Selenskyj gibt Melnyk neuen Job – ganz weit weg von Deutschland

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Von: Julia Schöneseiffen

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Der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat eine neue Stelle – er wird Botschafter in Brasilien.

Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Vize-Außenminister Andrij Melnyk zum Botschafter in Brasilien ernannt. Das entsprechende Dekret wurde am Dienstag vom Präsidentenbüro veröffentlicht. Die Personalie war Mitte Mai bereits bekannt geworden.

Vonseiten des brasilianischen Außenministeriums hieß es demnach bereits im Mai: „Die brasilianische Regierung freut sich, Ihnen mitteilen zu können, dass sie der Ernennung von Herrn Andrij Melnyk zum Botschafter der Ukraine in Brasilien zugestimmt hat“.

Melnyk ist neuer ukrainischer Botschafter in Brasilien

Am 11. Mai traf sich der enge Vertraute und außenpolitische Berater des brasilianischen Präsidenten, Celso Amorim, in Kiew zu Gesprächen bei Präsident Wolodymyr Selenskyj. Dabei traf er auch Melnyk, der ein Foto des Treffens bei Twitter veröffentlichte und dazu schrieb: „Ich freue mich über das Treffen mit dem Chefberater des brasilianischen Präsidenten Lula da Silva, Celso Amorim. Brasilien kann eine wichtige Rolle spielen, um die russische Aggression zu stoppen und einen dauerhaften und gerechten Frieden zu erreichen. Wir bemühen uns auch um die Wiederbelebung einer strategischen Partnerschaft“. 

„Brasilien kann eine wichtige Rolle spielen“ – Melnyk will „strategische Partnerschaft“

Demnach spricht Andrij Melnyk Brasilien unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva eine wichtige Rolle im Ukraine-Krieg zu. Präsident Lula setzt sich seit seinem Amtsantritt lautstark für einen Waffenstillstand und eine friedliche Lösung im Ukraine-Krieg ein. Während eines Besuchs in Washington im Februar schlug Lula dem US-Präsidenten Joe Biden vor, dass Brasilien einen so genannten „Friedensclub“ gründen sollte – eine Gruppe von Ländern, die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine erleichtern würde.

Allerdings hagelt es auch immer wieder Kritik aus den USA, Europa und Kiew für Brasiliens Präsidenten. So hatte Lula zu einem Waffenstillstand aufgerufen und eine Gruppe von Ländern einschließlich seines eigenen Landes vorgeschlagen, die einen Frieden vermitteln sollen. Zugleich weigerte er sich, der Ukraine Waffen zu liefern, lastete Kiew eine Mitschuld an der russischen Invasion in der Ukraine an und erklärte, dass die USA und Europa die Kämpfe förderten. Umso spannender ist es nun, dass Melnyk neuer Botschafter in Brasilien ist. Melnyk, der teils mit kontroversen Äußerungen die Haltung anderer Länder zum Ukraine-Krieg kritisiert.

Andrij Melnyk, ehemaliger ukrainischer Botschafter in Deutschland
Andrij Melnyk war von 2015 bis 2022 ukrainischer Botschafter in Deutschland. © Michael Kappeler/dpa

Auch in der deutschen Öffentlichkeit wurde er durch seine provokanten Äußerungen bekannt. Altkanzlerin Angela Merkel warf er „Besessenheit mit dem Terror-Staat Russland“ vor, Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete er als „beleidigte Leberwurst“ wegen dessen anfänglicher Weigerung, in die angegriffene Ukraine zu reisen. 

Andrij Melnyk: ehemaliger ukrainischer Botschafter in Deutschland

Melnyk war von 2015 bis 2022 ukrainischer Botschafter in Deutschland. Nach seiner Abberufung nach Kiew wurde der Diplomat im vergangenen November zum Vize-Außenminister der Ukraine ernannt. Dabei war er bereits für die Beziehungen zu Nord- und Südamerika zuständig. Gründe für die Zurückstufung zum Botschafter wurden nicht bekannt. (jsch mit dpa)

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