Aufgrund Krebsrisiko: WHO fordert Warnzeichen für Alkohol

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Von: Diana Serbe

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Genau wie vor Zigaretten soll vermehrt vor Alkohol als Droge gewarnt werden. Ein neuer Report hat konkrete Maßnahmen im Blick.

Kopenhagen – Alkohol gehört in Deutschland für viele zum sozialen Leben dazu – das bleibt nicht ohne Folgen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zieht jetzt die Notbremse und will Konsumenten mit Aufklärung zum Umdenken bewegen. Wie das aussehen soll.

Ab einem bestimmten Alter sollte man auf Alkohol verzichten, so die Empfehlung eines Neurologen.
Die WHO fordert künftig Warnhinweise für Alkohol. © IMAGO

Alkohol soll dem Beispiel von Zigaretten folgen: Warnhinweise auf Produkten

Die Europäer sind trinkfest. Laut WHO soll der Konsum von reinem Alkohol pro Kopf in der EU doppelt so hoch sein wie im Rest der Welt (Stand 2019). Trotz gestiegener Preise und bekannter Risiken für die Gesundheit ist offenbar kein Rückgang in Sicht – für die WHO Grund, zu handeln. Wegen des mit Alkohol in Verbindung gebrachten Krebsrisikos sollen Produkte im Einzelhandel bald mit einem Warnhinweis versehen werden. Das sei eine einfache und kostengünstige Methode, mehr Aufmerksamkeit für ein bekanntes Problem zu erzeugen, so ein aktueller WHO-Bericht.

Laut dem Deutschen Bundestag verwendeten bis 2017 mehr als 100 Länder weltweit diese Schockmethode schon auf Zigarettenpackungen. Besorgniserregend halten Forscher auch die zunehmende Zahl von Lungenkrebs unter Nichtrauchern. Ob die Bilder oder doch der deutlich gestiegene Preis Raucher vom Konsum abschrecken, kann nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. In Studien kam man jedenfalls zu der Erkenntnis, dass die Ekel-Fotos starke emotionale Reaktionen hervorrufen und das Gesundheitswissen der Käufer fördern.

WHO-Regionaldirektor Hans Henri P. Kluge zufolge seien Warnhinweise auf Alkoholflaschen bisher nur in drei von 27 EU-Staaten implementiert. Zur Aufklärung sei das zwingend ausbauwürdig. Ob man dabei nur mit Text oder auch mit Piktogrammen werbe, sei noch offen. Wenn dadurch bereits eine Konversation über Risiken angeregt werde, sei ein erster Schritt getan, so die WHO. Mittels QR-Code könnten Konsumenten dann weitere Informationen über Alkoholkonsum und dessen Folgen abrufen.

Hohes Gesundheitsrisiko: WHO fordert Warnhinweise für Alkohol

Pro Kopf konsumiert jeder Deutsche im Schnitt 10,6 Liter reinen Alkohol pro Jahr – das entspricht mehr als 200 Litern Bier oder Wein. Das sprengt den europäischen Durchschnitt und gehört auch international zum oberen Drittel. Gesellschaftlich wird Trinken hierzulande toleriert und oftmals sogar forciert. Wer dankend ablehnt, gilt oft immer noch als „Spaßbremse“ bei sozialen Gelegenheiten.

Das erschwere der Bundesregierung zufolge die Aufklärung und Umsetzung vorsorgender Maßnahmen. Auch volkswirtschaftlich ist das eine enorme Belastung: Die Behandlungskosten von Suchtkranken und der durch Alkohol bedingten Erkrankungen lagen 2024 bei 57 Milliarden Euro jährlich.

Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen
In Deutschland wird europaweit mit am meisten Alkohol konsumiert. (Symbolbild) © Silas Stein/dpa

Bei der Entstehung von zahlreichen Krankheiten beteiligt: Es gibt keinen risikofreien Konsum

Laut Bundesgesundheitsministerium gibt es keinen risikofreien Alkoholkonsum. Alkohol ist ein Zellgift, das alle Organe selbst in geringen Mengen schädigen kann. Dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zufolge sterben jährlich mehr als 40.000 Menschen in Deutschland vorzeitig an den Folgen ihres Alkoholkonsums – nachweislich wegen des reinen Konsums und wegen Alkohol als Mitfaktor. Die WHO nennt eine Zahl von 2,6 Millionen Toten weltweit. Das Auswärtiges Amt warnt Türkei-Urlauber sogar vor gepanschtem Alkohol.

Laut Deutscher Krebshilfe ist Alkohol an der Entstehung von mehr als 200 Krankheiten beteiligt. Von Impotenz bis Übergewicht zu Depressionen sind einige Folgen bereits im Volksmund bekannt. Die Förderung der Krebsentstehung benötige allerdings laut WHO mehr Aufklärung. Einer Studie zufolge wussten nur 15 Prozent der Befragten, dass Alkohol Brustkrebs und 39 Prozent, dass dieser Darmkrebs verursachen kann. Medizinisch wurden direkte Verbindungen zur Bildung von Mund- und Rachenkrebs, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs und Leberkrebs belegt. Auch Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs könne eine mögliche Folge von regelmäßigem Alkoholkonsum sein, so die Krebshilfe.

Eine Initiative gibt Tipps, wie man in der aktuellen Karnevalszeit nicht in einen bösen Alkoholrausch verfällt und den gefürchteten „Kater“ vermeidet. (diase)

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