„Müssen aufmerksam sein“: Finnland in Sorge vor Putin – sogar beim Immobilien-Kauf
Uns auf Google folgenAuch unter dem Schutzschirm der Nato sorgt sich Finnland vor Bedrohungen aus Russland. Das Verteidigungsministerium hat Immobilienkäufe im Auge.
Helsinki – Finnland sorgt sich im weiter von An- und Übergriffen aus Russland. Und dabei geht es nicht nur um bewaffnete Attacken oder mutmaßlich gerichtete Migrationsströme an den Grenzen: Die Regierung des nordischen Landes will nun auch mögliche „Unterterminierungs“-Bestrebungen im Hintergrund vereiteln. Im Fokus stehen Verkauf und Vermietung von Immobilien.
„Druck“ aus Russland: Finnland will sich schützen – mit Immobilienregel
„Zum Wohle der Sicherheit sollten wir unsere Zivilgesellschaft noch besser schützen, sodass wir nicht unterminiert oder Druck ausgesetzt werden können“, sagte Verteidigungsminister Antti Häkkänen der Zeitungsgruppe Uutissuomalainen laut einem Bericht des Rundfunksenders YLE.

Dabei gehe es um den Grenzschutz, Besitz an kritischer Infrastruktur – aber eben auch um Immobiliengeschäfte. Auf diesen Feldern könne Russland Einfluss in Finnland nehmen, deutete der Minister aus der konservativen Sammlungspartei von Premier Petteri Orpo an.
„Strengere Regeln bei Immobiliengeschäften wird es auf jeden Fall geben. Ich versuche aber auch, rechtliche Lösungen für ein komplettes Verbot von Immobiliengeschäften mit Bezug nach Russland zu finden“, sagte Häkkänen den Zeitungen. Ein Beispiel aus dem Herbst könnte andeuten, worum es dem Verteidigungsministerium konkret geht.
Finnland stoppte Immobilienkäufe – Verbindungen zu Russlands Sicherheitsorganen?
Damals hatte das Ressort drei Immobilienkäufe gestoppt. Es ging Berichten zufolge um Immobilien an der Ostgrenze des Landes. Genaueres verriet das Verteidigungsministerium damals nicht. Offenbar hatten die Käufer in spe aber Verbindungen zu russischen Behörden und „verschiedenen Sicherheitsorganen“, wie YLE Mitte Oktober schrieb.
„In diesem Fall gibt es die Rote Karte, wir heißen solche Geschäfte nicht gut“, sagte Häkkänen damals. „Mit Blick auf die veränderte Sicherheitslage müssen wir nun besonders aufmerksam sein“, betonte er. Sorge etwa vor Späh-Posten ist nicht ganz neu: Streit gab es auch schon um ein Gebäude der russischen Regierung auf der Ostsee-Insel Åland.
Russland bereitet Schweden und Finnland Sorge: „Es könnte Krieg geben“
Offensichtlich ist, dass sowohl das neue Nato-Mitglied Finnland als auch das weiterhin auf den Beitritt wartende Schweden beunruhigt sind. „Es könnte Krieg in Schweden geben“, warnte zuletzt Stockholms Zivilschutzminister eindringlich. Ebenso wie Häkkänen ließ aber auch er Details zu den befürchteten Bedrohungen weitgehend offen.
Finnland hatte zuletzt seine Grenzen zu Russland weitgehend geschlossen. Anlass waren wiederholte Ankünfte von Menschen ohne gültige Migrationspapiere – Helsinki vermutet aus Moskau gelenkte Anreisen. Für Schlagzeilen sorgte auch militärische Bautätigkeit auf russischer Seite, in nicht allzu weiter Entfernung der Grenze zu Finnland. (fn)