Aktuelle Verordnung im Südwesten

Lockerungen in Baden-Württemberg: Diese neuen Corona-Regeln gelten ab 1. März

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigen wieder an. Dennoch treten ab heute einige Lockerungen in Kraft - ein Überblick für den Südwesten.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart und der gesamte Südwesten befinden sich seit Dezember vergangenen Jahres in einem Lockdown, der noch bis zum 7. März andauern soll. Obwohl die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg seit einigen Tagen wieder ansteigen, treten ab heute erste Lockerungen in Baden-Württemberg in Kraft. In Bezug auf die Maßnahmen zum Infektionsschutz im Südwesten handelt es sich jedoch nicht um eine neue Corona-Verordnung, sondern lediglich um eine Änderung der geltenden Regelung.

Seit dem Beginn des Ausbruchs des Coronavirus in Baden-Württemberg ist bereits über ein Jahr vergangen. In dieser Zeit musste sich die Bevölkerung im Südwesten immer wieder auf neue Verschärfungen, aber auch Lockerungen der Regeln einstellen. Im Dezember vergangenen Jahres stiegen die Infektionszahlen drastisch an, einige Landkreise lagen mehrere Wochen lang über einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern. Im direkten Vergleich dazu hat sich die Lage inzwischen deutlich entspannt, die Zahlen steigen jedoch wieder. Auch die immer häufiger in Baden-Württemberg auftretenden Virus-Mutationen bereiten einen Grund zur Sorge. Die Landesregierung entschied sich dennoch für einige Lockerungen in Baden-Württemberg, die am heutigen Montag, dem 1. März, in Kraft treten.

Lockerungen in Baden-Württemberg: Diese neuen Regeln gelten ab dem 1. März

Als erste große Lockerung in Baden-Württemberg kann die Schul-und Kita-Öffnung am 22. Februar bezeichnet werden. Die Grundschulen und Kitas öffneten im Krisenmodus mit neuen Regeln zu Masken und Schnelltests. Das Kultusministerium entschied sich gegen eine allgemeine Maskenpflicht für die Kinder, versandte jedoch bereits eine große Menge an FFP2-Masken an Lehrer und Erzieher. Die Teststrategie an den Einrichtungen verläuft auf freiwilliger Basis. Demnach sollen sich Lehrer und Erzieher zwei Mal pro Woche einem Antigen-Schnelltest unterziehen. Auch die Klassen, die im Jahr 2021 den Schulabschluss machen werden, dürften unter Pandemiebedingung wieder an die Schulen zurückkehren.

Ab dem 1. März werden die Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg nun weiter reduziert. Diese Lockerungen in Baden-Württemberg gelten ab heute:

Bereich Lockerung
Friseursalons und Barbershops Friseurdienstleistung nach Anmeldung und Reservierung
innerhalb eines Zeitfensters. Nur Dienstleistungen wie Haare
schneiden, waschen, färben und föhnen sind erlaubt.
Bartrasur, kosmetische Dienstleistung und Wellnessbehandlung
sind aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr nicht erlaubt.
Fahrschulen und Fahrprüfung Praktische Fahrausbildung und Fahrprüfung wieder erlaubt.
Theorieunterricht weiterhin nur online. Beim praktischen
Fahrunterricht müssen alle Insassen eine medizinische
Maske tragen. Die Maskenpflicht gilt auch für die theoretische
Prüfung.
Blumenhändler und Gartenmarkt Der Verkauf von Pflanzen und gartenbaulichen Erzeugnissen ist
für Gärtnereien, Blumenläden, Baumschulen, Gartenmärkte und
Gartencenter wieder erlaubt. Mischsortimente dürfen nur
angeboten werden, wenn das erlaubte Sortiment mindestens
60 Prozent beträgt.

(Quelle: baden-wuerttemberg.de)

Bei den Lockerungen in Baden-Württemberg, die in den Bereich des Einzelhandels (Blumenhändler und Gartenmarkt) oder der Dienstleister (Friseursalons und Barbershops) fallen, gelten die Hygieneauflagen des Einzelhandels. Demnach müssen sowohl die Kunden als auch die Angestellten eine medizinische Maske des Typs FFP2, KN95 oder N95 tragen. Die Maskenpflicht gilt auch in den Außenbereichen, etwa auf dem Parkplatz und den Zufahrtswegen. In Geschäften und Läden mit einer maximalen Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern darf sich nur maximal ein Kunde pro 10 Quadratmetern aufhalten. Bei einer Ladenfläche von über 800 Quadratmetern gilt eine Beschränkung auf maximal einen Kunden pro 20 Quadratmetern.

Keine Lockerungen in Baden-Württemberg in anderen Bereichen: Diese Maßnahmen gelten auch weiterhin

Durch die weiterhin ernste Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg, die durch die hochansteckenden Virus-Mutationen noch verschärft wurde, entschloss sich die Landesregierung, die Maßnahmen nur langsam und schrittweise zu lockern. Bei den Händlern im Südwesten führte das bereits zu viel Kritik. Als Widerstand gegen den Lockdown starteten die Händler eine regelrechte Klagewelle. Darunter ist auch die Warenhauskette Breuninger aus Stuttgart. Trotz der Proteste liegt derzeit (Stand: 1. März) keine genaue Perspektive für die Öffnung des Handels vor. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach jedoch auch in diesem Bereich bereits von möglichen Lockerungen. So soll der Zutritt zu Restaurants und Geschäften künftig nur mit Corona-Schnelltests erlaubt sein.

Die am heutigen Montag, dem 1. März, in Kraft tretenden Lockerungen in Baden-Württemberg stellen einen ersten vorsichtigen Schritt dar. Die meisten Regeln zum Infektionsschutz gelten jedoch auch weiterhin:

Bereich Verordnung
Kontaktbeschränkungen Private Treffen nur mit eigenem Haushalt oder mit maximal
einer Person außerhalb des eigenen Haushalts. Kinder bis 14
Jahre sind von dieser Regelung ausgenommen.
Kinderbetreuung Kinder aus maximal zwei Haushalten dürfen gemeinsam in einer
festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten
Betreuungsgemeinschaft betreut werden.
Maskenpflicht In den folgenden Bereichen ist das Tragen einer medizinischen
Maske weiterhin Pflicht: Im öffentlichen Nahverkehr, beim
Einkaufen, in Arbeits- und Betriebsstätten und an Einsatzorten,
bei den erlaubten Dienstleistungen (beispielsweise Friseur), bei
Veranstaltungen wie Gottesdienste und Beerdigungen sowie
in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.
Arbeitsumfeld Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet die gesundheitliche
Fürsorge gegenüber ihren Mitarbeitern wahrzunehmen.
Sofern möglich gilt noch immer eine Home Office-Empfehlung.
Treffen im Rahmen der Arbeits-, Dienst- und Geschäftsbetriebes
und gesetzlich vorgeschriebene Weiterbildungen sind auch
in Präsenz durchführbar (wenn online nicht möglich).
Maskenpflicht am Arbeitsplätz wenn der Mindestabstand nicht
eingehalten werden kann.
Einzelhandel Der Einzelhandel bleibt weiterhin geschlossen. Ausnahmen
bilden die Geschäfte für den täglichen Bedarf: Babyfachmärkte,
Bäckereien, Banken, Drogerien, Getränkemärkte, Großhandel,
Hörgeräteakustiker, Kraftfahrzeug- und Fahrradwerkstätte,
Lebensmittelmärkte, Metzgereien, Optiker, Poststellen und
Paketversand, Reformhäuser, Reinigung- und Waschsalons,
Reise- und Kundenzentren, Sanitätshäuser, Tafeln,
Tankstellen, Telefonshops, Tierbedarf, Wochenmärkte, Kioske.
Dienstleistungen Geschlossen bleiben: Kosmetikstudios, Massage- und Wellness-
betriebe, Nagelstudios, Piercingstudios, Prostitutionsgewerbe,
Sonnenstudios und Tattoostudios.
Gastronomie Restaurants, Bars und Kneipen aller Art bleiben geschlossen.
Ausnahme: Speisen zur Abholung oder Lieferung. Kein
Ausschank und Verzehr von Alkohol im öffentlichen Raum.
Verkauf von Alkohol in verschlossenen Behältnissen erlaubt.
Veranstaltungen Keine Veranstaltungen und Zusammenkünfte im öffentlichen
Raum. Ausnahmen: Gerichtsverhandlungen, Sitzungen, die der
öffentlichen Sicherheit und Ordnung dienen,
Betriebsversammlungen, Prüfungen inklusive Vorbereitung,
Eheschließung, Veranstaltungen, die der sozialen Fürsorge
dienen, Wahlkampfveranstaltungen.
Kultur- und FreizeitgestaltungDie Einrichtungen bleiben weiterhin geschlossen. Ausnahmen
sind nur Spielplätze im Freien.
Sport Nur weitläufige Sportanlagen im Freien sind geöffnet:
Golfplätze, Hundesportplätze, Reitanlagen, Tennisplätze,
Modellflugplätze. Für Schulsport- und Studienbetrieb dürfen
weitere Sportanlagen geöffnet werden.
Reisen Appell der Landesregierung: Verzicht auf private Reisen und
Ausflüge zu touristischen Zielen. Geschäftsreisen sowie Reisen
und Übernachten in besonderen Härtefällen sind erlaubt.

(Quelle: baden-wuerttemberg.de)

In Bezug auf das Coronavirus in Baden-Württemberg und ganz Deutschland soll am Mittwoch, dem 3. März, über das weitere Vorgehen beraten werden, wie auch echo24.de* berichtet. Der aktuelle Lockdown soll noch bis mindestens 7. März andauern. Bei den neuen Beratungen zwischen Bund und Ländern könnten jedoch auch weitere Lockerungen in Baden-Württemberg entschieden werden. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Michael Reichel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare