Putins schmerzhafte Niederlage – wichtiger Schiffskonzern schreibt rote Zahlen
Uns auf Google folgenRussland leidet unter verschärften Sanktionen. Ein bedeutender Schiffskonzern spürt die Folgen. Dieser kann nicht mehr gewinnbringend arbeiten.
Moskau – Seien es der Job-Abbau bei einer großen Werft, drastische Verluste an der Moskauer Börse oder Verluste durch schwächere Öl-Verkäufe: Russland kämpft an mehreren Fronten einen Krieg gegen sich verschlechternde Wirtschaftszahlen. Sogar Mega-Konzerne wie Gazprom mussten im Jahr 2025 bereits viele Mitarbeiter entlassen. Jetzt hat auch ein wichtiger Reedereikonzern Probleme.
Schiffbauer meldet deutlichen Einbruch – Sanktionen schwächen Russlands Wirtschaft
Sovcomflot, die größte Reederei in Russland und Hauptbetreiber seiner Tankflotte, hat drastische Verluste zu beklagen. Für das erste Halbjahr 2025 berichtete das Unternehmen einen Nettoverlust von 435 Millionen US-Dollar (Januar bis Juni 2025) und machte dafür auch westliche Sanktionen verantwortlich. Diese belasten das Geschäft erheblich. Zum Vergleich: Ein Jahr vorher hatte der Konzern, der sich im russischen Staatsbesitz befindet, noch Profite über 324 Millionen US-Dollar berichtet.

Der Umsatz sei um 39 Prozent auf 618 Millionen Dollar gesunken. Erträge aus dem Schiffsbetrieb hätten sich halbiert und betrügen nurmehr 306 Millionen Dollar, berichtete die Moscow Times. Dabei berief sie sich auf den Geschäftsbericht des Unternehmens. Einst galt Sovcomflot als Eigner der weltgrößten Flotte an Aframax-Klasse-Öltankern – aber seit Beginn der westlichen Sanktionen gegen Russland musste die Reederei ihre Geschäfte scharf zurückfahren.
Im Januar 2025 hat Washington der Reederei ihre Berechtigung entzogen, die Flotte zu betreiben, und auf Dutzende seiner Schiffe neue Sanktionen gelegt. In vielen Fällen mussten diese lange tatenlos bleiben, die Frachtraten gingen zurück. Andrei Chernov, Analyst von Freedom Finance Global, geht davon aus, dass allein die durch diese Maßnahmen verursachte Abschreibung von Vermögenswerten sich auf rund 29,8 Milliarden Rubel beliefen (317,1 Millionen Euro).
Schattenflotte soll Sanktionen umschiffen – und Russlands Wirtschaft stützen
Sovcomflot ist dabei wohl unter anderem die Nähe zu einem wichtigen Werkzeug des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Verhängnis geworden: zur Schattenflotte. Diese hatte der Kreml aufgebaut, nachdem der Westen die ersten Sanktionen gegen russische Exporte eingesetzt hatte. Vorrangig ging es dabei um Ölexporte. Über einer gewissen Preisgrenze durften westliche Unternehmen dieses Öl aus Russland nicht mehr annehmen.
Die Lösung: Russland baute eine Flotte aus meist veralteten Tankschiffen auf, die unter falscher Flagge fahren und gerne mal die Schiffsortungssoftware abschalten, um zu verschleiern, woher sie kommen und was sie verschiffen. Schiff-zu-Schiff-Transfers auf See und verfälschte GPS-Positionierung gehören ebenfalls ins Repertoire dieser Schiffe. Neben der Vermeidung von Sanktionen sind diese Schiffe angeblich auch für Spionage und Sabotage zuständig.
Was Sovcomflot damit zu tun hat? Schon früh berichtete das Europäische Parlament davon, dass Russland vor dem 5. Dezember 2022 bereits rund 90 Tankschiffe aus Sovcomflots Besitz in ein neues Management verschoben hatte. Die neuen Eigentümerfirmen saßen beispielsweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Trotz dieser Tricks hatte die EU Sovcomflot-Schiffen die Einfahrt in ihre Häfen verweigert. Auch das Vereinigte Königreich hatte das Unternehmen sanktioniert, während Washington schon 2023 Restriktionen auf Sovcomflots finanzielle Aktivitäten gelegt hatte.
Putins Schattenflotte unter Druck – Öl-Einnahmen brechen ein
Die Schattenflotte ist westlichen Sanktionsschmieden seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Immer wieder war es Putin gelungen, teure Ressourcen nach Europa zu bringen, aller Sanktionen zum Trotz. Sekundärsanktionen, aufgelegt von den USA, hatten jedoch zu Jahresbeginn 2025 dazu geführt, dass selbst Putins Verbündete Indien und China bestimmte Häfen für Russland geschlossen hatten.
Russlands Kriegswirtschaft kämpft derzeit mit einer Hiobsbotschaft nach der anderen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass eine große russische Werft rund 70 Prozent ihrer Belegschaft an einem wichtigen Standort entlassen muss. Die Gewinne aus Ölverkäufen gingen drastisch zurück. Außerdem kämpft Russlands Kohleindustrie mit Problemen.