Deutsche Waffen für Putin: Rüstungsfirma räumt ein, Teile nach Russland geliefert zu haben
Uns auf Google folgenDer Rüstungskonzern Rheinmetall beschloss mit Beginn des Kriegs in der Ukraine, die Geschäfte mit Moskau einzustellen. Trotzdem verkaufte ein Tochterunternehmen Ersatzteile nach Russland.
Düsseldorf – Der deutsche Rüstungskonzern zählt zu einem der Profiteure im Ukraine-Krieg. „Ein Großteil unseres Wachstums ist auf den schrecklichen Krieg in der Ukraine zurückzuführen“, sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger im Interview mit dem RND. Der Krieg habe einen entscheidenden Anteil an den positiven Geschäftsaussichten des Unternehmens: Die Auftragsbücher des Unternehmens sind voll, und die Nachfrage nach Artillerie, Panzern und Munition ist groß, sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland.
Rheinmetall-Tochter liefert trotz Krieg Bauteile nach Russland
Allerdings kam es trotz des Wachstums durch Geschäfte mit der Ukraine und den Nato-Staaten noch Monate nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine zu Verkäufen von Bauteilen nach Russland. Demnach hat eine Tochterfirma des Rheinmetall-Konzerns Motoren-Ersatzteile nach Russland geliefert. Das berichten dpa und Business Insider. Letzte Bereitstellungen habe es im Juni 2022 gegeben, teilte Rheinmetall am Dienstag (20. Juni) mit. So gelangten Produkte der Rheinmetall-Firma auch in russische Gebiete unweit der Grenze zur Ukraine, so Business Insider.

Rheinmetall erklärt, dass es sich hierbei um Geschäfte im Rahmen von bestehenden Verträgen gehandelt habe, die noch abgewickelt worden seien. Die Bereitstellung der Ware habe sich allerdings bis in den Juni gezogen, weil die behördlichen Prüf- und Genehmigungsverfahren zeitaufwendig und komplex gewesen seien. Mit den Bereitstellungen habe man Vertragsstrafen vermeiden wollen. Die Lieferungen selbst sollen sich laut dem Portal sogar bis in den September gezogen.
Bei der Tochterfirma handelt es sich um den Ersatzteilhändler MS Motorservice. Dieser bietet unter anderem Kolben, Ölpumpen, Wasserpumpen und Abgasrückführungsventile an. MS Motorservice verkaufte die Produkte nach Angaben von Rheinmetall unter anderem an russische Großhändler, die die Abholung veranlassten und die Einfuhr in den Staat übernahmen.
Rheinmetall liefert Ersatzteile für LKWs
Bei den bereitgestellten Produkten soll es sich laut Business Insider um LKW-Ersatzteile gehandelt haben. Dabei sollen Fachleute immer wieder auf die große Bedeutung von Lastwagen und entsprechenden Ersatzteilen für die Logistik der russischen Armee hingewiesen haben.
Im Frühjahr 2022 hatte der Rheinmetall-Vorstand erklärt, das ohnehin geringe Russlandgeschäft einzustellen. Nach Darstellung der Firma sind die Bereitstellungen der Motoren-Ersatzteile aber kein Widerspruch zu diesem Beschluss. (jsch mit dpa)