Nudelsorten beim Discounter

Lidl ruft verunreinigte Lebensmittel zurück - Stoff „kann das Erbgut verändern“

Eine Lidl-Filiale in Berlin. In Rechtecken: Die Nudelprodukte, die zurückgerufen werden.
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Rückruf bei Lidl: Nudelprodukte könnten Rückstände von verbotenem Pflanzenschutzmittel aufweisen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Aktuell ruft die Discounterkette Lidl bestimmte Lebensmittel zurück. Offenbar beinhalten sie Rückstände eines Pflanzenschutzmittels, das fatale Folgen haben kann.

Bad Wimpfen - Die Discounterkette Lidl mit Hauptsitz im baden-württembergischen Bad Wimpfen betreibt 10.800 Filialen in 32 Ländern und ist damit nach Filialanzahl der größte Discounter-Konzern der Welt. Die Kunden schätzen vor allem die große Auswahl an Eigenprodukten und die vergleichsweise niedrigen Preise. Nun muss der Lebensmittelhändler aus Baden-Württemberg jedoch mehrere Lebensmittel zurückrufen, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa).

Produktrückrufe sind für die Supermarktketten wie Lidl, Aldi und Co. ein Problem, da der Verzehr der betroffenen Produkte oftmals schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Aktuell betrifft der Lidl-Rückruf zwei Nudelsorten. Die Sorten „Vitasia Wok Noodles Curry, 300g“ und „Vitasia Instant Nudeln Geschmack Garnele, 85g“ weisen möglicherweise Rückstände des in der EU nicht zugelassenen Pflanzenschutzmittels Ethylenoxid auf, teilte das Unternehmen am Mittwoch laut dpa mit.

Lidl: Rückruf von Nudelsorten wegen verbotenem Pflanzenschutzmittel

Bei den von Lidl zurückgerufenen Produkten handelt es sich bei den Curry-Nudeln um die Chargen L161ULB3A mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum April 2022 und bei den Garnelen-Nudeln um die Chargen L141UQA1A mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 4. Juli 2022. In diesen könnten Rückstände von Ethylenoxid nicht ausgeschlossen werden. Bereits seit Herbst 2020 wurde eine Vielzahl an Lebensmitteln gemeldet, die Rückstände des verbotenen Pflanzenschutzmittels aufwiesen, schreibt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Inzwischen gebe es über 700 Meldungen im europäischen Schnellwarnsystem (RASFF).

Das Pflanzenschutzmittel Ethylenoxid, das möglicherweise auch in den Nudelprodukten von Lidl steckt, dient zur Bekämpfung von Schimmelpilzen und Bakterien in Gewürzen, Pflanzenpulvern, Nüssen und Ölsaaten. „Aufgrund seiner Erbgut-verändernden und krebserzeugenden Wirkung ist Ethylenoxid jedoch für die Lebensmittelerzeugung in der Europäischen Union schon seit 1991 verboten“, schreibt die Verbraucherzentrale. In anderen Ländern wie der Türkei oder in China werde das Mittel jedoch weiterhin eingesetzt.

Lidl-Rückruf: Produkte wurden in nahezu allen Bundesländern verkauft

Laut Lidl-Angaben wurden die Nudelprodukte, die möglicherweise mit dem gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmittel kontaminiert sind, in allen Bundesländern außer dem Saarland verkauft. Eine Rückgabe sei in den Filialen auch ohne Kassenbon möglich, heißt es in einer Mitteilung. Nicht nachweisbar sei laut der Verbraucherzentrale, ob die Produkte, beziehungsweise bestimmte Inhaltsstoffe, selbst mit Ethylenoxid behandelt worden seien oder durch den Transport kontaminiert wurden.

Das Pestizid Ethylenoxid wird inzwischen in vielen verschiedenen Lebensmitteln nachgewiesen. Die Verbraucherzentrale nennt etwa Zusatzstoffe, wie Johannisbrotkernmehl (E 410) oder Guarkernmehl (E412), die für die Herstellung von Speiseeis, Fertigmahlzeiten, Milchgetränke, Marmeladen und Joghurts, aber auch Nahrungsergänzungsmittel, Gewürzpulver und Pflanzenextrakte. Zudem seien auch immer wieder Bio-Produkte mit dem Mittel kontaminiert. Kürzlich rief Lidl ebenfalls Produkte wegen gefährlichen Nebenwirkungen zurück. Das Problem waren jedoch keine Ethylenoxid-Rückstände, sondern ein zu hoher Wirkstoffgehalt.

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