TV-Koch Tim Mälzer besorgt: „Möchte später niemandem zur Last fallen“
Uns auf Google folgenWas Altern im Pflegeheim bedeutet, hat Tim Mälzer nun selbst erlebt. Daraus folgte ein Entschluss und auch Lösungen für den Fachkräftemangel.
Köln – Tim Mälzer (54) macht in seinen TV-Auftritten selten einen ängstlichen Eindruck. Was er jetzt in seinem neuen Projekt erlebt hat, brachte ihn allerdings zum Nachdenken. Für die kommenden Jahre hat er daher einen Entschluss gefasst.
TV-Koch Tim Mälzer überrascht mit neuem ungewöhnlichen Projekt
Tim Mälzer ist deutschlandweit bekannt. Nicht nur die Gourmets, die seine Restaurants besuchten, sondern auch Fernsehzuschauer, die seine kulinarischen Reisen verfolgten, schätzen seine direkte Art. In seinen Sendungen fallen auch mal Schimpfwörter und in Duellen mit Koch-Kontrahenten flucht Mälzer lautstark. Überall wird der gebürtige Elmshorner erkannt, das hat aber auch Nachteile, manchmal wäre Tim Mälzer gerne unsichtbar, wie er sagte. Manchmal schlägt der sonst so laute Mälzer aber auch ganz leise Töne an – zum Beispiel, wenn es ums Altern geht.
Im Interview mit Bunte verriet er, dass er nach dem Tod seines Vaters 2024 mehr über das Thema Betreuung im Alter nachdenkt. Der TV-Koch hat auch berufliche Gründe, sich mit 54 Gedanken über Pflege zu machen. In Kürze startet eine neue TV-Sendung, die sich mit den Herausforderungen der Altersbetreuung in Deutschland befasst. In „Herbstresidenz mit Tim Mälzer & André Dietz“ werden der Koch und Schauspieler André Dietz (49, „Alles was zählt“) in das Leben von Senioren in einem Pflegeheim eintauchen. Dabei kommt auch das Thema Inklusion ins Spiel, denn betreut werden die Bewohner von Jugendlichen mit Behinderung.
Tim Mälzer: „Zeit ist in der Pflege Gold wert“
Schon in seinem mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Format „Zum Schwarzwälder Hirsch“ lernte er Auszubildende mit Down-Syndrom an. Mit diesem Team wollte er sich nun an eine weitere große Thematik wagen. 90 Tage lang hat sich Mälzer in das Leben im Alter als Pflegeheimbewohner einfühlen können. Die Erkenntnis: Angst vorm Alter habe er nicht, aber er wünsche sich für seinen Lebensabend „sozial vernetzt [zu] sein und eigenständig [zu] leben“. Ein Pflegeheim wäre nur eine Option, wenn er sich gar nicht mehr selbst helfen könne. „Ich möchte später niemandem zur Last fallen“, so Mälzer.

Ein lustiges Heim mit guter Küche müsste es sein. Bis dahin habe sich an der Betreuungslage seiner Meinung auch noch einiges geändert. Was er während des neuen Projekts gelernt hat: „Zeit ist in der Pflege Gold wert.“ Aus Studien wisse er, dass Pflegeheim-Bewohner täglich mindestens acht Minuten Aufmerksamkeit benötigen würden, um tiefe Einsamkeit zu überwinden, so Mälzer zu Bunte. Seine Vorstellung: Würden mehr Menschen Pflegekräfte mit einfachen Arbeiten unterstützen, könnte sich das Fachpersonal wieder mehr der menschlichen Betreuung widmen.
Tod und Trauer beschäftigten Tim Mälzer auch, weil kürzlich ein guter Kollege überraschend verstarb. Verwendete Quellen: rtl.de, Bunte (Ausgabe 10/2025)