Wegen Streik der Geldboten: Am Feiertag könnte das Bargeld ausgehen
Uns auf Google folgenWeil Angestellte in Geld- und Werttransportunternehmen streiken, könnten Konsumenten aktuell mit Bargeldknappheit konfrontiert werden.
München – Wer sich am Feiertag (3. Oktober) und dem für viele darauffolgenden verlängerten Wochenende noch mit Bargeld eindecken möchte, könnte Pech haben. Die Gewerkschaft Verdi rief die Beschäftigten der Geld- und Werttransportunternehmen zu bundesweiten Warnstreiks auf. Die Folge: zahlreiche Geldautomaten in Deutschland können zurzeit nicht mit frischen Scheinen aufgefüllt werden.
Banken warnen: Warnstreik könnte mancherorts zu Bargeld-Knappheit führen
Während am Dienstag (1. Oktober) noch alle Bundesländer betroffen gewesen sein sollen, gilt der Warnstreik am Mittwoch noch für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen. In einer E-Mail, die der Bild-Zeitung vorliegt, warnen Banken bereits vor einer Unterversorgung mit Banknoten.
„Die Streikmaßnahmen können die gewohnte Versorgung der Geldautomaten sowie unserer Bankfilialen mit Bargeld gefährden“, soll eine Warnung der Oldenburgischen Landesbank an die Kundschaft lauten. Betroffen sind aber längst nicht alle Geldinstitute: „Banken und Sparkassen sind auf die Streiks vorbereitet“, sagt Thomas Rienecker, Sprecher der Deutschen Kreditwirtschaft, dem MDR.

Wie Supermarktleiter zudem gegenüber focus.de mitteilten, hätten manche Filialen selbst Schwierigkeiten, „genügend Wechselgeld zu bekommen“. In Supermärkten würden Kunden am Mittwoch demnach zu vermehrten Kartenzahlungen aufgerufen, wie ein Berliner Edeka-Filialleiter offenbart. Bei der Behebung von Bargeld im Supermarkt sollten Kunden generell einiges beachten.
Droht Bargeld-Engpass? Hintergrund des Streiks sind laut Gewerkschaft verschlechterte Arbeitsbedingungen
In der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für rund 10.000 Beschäftigte im Geld- und Werttransport habe die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) „kein akzeptables Angebot“ vorgelegt, kritisierte die Gewerkschaft. Stattdessen habe die Arbeitgeberseite „an ihren Forderungen festgehalten, die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern“, und nur geringfügige Lohnerhöhungen angeboten, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Sonja Austermühle. „Das ist völlig inakzeptabel und provoziert einen Streik.“
Die Gewerkschaft fordert einen Überstundenzuschlag, ein bundeseinheitliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld jeweils in Höhe eines halben Brutto-Monatsgehalts sowie einen Urlaubsanspruch von 31 Tagen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 17. und 18. Oktober 2024 in München geplant. Dann könnten die nächsten Streiks drohen. (jm/AFP)