Venus, Lyriden, Frühlingsdreieck: So spektakulär ist der April-Himmel
Uns auf Google folgenVenus als Wegweiser, Sternschnuppen-Regen und ein seltenes Planetentrio: Was der April-Himmel bereithält, lohnt den Blick nach oben – und nach Westen.
Der April verwöhnt Sternengucker mit einem abwechslungsreichen Himmelsprogramm. Die Venus zeigt sich langsam als strahlender Abendstern von ihrer besten Seite, die Lyriden bringen Sternschnuppen-Romantik, und die klassischen Frühlingssternbilder übernehmen die Bühne vom scheidenden Orion. Es lohnt sich definitiv, die Nächte zu nutzen – am besten mit einem Fernglas in der Hand.

Im April spielt die Venus die Hauptrolle am Abendhimmel. Als hellster Planet am Nachthimmel – nach Sonne und Mond sogar der hellste Himmelskörper überhaupt – strahlt sie mit rund -4 Magnituden und ist praktisch nicht zu übersehen. Wer sie sucht, muss abends nur nach Westen schauen.
Venus besucht die Plejaden – ein malerischer Anblick
Besonders spannend wird es Ende April: „Vom 22. bis 24. April zieht die helle Venus südlich der Plejaden vorbei. Eine gute Beobachtungszeit ist 90 Minuten nach Sonnenuntergang, dann steht diese Region noch ausreichend hoch über dem Horizont“, erklärt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde bei fr.de von Ippen.Media. Die Plejaden sind ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier – mit bloßem Auge kann man sie als nebliges Fleckchen wahrnehmen, wer gute Augen hat, kann auch mehrere Einzelsterne erkennen.
Pilz hat noch einen praktischen Tipp parat: „Es kann sein, dass die Plejaden in dieser horizontnahen Lage matt erscheinen, mit einem Fernglas sieht man sie besser. Dann entdeckt man auch den Planeten Uranus, der am 23. der Venus besonders nahe steht.“ Der 23. April bietet also eine echte Möglichkeit, den mit bloßem Auge unsichtbaren Uranus aufzuspüren – einfach die Venus als Wegweiser für das Fernglas nutzen! Bereits am 19. April gesellt sich die zunehmende Mondsichel zur Venus – ein besonders schöner Anblick am Abendhimmel.
Sternschnuppen der Lyriden sind im April am Himmel zu sehen
Schon einige Tage vorher – etwa ab dem 16. April – sind die Lyriden aktiv. Seinen Höhepunkt erreicht der jährlich wiederkehrende Sternschnuppenstrom in der Nacht auf den 22. April. Der Radiant – der scheinbare Ausgangspunkt der Sternschnuppen – steht um Mitternacht hoch am Himmel. Es handelt sich um die Region nahe dem hellen Stern Wega im Sternbild Leier (lateinisch: Lyra). Der Mond ist zu diesem Zeitpunkt nur zu etwa einem Drittel beleuchtet und stört kaum.
Die Lyriden sind besonders schnelle Sternschnuppen: Mit durchschnittlich 49 km/s (das entspricht 176.400 km/h) rasen sie durch die Erdatmosphäre. Ihr Ursprung ist der Komet C/1861 G1 (Thatcher), dessen Trümmerspur die Erde jedes Jahr im April durchquert – ein faszinierender Blick in die Vergangenheit unseres Sonnensystems. Erwartet werden zum Maximum im April 2026 etwa 18 Sternschnuppen pro Stunde bei perfekten Bedingungen – in der Praxis dürften es eher weniger sein.
Jupiter verabschiedet sich langsam vom Himmel
Seit Monaten kann man den Jupiter hoch am Himmel sehen – doch langsam beginnt er, sich zu verabschieden. Im April ist er noch in der ersten Nachthälfte zu sehen – und das immer noch sehr hell und prominent. Am 22. April bekommt er Besuch von der zunehmenden Mondsichel. Während die Zwillinge, das Sternbild, in dem sich der Jupiter aufhält, weiter am Himmel sichtbar bleiben, verabschiedet sich der Orion – das Prunkstück des Winterhimmels – vom Firmament. Im April ist das auffällige Sternbild kaum noch zu erkennen, und auch der helle Stern Sirius ist bereits unter dem Horizont verschwunden.
Dafür treten die Frühlingssternbilder ins Rampenlicht: Der Große Wagen thront im Zenit, im Süden ist der Löwe gut zu sehen. Besonders lohnenswert ist ein Blick auf das sogenannte Frühlingsdreieck, das aus drei hellen Sternen besteht: Arktur im Sternbild Bärenhüter, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau. Die Jungfrau ist im Südosten zu finden und gehört – wie der Löwe – zu den 13 Tierkreissternbildern, durch die die Sonne im Jahresverlauf wandert.
Drei Planeten bleiben am April-Himmel unsichtbar
Wer genau hinschaut, bemerkt einen Farbunterschied: Arktur strahlt warm-rötlich, während Spica bläulich-weiß leuchtet. Das verrät, dass Spica an ihrer Oberfläche heißer ist als Arktur – und mit 250 Lichtjahren Entfernung auch deutlich weiter weg. Was das bloße Auge nicht verrät: Spica ist in Wirklichkeit ein Doppelstern.
Leider bleiben Merkur, Mars und Saturn im April für Beobachter in unseren Breiten unsichtbar. Besonders ärgerlich: Am 20. April treffen sich Merkur, Mars und Saturn am Himmel – ein seltenes Trio. Himmelsfans in Deutschland werden es nicht beobachten können. (Quellen: Kosmos Himmelsjahr 2026, eigene Recherche, IMO Meteor Shower Calendar) (tab)