Südtirols Wild-Campen-Problem eskaliert – sogar Camping-Vertreter plädieren für härtere Strafen

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Von: Robin Dittrich

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Für wildes Campen auf der Seiser Alm fallen nur 50 Euro Bußgeld an. Campingplatzbetreiber im italienischen Südtirol protestieren deshalb vehement.

Bozen – In Südtirol nimmt das Wildcamping immer mehr überhand. Vermehrt stellen Urlauber ihre Wohnmobile und Zelte einfach wild auf Parkplätzen, Almen und an Aussichtspunkten auf. Die überaus niedrigen Strafen für Übeltäter machen das illegale Übernachten zum Schnäppchen – zum Ärger von Campingplatzbetreibern.

Eine Person liegt in einem Zelt und campt.
Illegales Camping nimmt auf der Seiser Alm in Südtirol immer mehr zu. Die Betreiber der Campingplätze wollen jetzt dagegen vorgehen. (Symbolbild) © Thomas Frey/dpa

Thomas Rinner, Präsident der Vereinigung der Campingplatzbetreiber Südtirols (VCS), ist empört: „Wenn Sie heute auf der Seiser Alm parken, bezahlen Sie eine Strafe von 50 Euro. Der Gast bedankt sich für die Strafe und die schöne Aussicht“, erklärt er gegenüber Rai Südtirol. „Verständlich, dass das nicht abschreckend wirkt.“

Südtirol ist verzweifelt: Das illegale Geschäft beim Camping blüht

Während reguläre Campingplätze strenge Auflagen erfüllen müssen, blüht das illegale Geschäft. „Jeder Campingplatz braucht eine Lizenz und eine CIN-Nummer“, betont Rinner. Doch es werde zu wenig kontrolliert. Die Folge: Selbst Buschenschänke und Bauernhöfe bieten inzwischen ohne Genehmigung Stellplätze an. Anwohner beschweren sich schon länger über die illegalen Camper.

Das Problem: In vielen Gemeinden wird weggeschaut. „Es muss mit den gleichen Spielregeln gespielt werden. Auch beim Falschparken werden Strafzettel ausgestellt“, fordert Rinner laut salto.bz. Tourismuslandesrat Luis Walcher kennt das Dilemma: „Ich verstehe, dass Kontrollen für den ein oder anderen Bürgermeister schwierig sind, wenn man die Leute gut kennt. Deshalb werden wir auf externe Kontrollen zurückgreifen“, kündigte er gegenüber der Südtiroler Wirtschaftszeitung an.

Für Wildcampern in Südtirol drohen eigentlich empfindliche Geldstrafen

Dabei wären härtere Strafen durchaus möglich. Laut dem Outdoor-Portal Backpackertrail können Wildcamper in Südtirol mit Bußgeldern zwischen 100 und 500 Euro belegt werden. In geschützten Gebieten drohen sogar noch höhere Strafen. In Südtirol ist das Übernachten außerhalb von offiziellen Campingplätzen grundsätzlich verboten. Anders als in Skandinavien existiert kein „Jedermannsrecht“.

Bereits 2023 hatte die Vereinigung der Campingplatzbetreiber das Problem an Tourismuslandesrat Arnold Schuler herangetragen. Damals betonte Schuler: „Es dürfen nur Campingplätze und offizielle Übernachtungsmöglichkeiten genutzt werden.“ Die Campingplatzbetreiber fordern nun ein konsequentes Durchgreifen: höhere Strafen, mehr Kontrollen und die Überprüfung illegaler Angebote auf Onlineplattformen. Nur so könne man dem wachsenden Problem Herr werden. Für Urlauber heißt das: Wer in Südtirol legal campen will, sollte einen der 73 offiziellen Campingplätze nutzen – oder sich auf teure Knöllchen einstellen, falls die angekündigten Kontrollen tatsächlich kommen. (rd)

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