Wegen Kritik am Service: Restaurant verhängt kurzerhand „Meckergebühr“

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Von: Julia Hanigk

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Ein Restaurantgast ist erstaunt über eine unübliche Belastung auf seiner Rechnung. Weil er Kritik äußerte, musste er draufzahlen.

Hamm – Für das Servicepersonal sind sie ein Albtraum: Gäste, die bereits beim Betreten des Lokals anfangen zu nörgeln. Von unbequemen Möbeln bis hin zu unfreundlichen Tischnachbarn wird alles bemängelt. Die Hartnäckigsten verlangen oft sofort nach dem Manager. Doch manchmal ist es fraglich, ob eine Beschwerde wirklich notwendig ist oder ob man es einfach hinnehmen sollte. Ein Beispiel dafür ist eine falsche Essensbestellung.

Ein Vorfall in einem italienischen Restaurant veranschaulicht dies. Ein Gast bestellte eine Käse-Pizza mit Peperoni und ein Bier. Doch die Kellnerin brachte ihm nicht das gewünschte Getränk. „Ich bestellte ein Miller Light und sie [die Kellnerin] gab mir ein Bud Light. Aber da sie das Bud Light bereits geöffnet hatte, als sie auf meinen Tisch zuging, konnte sie es nicht einfach austauschen“, berichtete der Gast aus Indiana, USA, laut nypost.com. Manch einer hätte die Situation vielleicht ignoriert, doch dieser Gast bestand auf seinem bestellten Bier, was der Kellnerin offenbar nicht gefiel.

Wegen Beschwerde: Restaurant berechnet „Meckergebühr“ für Gast

Zu seiner Überraschung entdeckte der Gast auf seiner Rechnung mehrere Einträge. Drei Miller Light Biere wurden ihm berechnet, dann wurde der Preis eines Bieres zur Hälfte abgezogen, mit dem Vermerk „offener Posten“. Der Eintrag „Wasser“, der nichts kostete, mag für einige Deutsche kurios erscheinen, da Wasser hier oft teuer ist. Manchmal zahlt man sogar leere Gläser. Doch der Posten, der auf Reddit für Belustigung sorgte, war die „bitching fee“ – auf Deutsch „Meckergebühr“. Diese Gebühr betrug stolze fünf Dollar (etwa 4,40 Euro).

Obwohl die Echtheit der Rechnung nicht endgültig bestätigt werden kann, gibt es keine Hinweise auf eine Fälschung. Ein anderes Restaurant hatte ebenfalls versucht, einen Gast mit der Rechnung zu übervorteilen.

Die zusätzliche Arbeit für das Personal führte offenbar zu so viel Unmut, dass sie diese als Gebühr in Rechnung stellten. In den Kommentaren unter dem Post machten sich Nutzer darüber lustig, denn das Veröffentlichen der Rechnung könnte als erneutes Meckern gelten. „Wenn du dich über diese Gebühr beschwerst, erhältst du dann eine weitere Gebühr?“, fragte jemand. Ein anderer fügte hinzu: „Sie schlagen jedes Mal fünf Dollar auf die neue Gebühr auf, wenn du lästig bist, lol.“ Und: „Meckern über die Meckergebühr? Das ist noch eine Meckergebühr.“

Bloß ein Tippfehler: Einige äußern Theorien zu „Meckergebühr“

Einige Kommentatoren versuchten jedoch, die Situation zu erklären. Eine Person vermutete, der Gast habe sich über „das falsche Bier“ beschwert und „dann das richtige bekommen und der Kellner ihm entweder 50 Prozent erstattet hat, weil er zwei Biere aus der Rotation genommen hat, oder ihn auf den Fehler aufmerksam gemacht hat. Dann haben sie versucht, mit einem bissigen Sonderartikel zwei Dollar zu berechnen, nur damit der Gesamtbetrag stimmt, sind aber versehentlich auf die fünf gekommen, die direkt über der zwei liegt (das ist mir schon oft passiert).“

Für den Eintrag „geöffneter Artikel“ gibt es ebenfalls Erklärungen. „‚Geöffneter Artikel‘ bedeutet nicht, den Artikel buchstäblich zu öffnen. Es bedeutet, dass nach etwas gefragt wurde, für das der Kellner oder Barkeeper keine Taste hat. Die meisten Kassen führen dies als ‚offenen Artikel‘ auf. In diesem Fall sieht es so aus, als hätten sie zwei Dollar abgezogen. Wahrscheinlich aufgrund der Beschwerden.“

Nörgler zahlt Extra-Gebühr und findet es am Ende „verdient“

Der Verfasser des Artikels zieht schließlich folgendes Fazit: Die Bedienung „gab es (das Bud Light, d.Red.) mir umsonst und besorgte mir zusätzlich noch ein Miller. Ehrlich gesagt war da kein Gejammer im Spiel, also weiß ich nicht, was das sollte“. Er fügte hinzu: „Ich habe in meinem Leben schon genug gemeckert, um zu wissen, dass ich es verdient habe. Trotzdem glaube ich nicht, dass ich in diesem Moment gemeckert habe“, so der Bericht laut nypost.com.

Die Frage bleibt: Hat der Gast über die Meckergebühr erneut gemeckert? Die Antwort ist nein. „Ich habe sie nicht einmal darauf aufmerksam gemacht, sondern einfach bezahlt und bin gegangen. Ich bin sicher, sie wäre zutiefst beschämt gewesen, wenn ich das getan hätte“, erklärte der Kunde der Pizzeria. Auch ein anderer Restaurant-Besucher witterte bei seiner Rechnung eine Abzocke. (jh)

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