Tuberkulose-Fälle steigen in Deutschland – Unbehandelt ist sie die tödlichste Infektionskrankheit

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Von: Sophia Lother, Romina Kunze

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Die Symptome sind unscheinbar, die Folgen können tödlich sein: Tuberkulose ist zurück, auch in Deutschland. Gefährlich wird es, wenn sie unentdeckt bleibt.

Frankfurt – Jahrelang waren die Fallzahlen in Deutschland rückläufig, nun verzeichnet das Robert-Koch-Institut wieder einen Anstieg bei Tuberkulose-Erkrankungen. Zwischenzeitlich wurde die noch immer weltweit tödlichste Infektionskrankheit vom Corona-Virus verdrängt. Seit 2023 ist die Tuberkulose wieder zurück an der Spitze.

Die Zahl der Fälle nimmt zu – auch in Deutschland. Und vor allem aufgrund des trügerischen Krankheitsbildes ist das nicht ungefährlich. Doch auch eine neue Studie zur Lebenserwartung durch Corona bereitet Sorgen.

„Krankheit von großer Relevanz für die öffentliche Gesundheit“: RKI blickt besorgt auf Tuberkulose-Zahlen

In einem Artikel, der 2019 im Wissenschaftsjournal The Lancet veröffentlicht wurde, unterstrichen Experten: „Tuberkulose ist nach wie vor die häufigste Todesursache durch eine Infektionskrankheit bei Erwachsenen weltweit“. Obwohl das Niveau immer noch vergleichsweise niedrig ist, steigen die Tuberkulose-Infektionszahlen auch in Deutschland wieder an.

„Tuberkulose ist international, aber auch in Deutschland immer noch eine Krankheit von großer Relevanz für die öffentliche Gesundheit“, erklärte Lars Schaade, Präsident des RKI, in einer Mitteilung. Ein Überblick verdeutlicht das:

JahrTuberkulose-Fälle in Deutschland
20234481
20224082
20213931
20204159
20194811
Quelle: Pressemitteilung des RKI

Warnzeichen und Symptome einer Tuberkulose-Erkrankung

Das Trügerische: bei 90 Prozent der Erkrankten treten keine Symptome auf, wie gesund.bund.de berichtet, ein Service des Bundesministeriums für Gesundheit. In diesen Fällen kann das Immunsystem zwar selbstständig mit den Bakterien umgehen. Die Bakterien werden in einigen Fällen eingekapselt und können jahrelang überleben.

Macht sich die Krankheit jedoch bemerkbar, können die Symptome leicht für andere Ursachen gedeutet werden. So sprechen anhaltender Husten und Erschöpfung häufig zunächst für einen grippalen Infekt, können aber auch Anzeichen einer Tuberkulose sein. RKI-Präsident Schaade betont: „Bei länger bestehendem Husten sollte auch an Tuberkulose gedacht und entsprechend den bestehenden Empfehlungen durch eine Röntgenuntersuchung der Lunge weiter untersucht werden“.

Am häufigsten sei die Lunge betroffen, Tuberkulose kann aber auch andere Organe befallen. Laut gesund.bund.de können neben länger anhaltendem Husten folgende unspezifische Symptome auf Tuberkulose hinweisen:

  • Leichtes Fieber
  • Schwäche und Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Nachtschweiß
  • Allgemeinbefinden ist eingeschränkt
  • Appetitmangel

Tuberkulose-Fälle in Deutschland steigen wieder: Diese Personengruppen sind besonders gefährdet

Kommt es bei Tuberkulosen-Infizierten zum Ausbruch, geschieht das meistens in den ersten zwei Jahren nach einer Infektion. Die Krankheit kann aber auch Jahrzehnte später noch auftreten. Wie das RKI informiert, erfolgt die Infektion fast immer durch das Einatmen von Aerosolen, es handelt sich wie beim Corona-Virus auch um eine Tröpfchen-Infektion. Allerdings ist die Inkubationszeit mit durchschnittlich sechs bis acht Wochen deutlich länger als bei Covid-19 (vier bis sechs Tage).

Vor allem die Lungen wird von einer Tuberkulose befallen. (Symbolfoto)
Vor allem die Lungen wird von einer Tuberkulose befallen. Doch auch auf andere Organe kann sie sich auswirken. (Symbolfoto) © Imago

Dementsprechend sind vor allem Menschen gefährdet, die engen und langen Kontakt zu Personen mit einer ansteckungsfähigen Lungentuberkulose hatten, so das RKI. Weitere Risikofaktoren sind: „Menschen mit unzureichend behandelter früherer Tuberkulose-Erkrankung. HIV, Rauchen, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Unterernährung, Diabetes mellitus und Lebensumstände wie Obdachlosigkeit, ein früherer Haftaufenthalt und Armut“.

Eine Tuberkulose-Erkrankung ist laut RKI besonders gefährlich für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, wie Personen in immunsuppressiven Therapien, mit Immundefekt oder im höheren Lebensalter. Eine RKI-Analyse der demografischen Daten habe auch gezeigt, dass Männer fast doppelt so oft an einer Tuberkulose erkranken als Frauen. Die höchsten Inzidenzen sei bei jungen Erwachsenen in der Altersgruppe der 20- bis 24-­Jährigen (10,1) und der 25- bis 29-Jährigen (10,3) registriert worden.

Zahlenmäßig die tödlichste Infektionskrankheit: Tuberkulose ist ein menschengemachtes Problem

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten 2023 weltweit 10,6 Millionen Menschen an Tuberkulose, 1,3 Millionen starben daran. Im Jahr 2021 verzeichnete das RKI 112 Todesfälle. In den meisten Fällen ist sie mit Medikamenten heilbar. Wenn sie nicht behandelt wird, ist sie in etwa der Hälfte der Fälle tödlich. Mangelnder Zugang zu medizinischer Versorgung und generelle Armut führen jedoch dazu, dass es immer noch viele vermeidbare Todesfälle gibt.

„Es ist unsere Entscheidung, dass 1,6 Millionen Menschen an Tuberkulose sterben. Wir können nicht mehr sagen, dass ein Bakterium diese Menschen tötet. Die Realität ist, dass menschengemachte Systeme die Ursache für diese Todesfälle sind“, erklärte der Autor und Podcaster John Green bereits 2023 in einer Rede vor den Vereinten Nationen. Fachkräfte befürchten jedoch, dass Tuberkulose Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt.

Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

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