Wenn die Katze wie ein Baby weint: Tipps für entspannte Nächte

Aktualisiert:

Von: Lara-Sabrina Kiehl

Uns auf Google folgen
Eine helle Katze mit offenem Maul und geschlossenen Augen vor einem schwarzen Hintergrund
Miaut die Katze nachts, können Hunger oder Langeweile dahinterstecken, doch auch andere Gründe sind möglich. © imagebroker/Imago

Ihre Katze miaut nachts wie ein Baby? Welche Ursachen dahinterstecken können und wie Sie unruhige Nächte bestmöglich vermeiden können.

Es ist mitten in der Nacht, Sie schlafen tief und fest – und plötzlich lässt Sie ein Geräusch aufschrecken, das verdächtig nach einem weinenden Baby klingt. Doch im Kinderzimmer liegt kein Baby. Der „Übeltäter“ sitzt im Flur: Ihre Katze. Viele Katzenbesitzer kennen dieses Phänomen. Doch warum klingt das nächtliche Miauen manchmal so menschlich – und was möchte der Stubentiger einem damit bloß sagen?

Katzen miauen kaum miteinander, sondern fast ausschließlich mit uns. Allerdings rufen bereits Kitten nach ihrer Mutter, erwachsene Katzen setzen den Laut dann gezielt ein, um mit uns Zweibeinern zu kommunizieren. Sie entwickeln regelrechte Stimmrepertoires: kurzes Begrüßungs-Miau, langgezogenes Futter-Miau – und eben auch den klagenden, babyhaften Ton, der uns garantiert weckt. Denn auf ein Geräusch, das nach einem schreienden Kind klingt, reagieren wir instinktiv. Dass Katzen immer mal wieder unsere Sprache nachahmen, zeigen auch einige Clips im Internet – so zum Beispiel dieser sprachtalentierte Kater, der einen Hund ins Haus ruft.

Häufige Gründe für das „Babyschreien“ in der Nacht

  • Aufmerksamkeit & Zuneigung Gerade Wohnungskatzen langweilen sich schnell oder vermissen ihre Menschen, wenn diese tagsüber wenig zu Hause sind. Das nächtliche Weinen ist dann ein Ruf nach Nähe.
  • Hunger oder Durst Wer abends früh füttert, riskiert, dass die Katze um drei Uhr morgens wieder knurrenden Magen hat.
  • Instinkt & Aktivitätsmuster Katzen sind dämmerungsaktiv. Während wir schlafen, erwacht ihr Jagdtrieb. Draußen würden sie Beute machen – drinnen äußert sich das als unruhiges Herumlaufen und lautstarkes Fordern.
  • Stress und Veränderungen Umzug, neue Möbel, ein Baby im Haus oder ein weiterer Vierbeiner können verunsichern. Manche Samtpfoten reagieren darauf besonders nachts, wenn alles still ist.
  • Gesundheitliche Ursachen Plötzliches, ungewohnt intensives Miauen kann auf Schmerzen oder Erkrankungen hinweisen – etwa Schilddrüsenprobleme, Schmerzen im Bewegungsapparat oder Altersdemenz.
  • Paarungsverhalten Nicht kastrierte Kater und rollige Katzen schreien oft extrem laut, um einen Partner anzulocken.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Was Besitzer tun können

Wenn Ihre Katze nachts wie ein Baby miaut, lassen Sie zunächst einen gründlichen Tierarztcheck durchführen – vor allem bei älteren Tieren oder wenn das Verhalten plötzlich auftritt. So können Sie ausschließen, dass Schmerzen oder Krankheiten hinter den nächtlichen Rufen stecken.

Auch eine feste Routine trägt viel zur Ruhe bei: Füttern Sie die letzte Mahlzeit möglichst kurz vor dem Schlafengehen oder nutzen Sie einen Futterautomaten mit Timer, damit Ihre Samtpfote nicht hungrig aufwacht. Katzen lieben verlässliche Abläufe, daher sind gleichbleibende Zeiten für Fütterung, Spiel und Ruhe besonders wichtig, um Sicherheit zu vermitteln.

Ebenso entscheidend ist ausreichend Auslastung am Tag. Spielen Sie regelmäßig mit Ihrer Katze, bieten Sie Kletter- und Jagdmöglichkeiten oder geistige Herausforderungen wie Clickertraining und Fummelbretter an. Verschiedene Ebenen zum Springen und Klettern – etwa Kratzbäume oder Regale – stillen zusätzlich ihren Bewegungsdrang. Reagieren Sie nachts nicht sofort auf das Miauen, so schwer es auch fällt, sonst lernt Ihre Katze schnell, dass lautes Weinen zum Erfolg führt. Und wenn Ihr Tier nicht kastriert ist, ziehen Sie diesen Schritt in Erwägung, Paarungsrufe und damit schlaflose Nächte könnten sich so verringern. Besprechen Sie dies aber stets mit Ihrem Tierarzt.

Lesen Sie auch

Warum manche Katzen öfter miauen als andere

Schnarchende Katze: 9 mögliche Gründe für die nächtlichen Geräusche

Katze stupst Halter mit Kopf an, gerne auch nachts – warum?

Kommentare

$Teilen