Enorme Preisunterschiede von Kunde in Österreich aufgedeckt: „Die teuersten Einkäufe Mitteleuropas“
Uns auf Google folgenNicht nur die Deutschen ärgern sich über höhere Lebensmittelpreise. Ein Österreicher verdeutlicht, wie hoch die Lebenshaltungskosten bei unseren Nachbarn sind.
Wien – Dank Inflation und Krisenmodus steigen auch die Preise auf lebenswichtige Güter in Europa. Ein Supermarktkunde zeigt, dass es dabei zwischen den einzelnen EU-Ländern allerdings noch einmal deutliche Unterschiede gibt. Welche Gründe das hat.
Supermarkt-Produkte in EU-Zone teilweise doppelt so teuer
Lebensmittel einkaufen ist mittlerweile zur teuren Angelegenheit geworden. Was noch vor ein paar Jahren für den gesamten Wocheneinkauf reichte, bezahlen wir mittlerweile für ein paar Zutaten zwischendurch. Dabei gibt es hilfreiche Tipps, mit Verstand einzukaufen und sich nicht zusätzlich verführen zu lassen. In Europa schlägt die Inflation deutlich zu. Im Januar 2025 ist sie erneut im Vergleich zum Vormonat um 2,5 Prozent gestiegen.
Manche Länder wie Spanien haben in den Krisenjahren allerdings mit einer Steuersenkung gegengesteuert und bewirkt, dass der Aufschlag für die Verbraucher nicht zu heftig ausfällt. In anderen Euro-Ländern scheint das nicht gut zu funktionieren. Ein Netzfundstück zeigt, wie deutlich sich die Preise zwischen den Nachbarn unterscheiden. So postete ein X-Nutzer ein Foto aus einem österreichischen Supermarkt.
Zu sehen: Eine 250-Gramm-Packung Kaffee einer bekannten italienischen Marke. „Dieser Kaffee kostet in Italien zirka 3,50 Euro“ schreibt er unter das Bild. Im betroffenen Supermarkt verlangt der Betreiber 7,99 Euro. Eine bittere Pille für Verbraucher, mehr als doppelt so viel für ein Produkt zahlen zu müssen, dass nur wenige Kilometer entfernt im Nachbarland günstig zu haben ist. Der Kunde will auch wissen, warum das so ist. „Ein Hoch auf das politisch gut vernetzte österreichische Rewe-Spar-Hofer-Monopol, welches uns die teuersten Einkäufe Mitteleuropas beschert“, kommentiert er den Fund.
Supermarkt-Preise durch Konzerne künstlich verteuert?
Österreich hat durchaus mit der Inflation zu kämpfen, liegt mit einer jährlichen Teuerung von 1,8 Prozent allerdings noch unter Deutschland (2,4 Prozent) und dem EU-Durchschnitt von zwei Prozent. Die höchsten jährlichen Inflationsraten haben laut Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, Rumänien mit fünf Prozent sowie Belgien und Estland mit je 4,5 Prozent. Viele Belgier kaufen deshalb mittlerweile im Nachbarland Frankreich ihre Lebensmittel ein.
Treiben also die Konzerne das Problem der Teuerung voran, wie der X-User behauptet? Erzeuger wie Landwirte sehen sich wegen der Pandemie und des Ukraine-Kriegs mit deutlich höheren Preisen für Energie und Düngemittel konfrontiert. Die Preise für das Produkt bestimmt allerdings jeder Händler selbst mit eigens festgelegter Gewinnmarge.

Die unabhängige Verbraucherschutzorganisation Foodwatch sieht Hinweise darauf, dass die hohe Konzentration von Marktmacht auch im deutschen Einzelhandel den fairen Wettbewerb behindert und damit Verbrauchern ebenso wie Erzeugern schadet. Die befürchtete Folge: Preisdruck für Erzeuger, Preisabsprachen und künstlich erhöhte Preise für Verbraucher.
In Deutschland teilen sich vier Konzerne 85 Prozent des Marktes. Hierzulande kosten übrigens 250 Gramm des umstrittenen Kaffees derzeit beim Hersteller im Direktvertrieb über die Webseite 4,99 Euro. Im Angebot ist er (Stand 28. Februar) bei einer namhaften Drogeriekette für 3,79 Euro zu haben. Bei einer in Italien vertretenen Supermarktkette finden wir ein Angebot im Vierer-Pack, das umgerechnet zwar nicht den behaupteten 3,50 Euro entspricht, aber bei etwa 4,10 Euro pro 250 Gramm liegt.
Auch wenn das tägliche Leben teurer wird: Urlaub – wenn auch teurer – lassen sich die Deutschen nicht nehmen, wie aktuelle Buchungszahlen zeigen. (diase)