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Wetter: Saharastaubwolke im Anflug - „Deutschland droht Blutregen“

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Von: Franziska Schuster

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Erst Trockenheit, nun Saharastaub: Das Wetter in Deutschland hat im März einiges im Gepäck. Wüstensand könnte zu Blutregen führen.

Stuttgart - Über zu wenig Sonnenschein kann man sich beim Wetter in Deutschland aktuell nicht beschweren. 98 Sonnenstunden wurden bis zum 12. März bereits erreicht. Das sind 88 Prozent des Solls des gesamten Monats. Und es soll so schön weitergehen. Jedoch hat das trockene Wetter auch eine Schattenseite. Die Waldbrandgefahr in Deutschland steigt im März weiter an, im Südwesten gab es bereits erste Brände.

Nun kommt noch ein weiteres Wetterphänomen hinzu. Sahara-Staub bewegt sich auf Deutschland zu. „Und das in nicht unerheblichen Mengen“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net. Gemischt mit Niederschlägen, könnte dieser als „Blutregen“ vom Himmel kommen.

Wetter: „Die große Trockenheit in Deutschland geht weiter“

Die Wetterlage in Deutschland ist derzeit extrem. Der Mega-Frühling zeigt sich trocken, ungewöhnlich warm und sehr sonnig. Mit der Trockenheit steigt jedoch die Waldbrandgefahr. Am Sonntag (13. März) wurde in Westdeutschland bereits die höchste Gefahrenstufe erreicht. Verbreitet ist Stufe 4 von 5, in Westdeutschland liegt sie derzeit bei 3 von 5 (Stand: 14. März). In der Nacht auf Montag (14. März) konnten leichte Regenfälle im Westen und in der Mitte Deutschland das Risiko etwas mindern. Doch wie Dominik Jung sagt, ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der März 2022 könnte sogar der trockenste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 werden.

Bis zum 21. März ist jedoch weiterhin kaum Niederschlag in Sicht. „Die große Trockenheit in Deutschland geht weiter“, warnt der Wetterexperte. Nach dem Hochdruckgebiet „Noe“ geht es mit hohem Luftdruck über West- und Mitteleuropa weiter. Das zeigt sich auch an den steigenden Temperaturen. Am Mittwoch (16. März) klettern die Werte auf 13 bis 22 Grad. Die ersten Sommertage im März rücken in greifbare Nähe. Lediglich am Dienstag (15. März) soll in der Mitte Deutschlands etwas Regen vom Himmel kommen. Dieser könnte als „Blutregen“ auf die Erde fallen.

Saharastaub erreicht am Dienstag Deutschland und sorgt für „Blutregen“

Denn ab Dienstag erreicht Saharastaub Deutschland. „In Nordafrika ist ziemlich viel los. Viel Wind in der Sahara, viel Saharastaub wird aufgewirbelt“, erklärt Dominik Jung das bevorstehende Wetterphänomen. Bis Dienstagmittag wird der Staub über Spanien, Frankreich bis zu uns nach Deutschland getragen. Laut dem Meteorologen bleibt uns der Saharastaub bis zum Samstag (19. März) erhalten.

Staub und Sand aus der Sahara liegen in der Luft in Stuttgart
Immer wieder sorgen Luftströme dafür, dass Staub aus der Sahara bis zu uns nach Deutschland kommt. Auch im Februar 2021 färbte der Staub den Himmel über Stuttgart rötlich. © Arnulf Hettrich/imago images

Da für die Mitte Deutschlands am Dienstag Regen vorhergesagt wird, könnte es dort den besagten Blutregen geben. Dabei wird zum Teil der Saharastaub aus der Atmosphäre ausgewaschen, erklärt Dominik Jung. Durch den Saharastaub erhält der Niederschlag eine bräunlich-rote Färbung, ähnlich wie Blut. Doch auch wo der Staub nicht als Blutregen vom Himmel kommt, ist er deutlich zu sehen. Er trübt Sonne, lässt den Himmel daher „milchig“ erscheinen, so der Wetterexperte.

Am Donnerstag (17. März) soll die Konzentration des Staubs in der Atmosphäre besonders hoch sein. Am Freitag (18. März) breitet sich die Sahara-Wolke dann weiter in Richtung Schweiz und Österreich aus.

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