Ex-Bayern-Coach schimpft und warnt den FCB vor „Katastrophe“
Uns auf Google folgenDer frühere FC-Bayern-Coach Felix Magath ist ein erklärter Gegner der Klub-WM. Für ihn geht es dabei nur um Geld. Sportlich sieht er das Turnier wenig anspruchsvoll.
Orlando / München – Der frühere deutsche Nationalspieler Felix Magath attestiert der Klub-WM in den USA geringen sportlichen Wert, seiner Meinung nach handelt es sich dabei lediglich um „Geldschneiderei“. Was an dem FIFA-Turnier eine Weltmeisterschaft sein solle, wisse er nicht.
„Nur, dass da Vereine aus verschiedenen Kontinenten gegeneinander spielen. Aber die Leistungsunterschiede sind halt einfach zu groß, als dass das jemandem wie mir, der sein Leben lang im Fußball ist, Spaß machen würde, da zuzuschauen“, so der 71-Jährige bei Sky.
„Sehe Katastrophe auf Mannschaften zukommen“
Als ehemaliger Trainer sieht er das Event mit 32 Mannschaften sogar noch kritischer. „Jetzt sehe ich eine Katastrophe auf Mannschaften zukommen. Also der FC Bayern kann froh sein, dass die Konkurrenz in der Liga im Moment nicht so groß ist, sonst würde ich schwarz sehen für eine Deutsche Meisterschaft nächste Saison“, so der Europameister von 1980.
Nach einer langen Saison müssen die Teams wie der Deutsche Meister aus München und auch Borussia Dortmund noch ein wochenlanges Turnier in den Vereinigten Staaten bestreiten. „Wann sollen sich die Spieler denn erholen?“ Eine vernünftige Vorbereitungszeit für die kommende Spielzeit gebe es schon gar nicht mehr. „Die Spieler, glaube ich, werden Schwierigkeiten haben, die nötige Fitness in der nächsten Saison zu erreichen“, so Magath, der als Coach ganz speziellen Wert darauf gelegt hatte und von seinen Spielern dafür als „Quälix“ tituliert wurde.
Über 100 Millionen Euro für den Klub-Weltmeister
Die Bayern treffen am Samstag im WM-Viertelfinale auf Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und würden im Falle eines Sieges im Halbfinale auf den Gewinner des Duell zwischen dem BVB und Real Madrid treffen.

Finanziell lohnt sich das Turnier im neuen Format für die Bundesligisten auf alle Fälle, beide haben bereits Einnahmen (Antritts- und Siegprämien) von jeweils mehr als 50 Millionen Euro eingespielt. So richtig viel Geld könnten sie nun ab dem Viertelfinale mit nach Deutschland nehmen: 21 Millionen Dollar für den Halbfinal-Einzug, 30 Millionen Dollar für das Erreichen des Endspiels, wo der neue Klub-Weltmeister noch einmal zehn Millionen Dollar gewinnen kann.
Die Einschätzung von Magaths Kritik
Die große Bedenken hinsichtlich der negativen Folgen für die immer stärker belasteten Profi-Fußballer kann man gewiss teilen. Bei der Einschätzung des sportlichen Wertes liegt „Quälix“ aber komplett falsch.
Wie bei den klassischen Weltmeisterschaften der Länderteams nehmen an einer Klub-WM selbstverständlich Vereine aus allen Kontinenten teil. Die Mehrheit kommt aus Europa (12) und Südamerika (6), den beiden dominierenden Kontinental-Verbänden im Weltfußball.
Die „Besten“ haben sich für die WM qualifiziert
Die europäischen Klubs haben sich über eine UEFA-4-Jahreswertung qualifiziert. Dass es Spitzenteams wie der FC Barcelona und der FC Liverpool nicht geschafft haben, ist kein Systemfehler, sondern darin begründet, dass andere Vereine ihrer Verbände in jenen vier Spielzeiten erfolgreicher waren. Das kommt in allen anderen Sportarten bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen auch vor.
Der FC Bayern, PSG, Real Madrid und der BVB stehen nun nicht nur bei der Klub-WM im Viertelfinale, sondern taten dies auch im abgelaufenen CL-Wettbewerb. Dass der CL-Finalist Inter Mailand am brasilianischen Topklub Fluminense und Manchester City gar am saudischen Klub Al Hilal gescheitert sind, widerspricht Magaths Kritik an der Turnier-Qualität gewaltig. Die Wertigkeit des Triumphes bei dieser WM liegt wohl auf einer Ebene mit dem CL-Sieg.
Außerdem: Anders als die Henkelpottsieger tragen die Klubweltmeister diesen Titel vier Jahre lang auf ihrem Trikot. Dafür kann man auch schon einmal ein bisschen „körperlichen Raubbau“ betreiben.