Wohnmobil-„Invasion“ in Südtirol: Ganzes Tal brodelt – Camping-Präsident mit Klartext-Ansage

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Von: Maximilian Kettenbach

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Die Wut der Einheimischen auf Wild-Camper nimmt zu. Der Südtiroler Camping-Präsident stellt sich gegen Verbote im Pustertal-Streit – und nennt mögliche Lösungen.

Bozen – Mitten in die aufgeheizte Debatte um Wildcamping im Südtiroler Pustertal platzt eine deutliche Antwort des Camper Club Südtirol. Während Bürgermeister über Camper schimpfen, die „in jedem Loch“ übernachten, fordert Vereinspräsident Enzo Coco einen Kurswechsel, der Italien-Urlauber betreffen könnte.

An den schönsten Plätzen in Südtirol: Müll, Toilettengang und Zelte sind die Kernvorwürfe

Die vielen Camper sind den Gemeinden ein Dorn im Auge, die teils sogar strenge neue Gesetze fordern. So will etwa der Bürgermeister von Welsberg-Taisten, Dominik Oberstaller, „Gesetze, die uns die nötigen Instrumente in die Hand geben, damit wir endlich handeln können“, wie er gegenüber Stol.it äußerte. Ähnlich sieht es auch der Bürgermeister von Prags, Friedrich Mittermair. Unzählige Wohnmobile würden die schönsten Plätze des Tales bevölkern. Am Abend kämen Tische und Stühle dazu, „und manch einer macht sogar ein Feuer und grillt.“ Müll, Toilettengang und Zelte sind die Kernvorwürfe der stinkigen Täler. Es ist eine regelrechte Wohnmobil-Wut der Einheimischen, die schon länger brodelt.

Mittermair schimpft, es werde weiterhin „in jedem Loch campiert, das wir nicht absperren.“ Zuständig fühle sich keiner. Der aktuelle Zustand sei „eine Katastrophe“, so Oberstaller. Dringend müsse sich etwas tun.

Wohnmobile Alpen
Für Camper in Italien und Südtirol gelten strenge Regeln. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen. (Symbolbild) © Arnulf Hettrich/imago/Symbolbild

Camper-Präsident will konstruktive Lösung für Wohnmobile

Genau hier setzt Enzo Coco, Präsident des Camper Club Südtirol, mit seiner Kritik an. „Wir sind der Meinung, dass Verbote und Strafen dieses Problem nie lösen werden. Wir brauchen Strukturen bzw. Wohnmobilstellplätze, die hauptsächlich in Pustertal fast nirgends zu finden sind. Ich denke, dass sich besonders die Gemeinden vom Thema betroffen zeigen, die diese Strukturen fördern und unterstützen sollten“, erklärt Coco IPPEN.MEDIA. Wenn eine Gemeinde einen WOMO-Stellplatz habe, dann könne diese Gemeinde auch richtige Maßnahmen gegen das Wildcampen in Kraft setzen, so Coco.

Als positives Beispiel nennt der Club-Präsident Länder wie Deutschland, Frankreich und die Niederlande, wo Stellplätze „in jedem kleinen Dorf existieren“. Dahin müsse sich auch Südtirol hinentwickeln.

„Touristen mit Wohnmobilen sind keine Landstreicher“

Gleichzeitig distanziert sich der Camper Club ausdrücklich vom regelwidrigen Verhalten einzelner Camper. Wer sich nicht an die gesellschaftlichen Regeln halte, müsse mit Konsequenzen rechnen. Verhalten sich Wildcamper rechtswidrig, droht ihnen ein Bußgeld zwischen 100 und 500 Euro.

Coco stellt an anderer Stelle aber klar, dass „Touristen mit Wohnmobilen keine Landstreicher sind“. Diese Zielgruppe könne einen wertvollen Beitrag für die lokale Wirtschaft leisten. Unserer Redaktion sagte er: „Personen, die sich den Kauf einen WOMO leisten, haben generell Kaufpotenzial, besuchen Sehenswürdigkeiten und bezahlen Eingangsticket, kaufen lokale Produkte, suchen Restaurants mit lokaler Küche usw.“ Unhöfliche Leute gebe es überall. Doch: „Gegen eine Kategorie von Touristen vorzugehen, in einem Land, in dem Tourismus eine Religion ist, ist eigentlich kurzsichtig und schwer zu begreifen.“ (mke)

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