„Luftverteidigung unerlässlich“ – Estland und Lettland reagieren nach Attacken im Schwarzen Meer

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Von: Maximilian Kurz

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Nach offenbar russischen Angriffen im Schwarzen Meer, bauen Estland und Lettland ihre Luftverteidigung aus. Die Sorge vor weiteren Attacken wächst.

London – Das Vereinigte Königreich verdächtigt Russland, ein Frachtschiff angegriffen zu haben. Die Attacke konnte von ukrainischen Truppen abgewehrt werden. Die baltischen Staaten Estland und Lettland erwerben derweil ein gemeinsames Luftabwehrsystem. Darüber berichten unter anderem euronews und ntv.

Ein russisches Kriegsschiff beim Einsatz im Schwarzen Meer. (Archivbild)
Ein ziviles Frachtschiff wurde nach britischen Angaben im Schwarzen Meer von russischen Truppen angegriffen. © IMAGO / ITAR-TASS

Röthenbach: Estland und Lettland unterzeichnen Abkommen

Estland und Lettland schlossen einen Vertrag über den Kauf eines gemeinsamen Luftverteidigungssystems. Die Unterzeichnungszeremonie fand im süddeutschen Röthenbach statt. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius würdigte den Beitritt der beiden baltischen Staaten zur ESSI (Abkürzung für European Sky Shield Initiative). In der Initiative haben sich bereits 19 europäische Länder zusammengeschlossen, um ein bodengestütztes Luftverteidigungssystem zu entwickeln.

Der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur sagte gegenüber Journalisten: „Das ist mit Abstand die größte Verteidigungsinvestition in der Geschichte Estlands. Das sehen wir nicht alle Tage“. „Der barbarische Krieg Russlands in der Ukraine hat gezeigt, dass Luftverteidigung unerlässlich ist, um die Streitkräfte und kritische Infrastrukturen vor Angriffen aus der Luft zu schützen.“

Schwarzes Meer: Angriff auf zivilen Frachter

Zum Hintergrund: Russische Streitkräfte sollen am 24. August im Hafen von Odessa versucht haben, ein unter liberianischer Flagge fahrendes Frachtschiff zu versenken. Mehrere Raketenangriffe sollen hierbei verübt worden sein. Das ukrainische Militär konnte Berichten zufolge die Typ-Kalibr-Raketen erfolgreich abwehren.

Das britische Außenministerium erklärte dazu am Montag (11. September): „Trotz seines Scheiterns ist dieser Angriff ein klarer Beweis für die wiederholten Versuche Russlands, die ukrainische Wirtschaft abzuwürgen, und für die Missachtung des Lebens von Zivilisten und der Interessen von Ländern in Afrika, Asien und im Nahen Osten durch Putin“.

Ohne Getreideabkommen: Kein Schutz auf dem Schwarzen Meer

Seit der Aufkündigung des Getreideabkommens setzt Russland auf weitere Drohgebärden. Das russische Militär kündigt an, jedes Schiff im Schwarzen Meer ins Visier zu nehmen, das aus der Ukraine kommt oder Richtung Ukraine steuert. Bisher konnten noch alle Schiffe ihr Ziel erreichen. Die Nervosität steigt jedoch.

Die russischen Angriffe begrenzen sich nicht nur auf Schiffe. Ebenso wurden Häfen und Getreidesilos attackiert. „In nur einem Monat hat Russland mehr als 270.000 Tonnen Getreide vernichtet – genug, um eine Million Menschen ein Jahr lang zu ernähren“, erzählte der britische Premierminister Rishi Sunak am Montag. „Tag für Tag verursachen seine Taten (gemeint ist Wladimir Putin) schreckliches Leid in der Ukraine, verstoßen gegen die UN-Charta, gefährden die Sicherheit Europas und stören die weltweite Energie- und Nahrungsmittelversorgung“, so der Premierminister. (maku)

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