Wann taucht die Nova auf? Stern soll seit Jahren explodieren – Forscher wagt neue Prognose

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Von: Tanja Banner

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Ein Stern, der explodieren soll – und es einfach nicht tut. Fachleute haben eine Erklärung für die bisher ausgebliebene Nova in Corona Borealis.

Das Sternbild „Nördliche Krone“ (lat. „Corona Borealis“) ist relativ klein, doch wer weiß, wo man am Himmel suchen muss, erkennt den Halbkreis aus Sternen recht gut. Eigentlich ist es relativ unspektakulär – doch seit etwa 2024 steht das Sternbild im Fokus von Amateur- und Profi-Astronomen, die regelmäßig den Blick dorthin richten. Das hat einen Grund: Irgendwann – Fachleute sagten ursprünglich das Jahr 2024 vorher – soll in Corona Borealis eine sogenannte „Nova“ auftauchen.

Eine Nova entsteht, wenn auf der Oberfläche eines weißen Zwergsterns (links) eine thermonukleare Zündung erfolgt. Im Fall von T CrB entsteht diese durch einen sehr nahen roten Riesen. (Künstlerische Darstellung)
Eine Nova entsteht, wenn auf der Oberfläche eines weißen Zwergsterns (links) eine thermonukleare Zündung erfolgt. Im Fall von T CrB entsteht diese durch einen sehr nahen roten Riesen. (Künstlerische Darstellung) © NASA’s Goddard Space Flight Center

Auch wenn der Name es suggeriert, ist eine „Nova“ kein neuer Stern. Es handelt sich stattdessen um einen Stern, der im Normalfall so dunkel ist, dass er nicht zu sehen ist. Kurzfristig leuchtet er heller als normal und kann gesehen werden – bevor er wieder verschwindet. Im Sternbild Nördliche Krone soll dafür ein Doppelsternsystem, bestehend aus einem roten Riesen und einem weißen Zwergstern, verantwortlich sein.

Nova im Sternbild Corona Borealis: Fachleute warten seit 2024 auf das Spektakel

Die beiden umkreisen sich in relativ engem Abstand innerhalb von ungefähr 228 Tagen. Der rote Riesenstern gibt Material ins Weltall ab, das der weiße Zwerg namens T CrB aufnimmt. Erreicht die Masse auf dem weißen Zwerg eine kritische Masse, beginnen Fusionsprozesse – und auf der Erde ist ein explosionsartiger Helligkeitsausbruch zu sehen. Der Stern bleibt so lange hell, bis er die zusätzliche Materie verbraucht hat – dann leuchtet er mit seiner ursprünglichen Helligkeit weiter. Das Phänomen wird „wiederkehrende Nova“ genannt, T CrB ist ein sogenannter kataklysmisch veränderlicher Stern.

Zuletzt tauchte die Nova im Sternbild Corona Borealis im Mai 1866 und im Februar 1946 auf. Genau vorhersagen lässt sich nicht, wann der Himmelskörper explodiert, doch mehrere Fachleute erwarteten die Nova für das Jahr 2024. Bisher ist jedoch noch nichts passiert – und mittlerweile ist April 2026. Da stellt sich die Frage: Was ist da los? Wo bleibt die erwartete Nova im Sternbild Nördliche Krone?

Wieso die Nova von T CrB bisher ausblieb, können Fachleute nur vermuten

„Der weiße Zwerg scheint seit seinem Ausbruch im Jahr 1946 nicht so viel Material angesammelt zu haben wie vor dem Ausbruch von 1946“, vermutet der Astrophysiker Sumner Starrfield von der Arizona State University auf Anfrage von fr.de von Ippen.Media. Starrfield hat selbst die Nova des Sterns T CrB erforscht und gerade erst im vergangenen Jahr eine Studie dazu veröffentlicht, wie die nächste Explosion ablaufen wird.

Starrfield erwartet, dass die Nova „irgendwann in den nächsten 18 Monaten bis zwei Jahren“ am Himmel erscheinen wird. „Später ist ebenfalls möglich“, sagt er und ergänzt: „Meine Vorhersagen beziehen sich darauf, was passieren wird, nachdem es zu einem Ausbruch kommt – nicht darauf, wann es zu einem Ausbruch kommen wird.“

So finden Sie das Sternbild „Nördliche Krone“ am Himmel

Das Sternbild Corona Borealis (CrB, „Nördliche Krone“) befindet sich zwischen den Sternbildern Herkules und Bärenhüter am Sternenhimmel der nördlichen Erdhalbkugel. Es ist klein, aber relativ markant, denn die Sterne bilden einen auffälligen Halbkreis. Besonders auffällig ist der hellste Stern des Sternbilds, Gemma (lateinisch für Edelstein). Der Stern T CrB ist nur etwa 10,8 mag hell und daher mit bloßem Auge nicht zu sehen. Während der Nova kann er bis zu 2,0 mag hell werden – und erscheint dann sogar etwas heller als der Stern Gemma – ein „neuer Stern“ scheint im Sternbild zu erscheinen.

Im Sternbild Corona Borealis (Nördliche Krone) soll im Jahr 2024 eine Nova zu sehen sein. (Künstlerische Darstellung)
Im Sternbild Corona Borealis (Nördliche Krone) soll irgendwann in der nächsten Zeit eine Nova zu sehen sein. (Künstlerische Darstellung) © imago images/YAY Images

Derzeit steht das Sternbild bereits im Osten am Himmel, wenn es dunkel wird. Im Laufe der Nacht steigt es nach Süden hoch hinauf und ist bei Sonnenaufgang immer noch recht hoch im Westen am Himmel zu finden. Das heißt: Momentan sind die Beobachtungsbedingungen für das Sternbild perfekt – es ist die gesamte Nacht am Himmel zu sehen. Beim Aufsuchen helfen eine Sternkarte, Sternen-Apps wie Stellarium oder Star Walk 2.

Warten auf „die hellste Nova, die jemals im Röntgenlicht beobachtet wurde“

Wenn es soweit ist, wird der Stern T CrB „für eine kurze Zeit die hellste Nova, die jemals im Röntgenlicht beobachtet wurde“, heißt es in der Studie, an der Starrfield mitgearbeitet hat und die im März 2025 im Fachmagazin The Astrophysical Journal veröffentlicht wurde. Das Forschungsteam zeigt darin unter anderem, dass die Nova wichtige Elemente mit einer Geschwindigkeit von bis zu 12,9 Millionen km/h ins All schleudern wird und die Explosion Spitzentemperaturen von bis zu 320 Millionen Grad Celsius erreichen dürfte.

„Manche wiederkehrenden Novae sind besser vorhersagbar als andere. In der Andromeda-Galaxie gibt es eine, die etwa einmal pro Jahr aufflammt, und in der Großen Magellanschen Wolke eine, die alle vier Jahre aufflammt. Ansonsten sind sie ziemlich unzuverlässige Zeitmesser“, betont Starrfield. (Quellen: Eigene Recherche, Studie im Astrophysical Journal) (tab)

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