Bis zu 500 Euro Bußgeld: Venedig verschärft Strafen für Touristen-Vergehen
Uns auf Google folgenDie italienische Lagunenstadt greift durch: Touristen bekommen bei Fehlverhalten hohe Bußgelder auferlegt. Auch Zutrittsverbote sind möglich.
Venedig – Die Stadt Venedig hat die Strafen für Touristen verschärft, die in den Kanälen schwimmen. Diese Maßnahme ist Teil des Vorgehens gegen unangemessenes Verhalten in der historischen Lagunenstadt in Italien. Der Stadtrat genehmigte Bußgelder von bis zu 500 Euro für Verstöße wie das Springen in Kanäle, das oberkörperfreie Gehen durch die Gassen oder das Fahren mit nicht zugelassenen Fahrzeugen, berichtet The Guardian. Wiederholungstäter drohen zudem zeitweilige Zutrittsverbote. Ähnlich geht eine beliebte Italien-Region gegen „unhöfliche Touristen“ vor.

Die Maßnahmen folgen auf mehrere Vorfälle im Sommer. Anfang dieses Monats wurde ein 30-jähriger britischer Tourist mit einer Geldstrafe von 350 Euro belegt, nachdem er in der Nähe der Rialtobrücke in den Canal Grande gesprungen war, schreibtThe Independent. Seine 26-jährige rumänische Begleiterin, die vom Ufer aus filmte, erhielt ebenfalls eine Strafe von 100 Euro.
Baden verboten: Härtere Strafen für Touristen in Venedig
Die örtliche Polizei erklärte, beide hätten Warnungen ignoriert und den Verkehr auf einer der belebtesten Wasserstraßen von Venedig gestört. Bürgermeister Luigi Brugnaro betonte, dass die strengere Durchsetzung der Regeln die Lebensqualität der Einwohner schützen und den Ruf der Lagunenstadt als Kulturdenkmal bewahren solle, so The Guardian. Er bezeichnete das Schwimmen in den Kanälen als gefährlich, unhygienisch und respektlos.
Venedig setzt seit Langem einen touristischen Verhaltenskodex („Code of Conduct“) durch. Die Behörden argumentieren, dass zunehmendes Fehlverhalten – vom Schwimmen in den Kanälen bis zum rücksichtslosen Umgang mit Rollern – strengere Vorschriften erforderlich gemacht habe. Die Kanäle sind Wasserstraßen, die von Booten und Fähren genutzt werden, und keine Freizeitschwimmbecken, heißt es in einem Bericht von CNN.
Bürgermeister mit klarer Ansage an Touristen: Venedig „verdient Respekt“
Das Schwimmen berge sowohl Sicherheits- als auch Gesundheitsrisiken für die Öffentlichkeit. Das Vorgehen erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Stadt weiterhin den Massentourismus steuert, der jährlich rund 20 Millionen Besucher anzieht. Venedig hat bereits in Spitzenreisezeiten versuchsweise tägliche Eintrittsgebühren eingeführt und die Besucherlenkung an wichtigen Sehenswürdigkeiten verschärft.
Trotz der strengeren Strafen betonen städtische Beamte, dass Venedig respektvollen Touristen weiterhin offen und einladend gegenübersteht. „Venedig ist ein Schatz der Menschheit und verdient Respekt“, sagte Bürgermeister Brugnaro laut The Guardian. Um wiederum die Touristen zu schützen, fordert der Präsident von Venetien drastische Maßnahmen gegen Gauner in der Lagunenstadt. (Quellen: The Guardian, The Independent, CNN) (Redaktion)