Schalkes früherer Kult-Stürmer spricht über seine Tor-Sucht

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Von: Yannic-Sébastien Lacombe

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Der ehemalige Torjäger blickt mit Gefühl auf seine Laufbahn zurück – und zeigt sich versöhnlich.

Gelsenkirchen – Pierre-Michel Lasogga hat in seiner Karriere einiges erlebt. Ob bei Hertha BSC, dem Hamburger SV oder dem FC Schalke 04 – zumindest in Deutschland stand der Torjäger meist bei Traditionsvereinen unter Vertrag, die zehntausende Anhänger mobilisieren.

Schalkes Ex-Kult-Stürmer Pierre-Michel Lasogga spricht über seine Tor-Sucht

In Berlin schoss er den Charlottenburger Hauptstadtklub in der Saison 2010/11 mit 13 Treffern zum Aufstieg, im Hamburg erlebte er die emotionalen Relegationsspiele gegen Greuter Fürth (2014) und den Karlsruher SC (2015) hautnah mit. In der zweiten Mannschaft von Schalke beendete er im Frühjahr schließlich seine Karriere – nicht ohne zuvor am 34. Zweitligaspieltag bei den Profis zu seinem letzten Einsatz zu kommen.

„Ich habe den Moment erlebt, von dem ich als kleiner Junge geträumt habe: in der Veltins-Arena für Schalke aufzulaufen. Ich habe bei anderen Vereinen meinen Weg in den Profi-Fußball gefunden. Aber gerade deshalb hat sich der Kreis für mich geschlossen. Meine drei Kinder und meine Frau haben mich hier noch einmal spielen sehen. Und irgendwie hatte ich auch in diesem Moment nach Abpfiff, als ich dort auf dem Rasen stand, das Gefühl: Das hier könnte vielleicht mein letztes Spiel gewesen sein“, blickt Lasogga nun im Interview mit der WELT auf den emotionalen Augenblick zurück.

Lasogga: „Ich hatte die große Ehre, für riesengroße Klubs zu spielen“

Auf seine Laufbahn blickt der 33-Jährige indes mehr als zufrieden zurück. „Ich hatte die große Ehre, für riesengroße Klubs zu spielen, sei es für Hertha BSC, den HSV, Leeds United und jetzt noch einmal zwei Jahre für Schalke. Von jedem Verein habe ich ein Trikot. Alle diese Schmuckstücke werden einen besonderen Platz zu Hause bekommen“, so Lasogga.

Dem einstigen Mittelstürmer ist derweil bewusst, dass er während seiner aktiven Karriere bei Fußballfans in ganz Deutschland polarisiert hat. Das stört ihn aber nicht – ganz im Gegenteil. „Es war einfach meine Art und Weise, wie ich Fußball gespielt und geliebt habe. Irgendwann habe ich aber gemerkt: Ich bin den Leuten damit auf den Sack gegangen! Weil ich mich aufgerieben habe, weil ich Duelle mit Gegenspielern hatte, die nicht immer nur nett waren. Das kam bei den gegnerischen Fans eben nicht so gut an. Dann hatte ich meinen Stempel weg“, sagt Lasogga.

Lasogga zeigt sich mit Kritikern versöhnlich

Der gebürtige Gladbecker zeigt sich aber versöhnlich: „Ich habe gelernt, damit umzugehen, und ich habe es für mich akzeptiert. Alles Positive, was ich seit dem Karriere-Ende erfahren habe, hat alles, was früher vielleicht negativ gemacht war, wettgemacht. Jedem, der mal ein böses Wort über mich gesagt hat, sei verziehen.“

Emotionaler Abschied: Pierre-Michel Lasogga absolvierte am 18. Mai sein letztes Profispiel.
Emotionaler Abschied: Pierre-Michel Lasogga absolvierte am 18. Mai sein letztes Profispiel. © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

Bei der Frage nach seinem glücklichsten Moment als Profi muss Lasogga indes überlegen. Einen einzelnen Augenblick möchte er ungern aussuchen – und spricht stattdessen über seine Sucht nach dem Toreschießen. „Diese Art von Adrenalinschub zu spüren, wenn 50.000 bis 70.000 Menschen in Ekstase versetzt werden. Das macht süchtig. Ich glaube, deshalb fallen auch einige Spieler nach dem Karriere-Ende in ein Loch, wenn sie dieses Gefühl nicht mehr erleben können“, so Lasogga. (ysl)

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