Freistoß-Spezialist und Nationaltorhüter mit Torrekord: Chilavert wird 60

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Von: Yannic-Sébastien Lacombe

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Als Freistoßschütze konkurrierte er mit Stars wie Zidane, Beckham und Roberto Carlos – trotz seiner Position als Keeper. Der ehemalige Nationaltorhüter Paraguays wird am Sonntag 60 Jahre alt.

Luque – Im Fußball kommt es immer mal wieder vor, dass auch Keeper zu Torschützen werden. Jens Lehmann gelang das zum Bespiel im Jahr 1997, als er im Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund kurz vor Schluss mit nach vorne ging und den viel umjubelten 2:2-Ausgleich für die Königsblauen erzielte.

Torgefährlichster Nationaltorhüter aller Zeiten feiert 60. Geburtstag

Auch der damalige Augsburger Schlussmann Marvin Hitz erzielte einst einen Treffer in der Bundesliga – im Februar 2015 traf er gegen Bayer Leverkusen nach einer Ecke in der Nachspielzeit ebenfalls zum Ausgleich. Hans-Jörg Butt zeigte sich über viele Jahre ebenfalls treffsicher – der einstige HSV- und Leverkusenkeeper verwandelte in seiner Laufbahn 26 Elfmeter.

Was den paraguyanischen Torhüter José Luis Chilavert in den 90-Jahren berühmt machte, wird aber vermutlich einzigartig bleiben. Denn der 74-malige Nationalkeeper war ein absoluter Standardspezialist – bei Freistößen. Am Sonntag wird er 60 Jahre alt.

Er trainierte während seiner aktiven Zeit nach eigenen Angaben zwischen 80 und 120 Freistößen nach jedem Training und galt als zeitweise als einer der besten Schützen Südamerikas. Insgesamt erzielte er in seiner Laufbahn über 60 Tore – rund ein Drittel davon per direktem Freistoß. Achtmal traf dabei er für seine Nationalmannschadt.

Chilavert, der in seiner Laufbahn unter anderem für Club Guaraní aus Paraguay, Club Atlético San Lorenzo aus Argentinien, Real Saragossa und Racing Straßburg auflief, setzte damit neue Maßstäbe. Denn er war der erste Keeper weltweit, dem ein Treffer durch einen direkt verwandelten Freistoß gelang – am 2. Oktober 1994 für Vélez Sarsfield in der argentinischen Liga.

„Wenn der Torwart besser ist als ein Feldspieler, war sollte man ihn nicht schießen lassen?“

„Viele Trainer finden es riskant – doch wenn der Torwart besser ist als ein Feldspieler, warum sollte man ihn nicht Freistöße schießen lassen?“, sagte Chilavert eins über seine besondere Qualität, die er auch bei Weltmeisterschaften unter Beweis stellte. Zwar gelang ihm dort kein Treffer, doch bei der WM 1998 schrieb er Geschichte, indem er im Spiel gegen Bulgarien als erster Keeper überhaupt einen direkten Freistoß vor dem gegnerischen Tor ausführte.

Versuchte sich bei der WM 2002 auch gegen Deutschland als Freistoßschütze: José Luis Chilavert
Versuchte sich bei der WM 2002 auch gegen Deutschland als Freistoßschütze: José Luis Chilavert © IMAGO

Auch im Achtelfinale der WM 2002 gegen Deutschland probierte er es erneut, scheiterte aber. Doch in Erinnerung wird Chilavert dennoch bleiben – als der Keeper, der Freistoßvirtuosen wie Zidane, Roberto Carlos oder David Beckham Konkurrenz machte.

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