Elektronische Patientenakte ist gestartet: Was Sie jetzt wissen müssen

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Von: Barbara Weber

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Ab dem 29. April läuft die elektronische Patientenakte deutschlandweit. Was bietet sie, wo sind die Risiken? Das Wesentliche zur ePA im Überblick.

Die elektronische Patientenakte (ePA) soll ab dem 29. April bundesweit verfügbar sein. Ab dem 1. Oktober soll sie für alle Arztpraxen, Psychotherapeuten und Kliniken verpflichtend sein. Das bedeutet: Jeder gesetzlich Krankenversicherte sollte inzwischen eine ePA haben und Arztpraxen sollen diese auch befüllen können. So die Theorie.

Was es in der Realität für Sie bedeutet und was Sie grundsätzlich zur ePA wissen sollten, hat Finanztip hierfür Sie zusammengefasst.

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Welche Vorteile bringt die elektronische Patientenakte?

Die ePA ist eine digitale Akte, in der Ihre medizinischen Daten gesammelt werden – zum Beispiel Befunde, Diagnosen, Laborwerte oder Arztbriefe. Sie ermöglicht, dass Ihre gesamte Krankengeschichte per Knopfdruck verfüg- und einsehbar ist.

Zu sehen ist eine Hand, die ein Stethoskop mit Aufschrift ePA und Äskulapstab-Symbol hält. Symbolfoto elektronische Patientenakte
Die elektronische Patientenakte startet. Erfahren Sie kurz und verständlich, was die ePA ist, wie sie funktioniert und warum sie wichtig ist. © IMAGO / Christian Ohde

Ärztinnen und Ärzte können also auf einen Blick einsehen, was andere Praxen schon festgestellt oder verschrieben haben. Sie müssen Unterlagen nicht mehr “mitschleppen” und Medikamente und Behandlungen können besser aufeinander abgestimmt werden.

Welche Nachteile gibt es bei der ePA?

Vor allem die Datenschutzrisiken sorgen für Kritik. Zwar ist der Zugriff stark geregelt und Sie können selbst entscheiden, welche Praxis welche Daten sehen darf – aber die Daten liegen zentral gespeichert, und das Risiko von Datenlecks oder Missbrauch bleibt bestehen.

Volle Kontrolle nur per App

Hinzu kommt, dass Sie nur mit der App Ihrer Krankenkasse volle Kontrolle über die Sichtbarkeit Ihrer Gesundheitsdaten haben. Ohne die App sehen Sie nicht, welche Informationen gespeichert werden oder wer darauf zugreift. Im Zweifel können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte Ihre gesamte Krankengeschichte einsehen, auch wenn Sie das nicht möchten.

Finanztip rät Ihnen daher, die ePA nur dann zu nutzen, wenn Sie auch die App Ihrer Krankenkasse haben möchten. Zwar können Sie auch über die Ombudsstelle Ihrer Krankenkasse Einsicht in die ePA beantragen. Das ist aber umständlich und ersetzt nicht die einfache Steuerung per App. Dort können Sie Berechtigungen einstellen und genau festlegen, welche Praxis welche Daten sehen darf.

Sie möchten die ePA nicht nutzen?

Dann müssen Sie ihrer Einrichtung aktiv widersprechen – am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse. Sie können auch die Löschung Ihrer bereits erstellten ePA beantragen. Das geht mit dem Widerspruchsschreiben Ihrer Krankenkasse – bei den meisten Krankenkassen inzwischen auch online.

Worauf Sie beim nächsten Arztbesuch achten sollten

Stecken Sie Ihre Gesundheitskarte ins Lesegerät, sollte die Praxis automatisch Zugriff auf Ihre ePA haben – es sei denn, Sie entziehen ihr die Berechtigung in der App oder direkt in der Praxis. Sie muss Sie nämlich darüber informieren, wenn sie Befunde und Diagnosen in Ihre ePA speichert – entweder mündlich oder durch einen Aushang.

Im Zweifel sollten Sie nochmal nachfragen. Gerade zu Beginn der bundesweiten Einführung wird höchstwahrscheinlich nicht alles glatt laufen. Sie sollten also im Blick behalten, ob und welche Daten Ihre Ärztinnen und Ärzte in die ePA hochladen.

Seien Sie besonders vorsichtig bei sensiblen Informationen, etwa zu psychischen oder sexuell übertragbaren Krankheiten. Bei solchen Diagnosen sollten Sie gut abwägen, ob sie in der ePA landen sollen. Möchten Sie das nicht, können Sie direkt in der Praxis Bescheid sagen.

Was passiert, wenn Sie die Krankenkasse wechseln?

Ihre ePA wird automatisch übernommen. Sie müssen nichts weiter tun, als sich in der ePA-App Ihrer neuen Kasse erneut zu registrieren

Und wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Die ePA reicht nicht aus, um die Gesundheitsfragen beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu beantworten. Sie ist nicht vollständig und ersetzt keine lückenlose Darstellung Ihrer Krankengeschichte – vor allem, wenn Sie Praxen von Ihrer ePA ausschließen.

Möchten Sie eine BU abschließen, müssen Sie die Unterlagen (Befunde, etc.) der vergangenen fünf Jahre direkt bei Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten anfordern.

Unabhängig davon bietet die App Ihrer Krankenkasse aber einiges: Sie können mit ihr zum Beispiel Rechnungen digital einreichen und Erstattungen anfordern. Welche Krankenkassen diesen Service anbieten, sehen Sie in der GKV-Vergleichstabelle von Finanztip auf einen Blick – unter anderem unsere Empfehlungen HKK, TK, Audi BKK, BKK Firmus und Energie-BKK.

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Dieser Artikel liegt IPPEN.MEDIA im Zuge einer Kooperation mit Finanztip, Deutschlands führendem Geldratgeber, vor – das Original zu diesem Beitrag „Elektronische Patientenakte ist da: Was Du jetzt wissen musst“ stammt aus dem wöchentlichen Finanztip Newsletter vom 25. April 2025.

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