Tierexpertin klärt auf, ob Katzen ernsthaft an die Leine gehören
Uns auf Google folgenDie einen schwärmen von verschmusten Stubentigern, die anderen bezichtigen sie der Ausrottung ganzer Arten. Was stimmt – und was ist die Konsequenz?
Als süße Flauschkugeln auf dem Sofa oder als drollige Memes im Netz, wir lieben Katzen. Schätzungen zufolge leben allein in Deutschland etwa 15 Millionen Samtpfötchen. Doch eine neue Auswertung von etwa 500 Studien zeichnet ein anderes Bild von den beliebten Haustieren. Demnach gehören Katzen zu den problematischsten invasiven Arten der Welt. Sie bedrohen angeblich sogar die Artenvielfalt.
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Katzen verantwortlich für das Aussterben vieler Tiere
Die Analyse von Kotproben ergab, dass Katzen kulinarisch breit aufgestellt sind und jedes Tier fressen, das sie erbeuten können. Insgesamt seien darin über 2000 Arten von Beutetieren weltweit erfasst. Laut der Forscherinnen und Forscher sei vor allem der hohe Anteil gefährdeter Arten besorgniserregend.
Katzen werden demnach mit dem Aussterben zahlreicher Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten in Verbindung gebracht. 347 (17 Prozent) der für die Studie erfassten Arten seien in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) aufgeführt.
Aber nicht nur der Speiseplan der Vierbeiner alarmiert das Forschungsteam. Sie übertragen auch Krankheiten auf Wildtiere und verdrängen andere Arten. Es bedürfe dringend mehr Maßnahmen und Initiativen zur Reduzierung der Auswirkungen frei laufender Katzen.

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Nabu empfiehlt, Hauskatzen in den Morgenstunden nicht ins Freie zu lassen
Schon vor Erscheinen der neuen Studienergebnisse warnte der Naturschutzbund Deutschland e. V. (Nabu) vor der Bedrohung der Vogelbestände durch Katzen. Vor allem in Siedlungsbereichen sei die Zahl der Katzen groß und in den Gärten gebe es eine hohe Singvogeldichte. Dadurch hätten Katzen eine große Auswahl an Amseln, Finken, Rotkehlchen, Meisen und anderen Gartenvögel.
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Nabu-Vogelexperte Lars Lachmann sagt: „Wenn Katzenbesitzer und -besitzerinnen konsequent dafür sorgen würden, dass sich ihre Katze von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, wäre den Vögeln schon sehr geholfen.“ Stubentiger, die auch wirklich in der Stube bleiben, sind demnach die Lösung.
Doch viele Katzen, gerade auf dem Land, verbringen viel Zeit im Freien. Und Menschen, die Katzen halten, haben schon das eine oder andere „Geschenk“ in Form eines erbeuteten Tieres vor der Türe gefunden. Debatten um Freilaufverbote und sogar Leinenzwang für Hauskatzen kochten in der Vergangenheit hoch. Was ist die Lösung? Wir haken beim deutschen Tierschutzbund nach.
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Menschen schieben Katze die Schuld zu
Vögel, Reptilien- und Amphibienarten seien vielmehr durch den Schwund oder die aktive Zerstörung ihrer Lebensräume betroffen, als durch Katzen, erklärt Lea Schmitz vom deutschen Tierschutzbund BuzzFeed News Deutschland. Dabei stehe vor allem der Mensch als Verursacher im Vordergrund. Den Katzen würde man aber gerne die Schuld geben.
Außerdem seien gefährdete Vogelarten kaum betroffen, sagt Schmitz. „Katzen vermeiden wie alle Beutegreifer einen hohen Jagdaufwand, das heißt, sie jagen vor allem Tierarten, die häufig sind und relativ gut gefangen werden können. Sie erbeuten vor allem Mäuse, wie zahlreiche Studien belegen.“ Wenn doch Vögel den Vierbeinern zum Opfer fallen, betreffe es laut Schmitz vorwiegend weitverbreitete Arten.
Tierschutzbund hält Ergebnisse für „Panikmache“, Streunerkatzen sind das eigentliche Problem
Dass frei laufende Katzen ganze Tierarten gefährden, hält sie für „Panikmache“. Es sei davon auszugehen, dass Straßenkatzen die „Hauptverursacher“ unter den Vierbeinern sind, da sie sich ihre Nahrung selbst beschaffen müssen. Eine Kastrationspflicht für Katzen mit Freigang sowie Kastrationsaktionen für Straßenkatzen sind laut Schmitz das richtige Mittel, um die Population der Tiere zu verringern.
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