Ter-Stegen als Opfer? Ex-DFB-Star verteidigt ihn mit klaren Worten
Uns auf Google folgenMarc-André ter Stegen erlebt in Barcelona scharfe Angriffe – teilweise unter der Gürtellinie. Ein ehemaliger Nationalspieler spricht ihm jetzt Mut zu.
Barcelona – Marc-André ter Stegen hat für den FC Barcelona Großes geleistet: Seit 2014 steht der Torhüter bei den Katalanen unter Vertrag, damals wechselte er von Borussia Mönchengladbach in die spanische Liga.
Ter-Stegen in Barcelona unfair behandelt? Ex-DFB-Keeper Adler mit klaren Worten
Mit Barcelona feierte er zahlreiche Erfolge: Sechsmal wurde er Meister, genauso häufig Pokalsieger, und 2015 gewann der Klub mit ter Stegen im Tor die Champions League. Angesichts dieser Triumphe könnte man meinen, dass der 32-Jährige bei den Fans als Vereinslegende gilt – doch das Gegenteil ist der Fall. Immer wieder ist der 44-fache Nationalspieler harscher Kritik ausgesetzt – vor allem in den sozialen Netzwerken wird er seit Monaten wegen vermeintlich schwacher Leistungen unter der Gürtellinie attackiert.
Hinzu kommt: In dieser Woche wurde er von Barca-Coach Hansi Flick auch noch zur Nummer drei degradiert – hinter Neuzugang Joan García und Ersatzmann Wojciech Szczesny. Angesichts dieser Entwicklung stärkt ihm Ex-DFB-Keeper René Adler (zwölf Länderspiele) nun den Rücken.
Adler: „Man versucht ihn, herauszudrängen“
„Ich finde es persönlich schade, dass ein Spieler, der weit über 400 Pflichtspiele gemacht hat, Kapitän ist, dem Verein immer die Treue gehalten hat, sogar in Krisenzeiten auf Gehalt verzichtet hat, nach einer Verletzung nicht mehr die Chance bekommt, um seine Nummer eins zu kämpfen. Denn de facto ist es so: Er bekommt den Konkurrenten vor die Nase gesetzt, und wir kennen die Mechanismen des Marktes, dass man versucht, ihn jetzt so ein Stück weit herauszudrängen“, betonte Adler in einem Sky-Interview.

Der einstige HSV- und Leverkusen-Keeper, der auf eine stolze Bilanz von 269 Bundesligaspielen zurückblicken kann, hat in seiner Laufbahn ebenfalls einige Rückschläge einstecken müssen; so verletzte er sich kurz vor der WM 2010 schwer und verlor seinen sicher geglaubten Stammplatz an das damals junge Talent Manuel Neuer. Kein Wunder also, dass sich Adler in die Situation von ter Stegen hineinversetzen kann.
„Da sieht man wieder – und das war in den letzten Jahren beim FC Barcelona kein Einzelfall – dass dort mit verdienten Spielern nicht so umgegangen wurde, wie man es sich als Außenstehender gewünscht hätte. Jetzt trifft es Marc-André ter Stegen, der, glaube ich, gar nicht damit gerechnet hat, denn er hat sich im Juni bei der Nationalmannschaft noch sehr kampflustig geäußert“, so Adler.
Angesichts der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr hat Adler auch einen Tipp an den Barcelona-Keeper: „Es geht darum, Spielpraxis zu sammeln – gerade, wenn du wie Marc-Andre ter Stegen aus einer langen Verletzung kommst. Da ist jedes Spiel wichtig, jede Minute, jedes Training, damit du wieder Automatismen, eine Selbstverständlichkeit und Vertrauen in deinen Körper bekommst. Dafür brauchst du Spiele. Und so wie es aussieht, wird er die beim FC Barcelona erstmal nicht bekommen.“ Er empfehle ihm daher einen Wechsel in diesem Sommer – etwa zu Manchester United, wo sich Schlussmann Andre Onana kürzlich verletzt hatte und ein Platz als Nummer eins frei werden könnte. (ysl)