. © Wolfgang Kumm/dpa

August wird Berechnungen zufolge überwiegend zu trocken

Im darauffolgendem Monat Juli ist es laut dem Meteorologen „ein kleines Durcheinander“. Im Westen wird es etwas zu nass, nach Südosten hin etwas zu trocken, während im Rest des Landes die Niederschlagsmengen ausgeglichen sein sollen. Der August wird laut den Berechnungen jedoch wieder überwiegend zu trocken. Im Nordosten sowie Südosten gibt es voraussichtlich normale Regenmengen.

Dominik Jung fasst den Wettertrend zusammen: „Unterm Schnitt ein eher zu warmer und zu trockener Sommer 2022.“ Ob diese klimatologische Abschätzung jedoch genau so eintrifft, das bleibt abzuwarten. Der Trend zeigt zwar, dass die kurz- und langfristigen Wettervorhersagen immer zutreffender werden - mehrere Monate verlässlich in die Zukunft zu blicken, ist dennoch schwierig.

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