Öko-Test testet Rohrreiniger: Viele Reiniger schwächeln – nur Lidl-Produkt überzeugt
Uns auf Google folgenViele Rohrreiniger versichern, dass sie die Rohre bei der ersten Anwendung freimachen. Öko-Test hat 21 Produkte getestet. Das Resultat enttäuscht.
München – Wenn Rohre verstopfen, greifen viele zu Abflussreiniger, um schnell Abhilfe zu schaffen. Dass diese meist eine hohe Dosis an Chemie enthalten, zeigen die Warnhinweise auf den Flaschen wie „Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden“ oder der Hinweis, bei der Anwendung Handschuhe und Augenschutz zu tragen.
Aber halten Abflussreiniger auch, was sie versprechen? Dieser Frage ging Öko-Test nach und hat für die Ausgabe 02/2025 insgesamt 21 Abflussreiniger bzw. Rohrreiniger getestet – darunter drei mit biologischer Wirkung.

Öko-Test testet Abflussreiniger, darunter auch Produkte von Lidl, Rewe und dm
Folgende Produkte, die in Drogerien, Discountern, Supermärkten und Baumärkten oder online angeboten werden, hat Öko-Test unter anderem auf den Prüfstand gestellt:
- „Drano Power-Gel Rohrfrei“ von SC Johnson
- „Putzboy Abfluss Rohr Reiniger Konzentrat“ von Poliboy
- „Blink Rohrreiniger Gel“ von Müller
- „Denk mit Rohrreiniger“ von dm
- „Demol Rohrreiniger“ von Rossmann
- „Rorax Rohrfrei Bio-Power-Gel“ von Werner & Mertz
- „Gut & Günstig Rohr-Reiniger-Gel-Power“ von Edeka
- „K-Classic Rohrreiniger Gel“ von Kaufland
- „Priva Power Rohrreiniger-Gel“ von Netto
- „Rewe Beste Wahl Rohrreiniger Gel“ von Rewe
- „W5 Rohrreinigergel Rohr-Frei“ von Lidl
- „Captain Clean Bio Abflussreiniger“ von GHZ Matra
- „Dipure Mikrobiologischer Abflussreiniger“ von Spezialreiniger 24
Um die Wirkkraft der 18 chemischen und drei biologisch wirkenden Rohrreinigern zu prüfen, wurde von den Testern ein Notfall simuliert: Ein Pfropfen aus künstlichem Schmutz wurde so platziert, dass im Siphon nichts mehr lief.
Den ausführlichen Testbericht mit allen Ergebnissen können Sie kostenpflichtig bei Öko-Test lesen.
Öko-Test prüft Inhaltsstoffe und Wirkung – Großteil der Produkte enttäuschen
Das Ergebnis ist ernüchternd. Die Reiniger boten laut Öko-Test vielfach „harte Chemie, aber schwache Leistung“. Trotz aggressiver Stoffe zersetzen die meisten chemischen Abflussreiniger den Testschmutz „nur gering oder bestenfalls mäßig“. Einzig dem „W5 Rohrreinigergel Rohr-Frei“ von Lidl gelang es in allen drei Versuchen, die Verstopfung im Siphon vollständig zu lösen. Weshalb dieser auch als einziger mit „gut“ bewertet wurde.
Sieben chemische Rohrreiniger dagegen schnitten mit „mangelhaft“ ab. Wenig überzeugend waren auch die biologisch wirkenden Reiniger. Der „Captain Clean Bio Abflussreiniger“ fiel mit „ungenügend“ sogar durch. Bestes Gesamtergebnis erzielten unter anderem der „Putzboy Abfluss Rohr Reiniger“ und der „Dipure Mikrobiologischer Abflussreiniger“ – jeweils mit der Note „befriedigend“.
Immerhin konnten die Produkte auf Basis von Mikroorganismen oder Enzymen in Sachen Inhaltsstoffe punkten. In vielen chemischen Reinigern hingegen kritisierten die Öko-Tester etliche Substanzen aufgrund ihrer umweltschädlichen oder potenziell gesundheitsgefährdenden Wirkung, etwa Natriumhypochlorit, Pentanatrium pentetat oder Bronopol.
Neulich konnte im WDR-Test ein preiswertes Lidl-Produkt ebenfalls punkten. Bei Öko-Test scheiterten indes mehrere Roggenvollkornbrote – darunter auch Bio-Produkte.
Verstopfte Rohre? Diese alternativen Methoden sind umweltschonend und effektiv
Punktabzüge gab es auch für Produkte, die den „mehr oder weniger regelmäßigen Einsatz empfehlen“, so Öko-Test: „Rohrreiniger sind höchstens etwas für den Worst Case und sollten keinesfalls vorbeugend in den Abfluss gekippt werden.“ Weitere Kritikpunkte waren außerdem das Fehlen von Produktblatt oder technischem Datenblatt, keine erkennbaren Dosierhilfen auf der Flasche oder kein kindersicherer Verschluss.
Um verstopfte Abflüsse wieder freizubekommen, muss laut Öko-Test nicht gleich zu chemischen Reinigern gegriffen werden. In den meisten Fällen reichen alternative Methoden wie Gummi-Saugglocke, um den festgesetzten Schmutz zu lockern. Auch Drahtbürste oder einfache Hausmittel, etwa Essigessenz und Backpulver, können helfen. Damit es aber erst gar nicht zu Verstopfungen in den Rohren kommt, empfiehlt Chip.de folgende Maßnahmen:
- Vermeiden Sie das Entsorgen von Speiseresten im Abfluss. Nutzen Sie besser den Mülleimer.
- Verwenden Sie in den Waschbecken im Bad Haarsiebe, um Haare aufzufangen.
- Reinigen Sie regelmäßig die Abflüsse mit heißem Wasser und einer Mischung aus Essig und Backpulver. Das löst Ablagerungen.
- Vermeiden Sie das Herunterspülen von Hygieneartikeln oder anderen nicht abbaubaren Materialien.
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