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„Das ist wirklich sehr übel“: Wetter-Experte wegen Mai-Entwicklung in Sorge

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Von: Franziska Vystrcil

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Der Mai soll mit sommerlichen Temperaturen mit bis zu 30 Grad aufwarten. Ein Wetter-Experte ist aufgrund eines damit einhergehenden Umstands in Sorge.

Stuttgart - Sommertage mit bis zu 30 Grad sind beim Wetter in Deutschland nichts Ungewöhnliches. Solche Temperaturen bereits Mitte Mai zu erreichen jedoch schon. „Die Temperaturen steigen deutlich zu hoch für die aktuelle Jahreszeit, auf über 25 Grad“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net. Je nach Wettermodell gibt es sogar Hitzewerte von bis zu 30 Grad.

Wetter in Deutschland: Besonders starke Trockenheit im Osten und Nordosten

Unterdessen ist in der zweiten Maiwoche von Regen in Deutschland weit und breit nichts zu sehen - und das bis nach Monatsmitte. „Das ist wirklich sehr übel“, lautet die Einschätzung des Meteorologen. Dominik Jung kündigt zudem an: „Die Monatsprognose für den Mai kippt ganz heftig.“

Laut den aktuellen Wettermodellen geht es nach einem rekordverdächtigen März und einem ebenfalls zu trockenen April ohne nennenswerte Niederschläge weiter. „Da kommt jetzt auch noch die Wärme obendrauf“, sagt Dominik Jung. Besonders der Osten sowie der Nordosten Deutschland sind von einer besonders starken Trockenheit betroffen, wie auch der Dürremonitor des UFZ (Zentrum für Umweltforschung) zeigt. Dieser spricht sogar von einer extremen bis hin zu einer „außergewöhnlichen“ Dürre. „Wir bräuchten also weiteren Regen“, fasst Dominik Jung das sich zeigende Bild auf dem Dürremonitor zusammen. Doch Niederschläge wird es vorerst nicht geben.

Seit drei Wochen kein Niederschlag im Norden Deutschlands

In den Gebieten, wo doch etwas fällt, ist es deutlich zu wenig. Laut dem Wetterexperten hat es etwa im Norden seit drei Wochen keinen Niederschlag mehr gegeben. Auch in der Mitte Deutschlands sowie im Süden geht es bis zum 15. Mai trocken weiter. Einzige Ausnahme ist der äußerste Süden. „In Richtung Alpen könnte es nasser werden, im Stau der Alpen einzelne Schauer und Gewitter“, sagt Dominik Jung. 20 bis maximal 40 Liter pro Quadratmeter sollen dort fallen.

Die Blockadewetterlage, die seit Wochen schon Bestand hat, bleibt bestehen.

Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net

Das amerikanische Wettermodell GFS (Global Forecast System) wirft sogar einen Blick bis zum 21. Mai voraus. Nach dessen Berechnungen soll es sogar bis 21. Mai verbreitet trocken weitergehen. „Die Blockadewetterlage, die seit Wochen schon Bestand hat, bleibt bestehen“, sagt der Experte.

Meteorologe besorgt: Bis Ende Mai sollen kaum Niederschläge fallen - „ganz dramatisch“

Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, wie verregnet der Start in den Mai vielerorts war. Die Monatsprognose des amerikanischen Wetterdiensts NOAA wurde nun jedoch korrigiert. Anfangs berechneten die Experten einen normal temperierten Mai. Jetzt soll der Monat aber 0,5 bis 1 Grad zu warm ausfallen, im Westen sogar bis zu 2 Grad. Als „ganz dramatisch“ bezeichnet Dominik Jung die neuesten Berechnungen der Regenmengen. „Große Trockenheit von Ost- bis nach Westeuropa“, erklärt der Meteorologe die neuen Abweichungen.

Eine Frau in einem Sommerkleid kühlt sich an einem Brunnen ab
Aktuelle Prognosen versprechen sommerliche 30 Grad in der zweiten Maiwoche. © Robert Michael/dpa

Kein Wunder, wie Dominik Jung sagt. „Ein Hoch nach dem anderen kommt zu uns nach Europa.“ Das Hoch „Ünal“ liegt aktuell über Osteuropa, über Westeuropa nähert sich das neue Hochdruckgebiet „Volker“. Beide Luftdruckgebiete halten die Regenwolken von Deutschland fern.

Bis zu 30 Grad für die zweite Maiwoche vorhergesagt - „Das ist dann schon Hochsommerwetter“

Am Sonntag (8. Mai) bekommen wir die ersten Auswirkungen der Wetterblockade zu spüren. Bei 17 bis 23 Grad läutet der Mai den Frühsommer ein. Auch der Montag (9. Mai) wird sehr freundlich bei 18 bis 24 Grad. Der Dienstag (10. Mai) könnte dann dem Westen und Südwesten mit 25 Grad den ersten Sommertag des Jahres bringen. In der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen sogar noch weiter an. Am Mittwoch (11. Mai) und Donnerstag (12. Mai) sind bis zu 28 Grad möglich.

WochentagTemperaturen in Grad Celsius
Sonntag (8. Mai)17 bis 23 Grad
Montag (9. Mai)18 bis 24 Grad
Dienstag (10. Mai)19 bis 25 Grad
Mittwoch (11. Mai)22 bis 28 Grad
Donnerstag (12. Mai)20 bis 28 Grad
Freitag (13. Mai)22 bis 29 Grad

(Quelle: wetter.net)

Womöglich könnte das am Freitag (13. Mai) mit 29 Grad noch getoppt werden. Das europäische Wettermodell rechnet sogar mit Werten um 30 bis 32 Grad. „Das ist dann schon Hochsommerwetter, was da berechnet wird“, sagt Dominik Jung. Doch ab Donnerstag ist die Wetterlage bereits etwas unsicherer. Ob wirklich so hohe Temperaturen erreicht werden, kann daher noch nicht sicher vorhergesagt werden. Denn eigentlich sollten Mitte Mai die „Eisheiligen“ extrem hart zuschlagen. Von diesen Prognosen haben sich die Wetterdienste inzwischen allerdings distanziert. Statt den „Eisheiligen“ soll uns Saharaluft nun „Schweißheilige“ bescheren.

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