„Es gibt einen großen Ausbruch“: Niederlande warnen vor Ausbreitung der Blauzungenkrankheit

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Von: Anna Laura Müller

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Vor allem Schafe und Rinder sind von der Blauzungenkrankheit betroffen, die sich in den Niederlanden ausbreitet. Auch Deutschland meldet erste Fälle.

Den Haag/Luxemburg – Anfang September wurden erste Fälle der sogenannten Blauzungenkrankheit in den Niederlanden nachgewiesen. Mittlerweile sind bereits mehr als 2500 holländische Betriebe von der meldepflichtigen Viruserkrankung betroffen. Die tritt vor allem bei Wiederkäuern wie Schafen, Rindern und Ziegen auf. Der niederländische Agrarminister Piet Adema hat deswegen bei einem Agrarratstreffen in Luxemburg vor einer weiteren Ausbreitung gewarnt. Und auch in Deutschland werden erste Fälle bekannt.

Warnungen vor Ausbreitung der Blauzungenkrankheit – vor allem Schafe und Rinder von Virus betroffen

Ein Schaf in einem Gehege.
Die ersten aktuellen Fälle der Blauzungenkrankheit in Deutschland wurden bei Schafen nachgewiesen. © Maximilian Koch/Imago

Eigentlich galt Deutschland seit 2021 als seuchenfrei von der viralen Infektionskrankheit, die für Menschen ungefährlich ist. Aber am 13. Oktober 2023 bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) die Wiederkehr der Infektion auch hierzulande. Bei Schafen in einem Betrieb im Kreis Kleve in Nordrhein-Westfalen konnte die Blauzungenkrankheit vom Labor des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit nachgewiesen werden.

Am 23. Oktober hat dann auch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen amtlichen Verdacht der Blauzungenkrankheit geäußert. Eine Untersuchung von Proben aus einem Betrieb im Landkreis Ammerland war positiv ausgefallen. Eine Bestätigung des FLI stehe in diesem Fall noch aus, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

In einer gemeinsamen Stellungnahme mit Deutschlands Landwirtschaftsminister Cem Özdemir und dem belgischen Amtskollegen David Clarinval, machte Adema das Ausmaß der aktuellen Verbreitung deutlich. „Es gibt einen großen Ausbruch“, sagte der Agrarminister über die Situation in den Niederlanden. Der Grünen-Politiker Özdemir, betonte zudem, dass der einzig effektive Schutz vor der Seuche eine Impfung sei. Nur so könnten Handelsbeschränkungen vermieden und das Leid von Tieren verhindert werden. Noch gibt es keinen zugelassenen und angepassten Impfstoff für die Blauzungenkrankheit des aktuellen Serotyps 3.

Übertragung der Blauzungenkrankheit über blutsaugende Mücken

Das Virus wird nach Angaben des FLI nicht direkt von Tier zu Tier übertragen, sondern über kleine, blutsaugende Mücken. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erläutert auf ihrer Webseite, dass die Blauzungenkrankheit zu „erheblichen Schäden an Viehbeständen führen“ kann. Außerdem handele es sich um eine grenzüberschreitende Krankheit, weswegen nationale Maßnahmen zur Eindämmung ihrer Ausbreitung nicht ausreichend seien.

Während in Deutschland zuletzt vor allem immer wieder von Wolfsangriffen die Rede war, die eine Gefahr für Schafe darstellen, ist die Blauzungenkrankheit keine völlig unbekannte Bedrohung. Bereits 2019 bereitete ein Ausbruch der Viruserkrankung den Viehaltern große Sorgen. Damals war zunächst auch kein Impfstoff verfügbar. (alm/dpa)

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