Mutmaßlicher früherer PKK-Funktionär an Frankfurter Flughafen festgenommen
Uns auf Google folgenSchlag gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans: Am Frankfurter Flughafen wurde wohl ein PKK-Funktionär verhaftet, der in Deutschland Terror koordinierte.
Frankfurt am Main – Auslieferung eines mutmaßlichen Terroristen nach Deutschland: Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Montag (19. August) mitteilte, wurde am vergangenen Freitag (16. August) Selahattin K. am Frankfurter Flughafen von der Bundespolizei festgenommen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem türkischen Staatsbürger die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Die Rede ist von der kurdischen Arbeiterpartei PKK.
Durchbruch nach europäischem Haftbefehl: Mutmaßlicher PKK-Terrorist in Italien hochgenommen

Gegen K. war seit Mitte Februar dieses Jahres bereits ein deutscher Haftbefehl ausgestellt worden. Auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls sei K. Mitte Juni in Italien inhaftiert worden, hieß es. Nun sitzt er in Deutschland in Untersuchungshaft. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von ein bis zehn Jahren.
Zwischen Januar 2014 und Juli 2015 soll K. als hauptamtlicher Mitarbeiter der PKK in Deutschland gearbeitet haben. Er habe die typischen Leitungsaufgaben eines sogenannten Sektorleiters wahrgenommen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Diese hätten vor allem die Koordination der organisatorischen, personellen und propagandistischen Angelegenheiten der PKK in verschiedenen Sektoren umfasst.
Mutmaßlicher PKK-Terrorist in mehr als ein Jahr in Westdeutschland aktiv gewesen
Zunächst sei K. im „Sektor Süd 1“ tätig gewesen, zu denen die Gebiete Darmstadt, Frankfurt am Main, Gießen, Mannheim, Nürnberg und Saarbrücken zählten. Ab Juli 2014 habe er im „Sektor Mitte“ gearbeitet, wozu die Gebiete Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Köln und Münster gehörten.
K. habe den sogenannten Gebietsverantwortlichen sowie Kadern und Aktivistinnen und Aktivisten, die ihm unterstellt gewesen seien, Anweisungen gegeben und deren Ausführung kontrolliert. Dabei habe er selbst die Anweisungen der sogenannten Europaführung der PKK befolgen müssen. K. soll außerdem Propagandaveranstaltungen und Versammlungen mitorganisiert haben.

Die PKK wird vom deutschen Verfassungsschutz als größte „ausländerextremistische Organisation in Deutschland“ eingestuft. Seit nunmehr über 30 Jahren ist sie und ihre Nachfolger- sowie Schwester-Organisationen in Syrien, dem Irak und Iran in Deutschland verboten.
Die Untergrundorganisation mit sozialistischer Prägung kämpft weltweit mit militärischen und terroristischen Methoden darum, dass kurdische Siedlungsgebiete in der Türkei autonom werden. In der Vergangenheit verübte sie unter anderem einen folgenschweren Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara. Den Terroristinnen und Terroristen schwebt ein „unabhängiges, demokratisches Kurdistan“ vor, das keine staatliche Regierung hat.
Jüngst zierten PKK-Fahnen und Menschen, die den Wolfsgruß tätigten, Belgien: Eine Gruppe türkischer Nationalistinnen und Nationalisten wollte offenbar einen Brandanschlag verüben. (afp/pls)