Lidl passt Einkaufs-Option an – Mehr Kosten für Schnäppchenjäger
Uns auf Google folgenDiscounter Lidl tritt aktiv gegen Lebensmittelverschwendung auf. Eine unerwartete Anpassung im Angebot überrascht jedoch.
Neckarsulm – Einige Discounter bieten mittlerweile Rettungsaktionen für Lebensmittel an, die sonst nur in der Tonne landen würden. Besonders vor Ladenschluss finden Schnäppchenjäger noch mal reduzierte Angebote. Lidl dürfte Kunden nun allerdings mit einer Änderung verärgern.
Lidl bietet Möglichkeiten gegen Lebensmittelverschwendung
Deutschland ist ein großer Produzent von Lebensmitteln. Dazu gehört allerdings auch die Realität, dass viel davon weggeworfen wird, was nicht mehr verkauft werden kann. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) entfallen rund 58 Prozent davon auf private Haushalte, das entspricht etwa sechs von elf Millionen Tonnen. Der Handel wirkt mit sieben Prozent (0,8 Millionen Tonnen) verhältnismäßig unbeteiligt, allerdings: Wo es Angebot gibt, herrscht auch eine Nachfrage.
Einige Supermärkte haben in den vergangenen Jahren Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung eingeführt. Dazu zählt auch Discounter Lidl, der Kunden etwa mit seiner „Rettertüte“ begeistern konnte. Für nur wenige Euro konnte man nicht mehr hundertprozentig perfektes Obst und Gemüse erstehen. Das wird besonders häufig im Lebensmittelhandel weggeworfen. Abends konnten Schnäppchenjäger teils starke Rabatte nutzen, da vor Ladenschluss gerne Produkte reduziert werden, die bald ablaufen. Bei Lidl konnte man sogar die Hälfte gegenüber des Originalpreises sparen. Doch damit soll jetzt Schluss sein.
Lidl streicht große Rabatte bei bestimmten Lebensmitteln
In den vergangenen Wochen waren immer weniger 50 Prozent-Rabatt-Angebote bei Lidl zu finden. Bild fragte beim Konzern nach, dahinter steckt Absicht. Man prüfe „systematisch die Haltbarkeitsdaten der Lebensmittel“, betroffene Lebensmittel werden künftig nur noch mit „20 Prozent“-Aufklebern versehen, heißt es von Lidl-Seite. Zu Gründen wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Das dürfte einige Kunden verärgern, die die Preissenkung nicht nur aus Umweltschutz- sondern auch aus Budgetgründen begrüßt hatten.
Immerhin kann so ein Lebensmitteleinkauf für Geringverdiener dank Inflation und gestiegener Energiekosten ein großes Loch in die Haushaltskasse reißen. Was nun bei Lidl mit aussortierten Waren passiert, ist fraglich. Vermutlich landen sie dennoch in der Tonne. Verboten ist es in Deutschland nicht, etwa krummes oder farblich nicht perfektes Obst anzubieten. Händler entscheiden sich oft eher aus Imagepflege dazu.

Laut Verbraucherzentrale nehmen Händler Lebensmittel mit nahendem Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) oftmals zu früh, mehrere Tage oder sogar bis zu einer Woche vorher, aus den Regalen. Die Organisation spricht sich dafür aus, die Handelsklassen anzupassen, um auf EU-Ebene die Vorgaben für den Abverkauf zu lockern. In Handelsklasse I wird genau geregelt, wie etwa Äpfel, Zitrusfrüchte, Tomaten und Salate in Größe und Qualität aussehen müssen. Produkte der Klasse II dürfen auch Fehler in Optik und Verpackung haben. Gerade im Bio-Bereich kommt es häufiger vor, dass der natürliche Wuchs nicht immer gleich ist.
Tipps für bewusstes Einkaufen
1. Einkauf planen, kleinere Mengen einkaufen
2. Für bald anstehende Mahlzeiten zu Produkten mit kurzen Mindesthaltbarkeitsdaten greifen
3. Auf die Sinne verlassen beim Frischetest (Geruch, Aussehen)
4. Frisches haltbar machen durch Einkochen und Einfrieren
Quelle: Welthungerhilfe
Gerade erst teilte Lidl auf seiner Webseite mit, dass die Preise für einige Nahrungsmittel großflächig in den Filialen des Anbieters gesenkt werden, darunter Fleisch und Butter sowie zeitbegrenzt Bio-Obst und -Gemüse für Kunden des Treueprogramms. Steuert der Discounter so gegen, um seine Kunden weiterhin zu überzeugen?
Backwaren sollen bei Lidl weiterhin ab einer bestimmten Uhrzeit um 30 Prozent reduziert bleiben. Kürzlich verwunderte die Netzgemeinde ein kurioses Preisschild bei Lidl. (diase)