Bayerns Risiko-Taktik: Müller nimmt klar Stellung
Uns auf Google folgenDie Strategie des FC Bayern nach dem Remis gegen Eintracht Frankfurt ist Gegenstand intensiver Debatten. Thomas Müller äußert sich dazu deutlich.
Frankfurt – In der Nachspielzeit gab es den Schock. Trotz beinahe durchgehender Dominanz machte Frankfurt-Stürmer Omar Marmoush in der 94. Minute das 3:3 für die Eintracht. Auch, weil die Spieler des FC Bayern wieder sehr hoch standen und deswegen anfällig für die Schnelligkeit der Frankfurter waren. Thomas Müller spricht trotzdem von einer „guten Spielweise“. Den Grund für das Unentschieden sieht er auch woanders.
Fehlt dem FC Bayern noch die nötige Balance im System?
Schon nach dem verlorenen Champions-League-Spiel gegen Aston Villa wurden die Stimmen im Bayern-Kosmos laut, dass die vorgegebene Taktik problematisch sei. Die Bayern stünden unter Kompany zu hoch und das Pressing würde schnelle Gegenstöße erlauben, die zuvor nur noch kein Gegner ausgenutzt hätte.
Nachdem Eintracht Frankfurt drei solcher Tore erzielen konnte, wurde dann natürlich nach dem Spiel bei DAZN die Frage des Risikos gestellt. Allen voran Experte Michael Ballack sprach Thomas Müller auf „die Balance“ an, die dem Bayern-Spiel möglicherweise noch abgeht.

Müller verteidigt Bayern-Taktik: „Ist eine gute Spielweise“
Thomas Müller, dem die Auseinandersetzung mit der fundierten Kritik von Michael Ballack sichtlich Spaß machte, hielt allerdings dagegen. Frankfurt hätte zwar drei Tore gemacht, aber insgesamt „maximal vier Tore schießen“ können. Und trotzdem, so Müller, hätten die Bayern dieses Spiel gewinnen müssen.
„Wenn wir dieses Spiel genauso 15 Mal spielen, dann werden wir es 13 Mal gewinnen und dann finde ich, das ist eine gute Spielweise“, so Müller weiter. Er selbst sei gegen Frankfurt „seit längerem mal wieder auf dem Platz gestanden“ und es sei „ein Genuss“ gewesen, wie man „den Gegner eingeschnürt“ habe.
Thomas Müller schätzt Kritik von Außen ein und lobt Frankfurter Torhüter
Doch für den Punktgewinn aus Frankfurter Sicht sei nicht nur die Effektivität vor dem Tor ausschlaggebend gewesen, sondern auch ein „überragender Torhüter“, so Müller: „In der 90. mache ich sogar fast noch ein Tor. Bei jedem anderen ist der drin“, lobte er SGE-Ersatztorhüter Kaua Santos.
Müller ist sich auch der Außenwirkung des Systems unter Vincent Kompany bewusst und verteidigt dieses deshalb auch vehement: „Wenn nichts passiert oder wenn wir den Ball gewinnen, dann sagt keiner ‚oh das war jetzt zu viel Risiko‘, sondern da sagt man ‚Wow, schau wie aggressiv die Bayern sind und da ist doch alles toll‘.“ Für Thomas Müller dürfte der Austausch mit Michael Ballack eine willkommene Abwechslung sein, wurde er in der Vergangenheit von einem anderen Experten doch hart angegangen. (sch)