FIFA fürchtet Skandalspiel in Norwegen

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Von: Stefan Schmid

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Israel trifft in der WM-Qualifikation auf Norwegen. Dem Spiel sind Debatten vorangegangen. Die Auswirkungen des Gaza-Friedensplans sind kaum absehbar.

Oslo – Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen empfängt Norwegen am Samstag, dem 11. Oktober, die israelische Fußballnationalmannschaft zum WM-Qualifikationsspiel in Oslo. Der norwegische Fußballverband NFF investiert so viel Geld wie nie zuvor in die Sicherheit rund um die Partie im Ullevaal-Stadion. „Zehnmal mehr als bei einem normalen Länderspiel“ werde laut NFF-Präsidentin Lise Klaveness für die Sicherheit getan, sagte sie dem Rundfunksender NRK.

FIFA-Präsident Gianni Infantino steht hinter einem Pult und spricht gestikulierend.
FIFA-Präsident Gianni Infantino zeigte sich auf der General Assembly der europäischen Fußballvereine besorgt wegen der Spiel mit israelischer Beteiligung. ©  IMAGO/LaPresse

Die Begegnung zwischen Norwegen und Israel steht seit über zwei Wochen im Zentrum hitziger Debatten, die weit über den Sport hinausreichen. Dazu trug auch die Präsidentin des norwegischen Verbandes bei, die sich im Podcast „Pop og politikk“ deutlich positionierte: „Persönlich bin ich der Meinung, dass – wenn Russland ausgeschlossen worden ist – auch Israel ausgeschlossen werden sollte.“

WM-Qualifikation unter dem Eindruck der israelischen Kriegsführung in Gaza

Worauf sich die Haltung von Lise Klaveness begründet, ist offensichtlich. Es ist der Krieg der israelischen Armee in Gaza, der als Reaktion auf den terroristischen Anschlag vom 7. Oktober 2023 entfesselt wurde. Unter anderem wirft die unabhängige Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats Israel vor, in Gaza einen Völkermord zu begehen. Unterstrichen wird das von Berichten gezielter Tötungen von Zivilisten durch IDF-Soldaten.

Das Vorgehen der israelischen Truppen und die Äußerungen der Regierung führten zu immer größeren pro-palästinensischen Protesten – die auch auf den Sport übergriffen. Das hat FIFA-Präsident Gianni Infantino auf den Plan gerufen, der die Generalversammlung der europäischen Klub-Vereinigung in Rom für einen Appell nutzte: Die Menschen sollten sich über den Friedensplan freuen und „den Prozess unterstützen“.

In erster Linie dürfte man sich bei FIFA und UEFA über das Friedensabkommen freuen, weil man sich nun Diskussionen über einen Ausschluss Israels entziehen kann. Den hatte nicht nur die Präsidentin des norwegischen Verbandes gefordert. Sie kritisiert zudem, dass mehrere israelische Klubs ihren Ursprung in illegalen Siedlungen in besetzten palästinensischen Gebieten hätten, was gegen FIFA-Regeln verstoße.

Israelischer Verband kritisiert Norwegen vor WM-Qualifikation

Auf der anderen Seite reagierte auch der israelische Fußballverband auf die Kritik aus Norwegen. „Wir hoffen, dass das Spiel nicht so einseitig wird wie die Vorsitzende des norwegischen Fußballverbands, die Schwierigkeiten hat zu verstehen, dass eine Suspendierung nicht zu einer Lösung für den Frieden beiträgt – ein Anliegen, das der Präsident des israelischen Verbands bei jeder Gelegenheit wiederholt“, konterte Schlomi Barzel vom israelischen Verband der Deutschen Presse-Agentur.

Ob das Wortgefecht zwischen den Verantwortlichen vor dem Spiel die Stimmung nochmal anheizen oder der Friedensplan die erwartet schwierige Lage etwas entspannt, wird sich wohl erst am Tag des Spiels zeigen. Fest steht, dass der norwegische Verband, die Einnahmen an Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen spenden wird – und auch sportlich geht es tatsächlich um einiges.

Für beide Teams geht es um die WM-Teilnahme. Norwegen führt die Gruppe I mit 15 Punkten an und könnte mit einem Sieg die erste WM-Teilnahme seit 1998 so gut wie fix machen. Superstar Erling Haaland und seine Teamkollegen haben sechs Zähler Vorsprung auf die zweitplatzierten Italiener und Israel. (sch)

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