Frauen-EM-Aus: Giulia Gwinn spricht offen über ihre emotionale Verfassung
Uns auf Google folgenGiulia Gwinn und die DFB-Elf waren nach dem bitteren Halbfinalaus gegen Spanien tief enttäuscht. Die Kapitänin richtet den Blick dennoch nach vorne.
Zürich/München – Einer der dramatischsten Momente in der jüngeren Geschichte der deutschen Frauen-Nationalmannschaft ereignete sich im EM-Halbfinale in Zürich: In der 113. Minute drang Aitana Bonmatí von rechts in Richtung Tor vor, erkannte den Stellungsfehler von Torhüterin Ann‑Katrin Berger und traf aus spitzem Winkel zum 1:0 für Spanien – damit platzte der Traum vom Finaleinzug für die DFB-Auswahl.
DFB-Kapitänin Gwinn gibt nach Aus bei der Frauen-EM Einblick in ihre Gefühlslage
Doch mit einigen Tagen Abstand überwiegt bei der Mannschaft von Bundestrainer Christian Wück bereits der Stolz auf das Geleistete. „Es ist eine super junge Mannschaft und was vor allem hängen bleibt, ist das, was wir zu leisten imstande sind. Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr“, betonte Kapitänin Giulia Gwinn.
„Wir haben eine unfassbar gute Grundlage auch in den nächsten Jahren auf dem Platz“, so die 26-Jährige weiter. „Momentan ist natürlich sehr viel Frust dabei, weil wir es nicht über die Zeit bringen können, dann auch die letzten Schritte zu machen. Aber wir können sehr, sehr stolz sein.“
Für Gwinn war es aus persönlicher Sicht ein bitteres Turnier: Bereits im Auftaktmatch gegen Polen verletzte sich die Spielerin des FC Bayern München schwer am Knie und fiel für den Rest der EM aus. Doch die Kapitänin ließ sich die Enttäuschung nicht anmerken – im Gegenteil. Sie reiste trotzdem zu jedem Spiel an, motivierte ihre Kolleginnen beim Warmmachen und drückte von der Bank aus die Daumen.
Gwinn: „Es hat sich eine unfassbare Einheit gebildet“
Ihr frühes EM-Aus habe natürlich „unfassbar wehgetan“, so Gwinn. Gleichzeitig betonte sie, dass sich in den vergangenen Wochen eine „unfassbare Einheit gebildet“ habe.
Auch DFB-Präsident Bernd Neundorf lobte das Auftreten der deutschen Mannschaft bei der EM. „Wir hatten viele Widerstände in diesem Turnier zu überwinden“, so der Verbandsboss. Doch davon ließ sich das Team nicht aus dm Konzept bringen – im Gegenteil. Ob die Verletzung von Gwinn, die bittere 1:4-Klatsche gegen Schweden im letzten Gruppenspiel oder die frühe rote Karte für Kathrin Hendrich im Viertelfinale gegen Frankreich – immer wieder kam die deutsche Mannschaft zurück.

Vor allem der in Unterzahl hart erkämpfte Sieg gegen die Französinnen sorgte in der Heimat für eine Euphoriewelle – das bekamen natürlich auch die Spielerinnen mit. „Besonders schön war es, dass so viele deutsche Fans zu unseren Spielen gekommen sind. Wenn ich mir die Fanmärsche anschaue, weiß ich, dass das wirklich nicht selbstverständlich ist. Auch die Einschaltquoten im Fernsehen sind top. Das sind unfassbar schöne Dinge, die wir nicht als selbstverständlich ansehen. Und ich hoffe, dass wir etwas zurückgeben konnten mit unserem Fußball“, freute sich Gwinn.