Proteste beim ESC: Versuchter Farbanschlag auf Israels Sängerin – Wasserwerfer in den Straßen
Uns auf Google folgenEin Demonstrationszug geht am Final-Abend des Eurovision Song Contest durch Basel. Proteste gegen Israel, versuchter Farbanschlag auf dessen Sängerin.
Update vom 18. Mai, 01.15 Uhr: Österreich hat den Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Der österreichische Countertenor JJ setzte sich in der Nacht zu Sonntag in Basel mit seinem Lied „Wasted love“ vor Israel durch. Deutschland landete auf Platz 15 der 26 Finalisten und verpasste damit die erhoffte Platzierung in den Top Ten.
Update, 23.50 Uhr: Am Rande von Israels Auftritt beim Eurovision Song Contest (ESC) in Basel hat es einen Zwischenfall gegeben. „Am Ende des israelischen Auftritts versuchten ein Mann und eine Frau über die Absperrung auf die Bühne zu gelangen“, erklärte ein Sprecher des Schweizer Fernsehens SRF. Dort trug gerade Yuval Raphael Israels Beitrag „New Day Will Rise“ vor, während Buh-Rufe und energischer Applaus aus dem Publikum zu hören waren.
Die Aktivisten wurden aufgehalten, so das SRF. „Einer der beiden Personen warf mit Farbe und ein Mitglied der Crew wurde dabei getroffen. Dem Crew-Mitglied geht es gut und niemand wurde verletzt. Der Mann und die Frau wurden aus der Halle begleitet und der Polizei übergeben.“ Nach Angaben des unabhängigen Nachrichten-Blogs „ESC kompakt“ wurde rote Farbe - offensichtlich als Symbol für Blut - verspritzt und traf Menschen im Publikum
Update vom 17. Mai, 22.40 Uhr: Zwischen Buh-Rufen und energischem Applaus hat die israelische Vertreterin Yuval Raphael ihren Auftritt beim Eurovision Song Contest (ESC) in Basel souverän über die Bühne gebracht. Mit Start ihres Songs „New Day Will Rise“ waren Buh-Rufe und zwischenzeitlich auch Pfiffe aus dem Publikum zu hören. Doch auch schallender Applaus füllte die Halle, am Ende des Auftrittes lächelte Raphael stolz. Neben Israel-Flaggen war im Publikum auch mindestens eine Palästina-Flagge zu sehen. Die israelische Teilnahme hat wegen des Gaza-Krieges Kritik hervorgerufen.
Demos gegen Israel vor ESC-Saal in Basel: Polizei rückt mit Wasserwerfer an
Während im Saal die Musikparty mit anderen Acts weiterging, heizte sich die Lage auf den Straßen Basels weiter auf. Mehrere Hundert Menschen zogen durch die Innenstadt, um gegen Israels Teilnahme am Wettbewerb zu demonstrieren. Die Polizei stellte sich der Kundgebung entgegen, um die Menschen daran zu hindern, in Richtung des Veranstaltungsgeländes zu ziehen. Die Polizei bildete Absperrungen und drohte zeitweise den Einsatz eines Wasserwerfers an. Die Uniformierten begannen mit Personenkontrollen in der Demo.

Erstmeldung: Basel – Mehrere Hundert Menschen haben in der Innenstadt von Basel gegen Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest demonstriert. Sie tragen englischsprachige Transparente mit Botschaften wie „Freiheit für Eure Vision – Vereinigt für Palästina“ (Liberate Your Vision – United for Palestine) oder „Dem Völkermord keine Bühne geben“ (No Stage for Genocide). In Sprechchören riefen die Protestierenden: „Schande über Euch“ (Shame on You), „Freiheit für Palästina“ (Free Palestine) und „Boykottiert Israel, boykottiert Basel“.
Demonstrationen gegen Israel beim ESC: Vorwurf des „Völkermords“ in Gaza
Ein Polizeisprecher sprach am frühen Abend von 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Das ist jetzt kurzfristig bewilligt worden.“ Baseler Medien berichteten von bis zu 1000 Menschen, die zur Demonstration gehörten. Einige Menschen zündeten Fackeln mit buntem Rauch.
Kritik an Israel am Rande des Eurovision Song Contest
Israels Vertreterin Yuval Raphael mit ihrem Song „New Day Will Rise“ sieht sich in Basel immer wieder Kritik ausgesetzt – wegen der Offensive ihres Landes im Gazastreifen. Der Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen mit zehntausenden Todesopfern wurde ausgelöst durch einen blutigen Angriff der Hamas im Oktober 2023. Yuval Raphael überlebte diese Anschläge als Besucherin des Nova-Musikfestivals, stundenlang versteckt unter Leichen.
Schon im vergangenen Jahr hatten Proteste gegen Israels Teilnahme den ESC in Malmö überschattet. Auch dieses Jahr wird der ESC von zahlreichen politischen Kontroversen begleitet. So erwähnten etwa die spanischen Kommentatoren im Sender RTVE den Krieg in Gaza und äußerten Kritik an Israel. Diese Aktion führte zu einer Rüge an Spanien durch die Europäische Rundfunkunion. (bb/dpa)