„Hals über Kopf getroffen“: Stefan Raab erklärt umstrittene ESC-Entscheidung zu Lena Meyer-Landrut

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Von: Simon Krug

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Im Vorfeld des ESC-Finales lüftet Stefan Raab in einer neuen ARD-Doku das Geheimnis einer überraschenden Ankündigung von 2010 – eine spontane Idee „im Jubeltaumel“.

Köln – Der Eurovision Song Contest 2025 steht kurz bevor. In wenigen Tagen wird in Basel das große Finale des internationalen Musikwettbewerbs ausgetragen. Passend zu diesem Anlass hat die ARD eine neue Dokumentation veröffentlicht, die einen besonderen Blick auf die deutsche ESC-Geschichte wirft und bisher unbekannte Details zu einem der denkwürdigsten Momente enthüllt.

Stefan Raab über spontane Idee nach Lenas ESC-Erfolg: „Hat sich keiner gewehrt“

In der neuen ARD-Dokumentation „Stefan Raab: Mein ESC – Chefsache Abor & Tynna“ gibt der Kölner Entertainer überraschende Einblicke in eine seiner umstrittensten Entscheidungen. Die seit Montag (12. April) in der ARD-Mediathek verfügbare Doku beleuchtet unter anderem, wie es dazu kam, dass Lena Meyer-Landrut nach ihrem Sieg 2010 im Folgejahr erneut beim Eurovision Song Contest antrat – ein in der ESC-Geschichte höchst ungewöhnlicher Vorgang.

„Diese Entscheidung haben wir Hals über Kopf getroffen, nachdem wir gewonnen haben“, gesteht Stefan Raab (58) in der ESC-Doku. „Das ist an dem Abend entstanden, an dem Sonntag. Da habe ich das der ARD vorgeschlagen und im allgemeinen Jubeltaumel hat sich keiner gewehrt.“ In einem Ausschnitt einer damaligen Pressekonferenz ist zu sehen, wie Raab den Journalisten verkündete, es gebe „keine andere Möglichkeit, moralisch sowie musikalisch und ethisch“, als dass Lena ihren Titel im eigenen Land verteidige.

Stefan Raab wollte Lena mit zweitem ESC-Auftritt „nachhaltige Karriere“ ermöglichen

Obwohl die Entscheidung kontrovers diskutiert wurde, stand für Stefan Raab etwas anderes im Vordergrund. „Ich habe das Interesse, dass die Leute, die wir durch unsere Wettbewerbe finden, tatsächlich auch eine nachhaltige Karriere machen können“, erklärt der Kult-Moderator seine damalige Motivation. Auch Lena selbst, um die es in letzter Zeit sehr still geworden ist, zeigte sich überzeugt: „Ich glaube, dass es dumm wäre jetzt zu sagen, diese Möglichkeit oder Chance nehme ich nicht wahr“, erklärte sie 2011 in der „NDR Talk Show“.

ESC-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut und TV-Moderator Stefan Raab.
Lenas zweiter ESC-Auftritt 2011: Stefan Raab enthüllt in einer neuen Doku die Hintergründe dieser umstrittenen Entscheidung. © IMAGO/Berlinfoto/ARD („Stefan Raab: Mein ESC – Chefsache Abor & Tynna“)

Prominente Wegbegleiter äußern sich in der ESC-Dokumentation ebenfalls zu Raabs damaliger Strategie. „Ich fand das von Stefan keine dumme Idee“, betont Max Mutzke (43). „Er will auch Lena die Chance geben, aus diesem Grand-Prix-Ding wieder rauszukommen und sich als etablierte Künstlerin darzustellen.“ Auch Yvonne Catterfeld (45) findet anerkennende Worte: „Also rückblickend fand ich das irgendwie cool zu sagen: ‚Ich hab gewonnen und ich hab das Selbstbewusstsein, da jetzt einfach nochmal herauszufordern.‘“

Raab selbst reflektiert die umstrittene Entscheidung heute differenziert: „Da kann man drüber streiten, ob das gut oder schlecht war. Manche sagen, das hat nicht geholfen, dass sie ein zweites Mal angetreten ist. Ich glaube aber, das hat dafür gesorgt, dass sie nicht direkt vom nächsten Eurovision-Spektakel sozusagen abgelöst wird und in Vergessenheit gerät. Das passiert ja vielen.“

Trotz des zehnten Platzes beim Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf mit „Taken By A Stranger“ sieht Stefan Raab die Entscheidung positiv: „Es war klar, dass die Chance, dass man ein zweites Mal hintereinander gewinnt, sehr gering ist. Aber für die Aufmerksamkeit und Nachhaltigkeit war es nicht schlecht.“ Lenas Platzierung sei „eigentlich unter Wert“ gewesen, ergänzt ESC-Legende Peter Urban (77), der jüngst schwer gestürzt ist. (sk) Verwendete Quellen: ardmediathek.de („Stefan Raab: Mein ESC – Chefsache Abor & Tynna“, Folge 3)

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