Nach Zoff und Bayern-Abgang: Kahn packt über Beziehung zu Hoeneß aus
Uns auf Google folgenFast ein Jahr nach seiner Entlassung beim FC Bayern bricht Oliver Kahn sein Schweigen – und spricht über seine Beziehung zu Uli Hoeneß.
München – Die Entlassung von Oliver Kahn im vergangenen Sommer beim FC Bayern lief nicht geräuschlos ab. Vor allem zwischen dem ehemaligen Keeper und Uli Hoeneß entbrannte ein öffentlicher Schlagabtausch. Nun hat sich Kahn in einem Interview mit der Sport Bild zu dem Thema geäußert – und versöhnliche Töne angeschlagen.
Kahn ist sich sicher: „Hoeneß und ich werden wieder an einem Tisch sitzen“
Zwar habe Kahn seit der Trennung im vergangenen Sommer nicht mit Hoeneß gesprochen, allerdings sei das für ihn auch nicht nötig. „Ich habe zu Uli in dieser schwierigen Zeit, als ich noch in der Verantwortung stand, gesagt: Egal, wie das Ganze hier ausgeht, ich werde nicht vergessen, dass er mich 1994 zum FC Bayern geholt hat. Und irgendwann sollte dann auch mal alles gesagt sein zu diesem Thema“, sagte er im Interview mit der Sport Bild.
Zudem hätten die vielen positiven Momente in 18 Jahren beim FC Bayern die schlechten überwiegt. Kahn habe schon häufiger schwierige Zeiten erlebt, die er immer überwunden habe. „Dann braucht man eine Zeit, schüttelt sich – und dann geht es weiter. Uli Hoeneß und ich werden sicher irgendwann wieder an einem Tisch sitzen und miteinander sprechen“, ist er positiv gestimmt.

Kahn mildert seine Wortwahl: „Muss ihm ja etwas gefehlt haben“
Noch vor wenigen Wochen hatte Kahn einen vielsagenden Vergleich mit der Serie „Succession“ gezogen, der an Hoeneß erinnerte. Der Bayern-Patron hatte dem ehemaligen CEO des FC Bayern im Nachhinein unter anderem vorgeworfen, ihn in seiner Amtszeit „nur fünf Mal angerufen“ zu haben.
Im Interview mit der Sport Bild versuchte sich Kahn an milderen Tönen, auch beim Thema Kontakt zu Hoeneß. „Wenn er so etwas sagt, muss ihm ja etwas gefehlt haben. Es bringt also nichts, hier jetzt Aussagen darüber zu machen, dass aus meiner Sicht der Austausch immer da war“, sagte er.
Kahn sah für sich selbst einen schweren Stand beim FC Bayern
Ob Hoeneß die Worte des ehemaligen Keepers des FC Bayern wohl auch liest? Vor wenigen Monaten hatte er Kahn jedenfalls noch angezählt. Damals sagte er in der TV-Sendung „BR24 Wahl – Der Sonntags-Stammtisch“: „Die Berufung von Oliver Kahn als Vorstandsvorsitzender war ein großer Fehler. Und als ich erkannt habe, dass er das nicht kann, habe ich mit Karl-Heinz Rummenigge beschlossen, die Sache zu ändern.“
Kahn hingegen sah für sich selbst einen schweren Stand beim FC Bayern. „Dass das nach der Ära von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß sowie einem Jahrzehnt des Erfolgs nicht einfach werden würde und es auch unterschiedliche Auffassungen geben könnte – dafür musste man kein Prophet sein“, sagte er im Interview mit der Sport Bild.
Nun blickt der ehemalige Nationaltorhüter aber positiv in die Zukunft. Er hat Pläne – und diese sollen nach seiner Aussage im Fußball-Umfeld liegen. (msb)