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Kaufland startet Pilotprojekt, das es bisher nur in acht Filialen gibt - auch in Baden-Württemberg

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Von: Jason Blaschke

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Ein neues Pilotprojekt weitet Kaufland auf acht Filialen in Deutschland aus. Die Twitter-Nutzer finden die Idee gut – doch ein Punkt wird kritisiert.

Neckarsulm – Mit neuen Ideen landet Kaufland immer wieder Volltreffer – manchmal kommen Innovationen der Supermarktkette jedoch alles andere als positiv an. Erst vor wenigen Tagen sorgte zum Beispiel die Meldung über eine Imbissbude auf Behindertenparkplätzen für Aufsehen. Und auch die Nachricht über eine rechtsextreme Zeitschrift in einer niedersächsischen Filiale von Kaufland war eine Meldung, die der Supermarktkette mit Sitz in Neckarsulm viel Kritik einbrachte.

Ganz anders das neueste Projekt von Kaufland, das von vielen Nutzern auf Twitter zunächst positiv bewertet wird. Im Detail geht es um Unverpackt-Stationen mit Bio-Lebensmitteln, die die Supermarktkette in noch mehr Filialen etablieren will. Egal ob Nudeln, Reis oder Trockenfrüchte – viele bisher ausschließlich in Plastik verpackte Produkte können Kaufland-Kunden ab sofort an acht Standorten bedarfsgerecht abfüllen. Mitbringen müssen sie dafür lediglich eigene Gefäße zum Befüllen.

Twitter-User loben Unverpackt-Offensive von Kaufland – Kritik gibt es nur an einem Punkt

Neu ist die Idee aber nicht: Schon seit Sommer 2021 testet Kaufland seine Unverpackt-Stationen in Pfungstadt und Steinheim/Murr. „Dort werden sie bereits sehr gut von unseren Kunden angenommen. Jetzt sind wir gespannt auf die Resonanz in weiteren Städten. Unser Ziel ist es, das Konzept individuell in weiteren, ausgewählten Filialen anzubieten“, erklärt Thomas Schäfer, Bereichsleiter Vertrieb und Ware bei Kaufland. In diesen Filialen gibt es die Unverpackt-Stationen schon:

Auf Twitter begrüßen viele User das wachsende Unverpackt-Angebot im Einzelhandel, das es zum Beispiel bereits in einigen Edeka- oder Rewe-Märkten gibt. Ein Nutzer schreibt: „Gibt es bei anderen Warenhäusern schon länger. Aber schön, dass ihr auch auf den Zug aufgesprungen seid.“ Einer der wenigen Kritikpunkte ist, dass es die Möglichkeit für unverpacktes Einkaufen einfach noch viel zu selten und meist bloß für ausgewählte Produkte gibt.

Kaufland bietet rund 40 Nahrungsmittel in seinen Unverpackt-Stationen an

Kaufland gibt in einer Mitteilung an, dass zum eigenen Unverpackt-Sortiment rund 40 Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Bulgur und Quinoa, aber auch schokolierte Nüsse, Trockenfrüchte oder Müsli gehören. Der Lieferant der Lebensmittel heißt „Eco Terra“ – ein Unternehmen aus Eppstein (Hessen), das auf seiner Homepage mit Bioqualität, Nachhaltigkeit und fairen Arbeitsbedingungen wirbt. Ob die neuen Unverpackt-Stationen von Kaufland gut angenommen werden, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

Gut möglich ist aber, dass Kaufland das Angebot ausweitet, wenn es erfolgreich ist. Allerdings müssen sich Verbraucher auf saftige Preissteigerungen einstellen – unabhängig davon, ob sie Verpacktes oder Unverpacktes kaufen. Energiekosten oder Inflation sind in Deutschland bloß zwei von vielen Indikatoren, die auf steigende Preise deuten. Was aber nicht heißt, dass die Unverpackt-Projekte zum Scheitern verurteilt sind. Im Gegenteil: Gerade in der jüngeren Generation setzt ein Umdenken ein.

Weg von günstigen Massenproduktionen und stattdessen lieber hin zu Qualität, Regionalität und faire Arbeitsbedingungen rücken immer stärker in den Fokus. Die Unverpackt-Stationen können hier aus Sicht vieler Verbraucher einen elementaren Beitrag leisten. „Wir fahren regelmäßig zum Unverpackt-Laden, so können wir es mit unserem Einkauf verbinden“, merkt eine Userin auf Twitter an und spricht damit einen wichtigen Punkt an: die Verbindung von Nachhaltigkeit und Einzelhandel.

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