Musks Weltraum-Firma bekommt eigene Stadt – „Starbase, Texas“

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Von: Erkan Pehlivan

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Einwohner an der Raketenfabrik von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX entschieden, dass sie in einer eigenen Stadt leben wollen. Es gibt auch Kritiker davon.

Boca Chica – Der Standort Starbase des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk im Bundesstaat Texas erhält den Status einer eigenen Stadt. Wie aus den am Samstag vom südtexanischen Landkreis Cameron veröffentlichten inoffiziellen Ergebnissen hervorgeht, haben sich die Einwohner der Siedlung bei der Ortschaft Boca Chica nahe der mexikanischen Grenze mit fast 98 Prozent der Stimmen für den neuen Status ausgesprochen. Musk bejubelte das Wahlergebnis im Onlinedienst X mit den Worten: „Starbase, Texas. Ist jetzt eine echte Stadt!“

Das Ergebnis war erwartet worden – die meisten der 283 Wahlberechtigten arbeiten für SpaceX oder sind dem Unternehmen anderweitig verbunden. Aus offiziellen Dokumenten geht hervor, dass rund um den Standort im Bezirk Cameron fast 500 Menschen auf Grundstücken leben, die größtenteils Eigentum von SpaceX oder seiner Mitarbeiter sind. Musk selbst sei zwar als Wähler registriert gewesen, sagte der Wahlkoordinator von Cameron County, Remi Garza der Nachrichtenagentur AFP. Er hatte aber seine Stimme bis zum Ende der vorgesehenen Frist am 29. April noch nicht abgegeben.

Trump-Berater Musk bekommt eigene Stadt: Starbase kann Baugenehmigungen erteilen

Mit dem Status einer Stadt hat Starbase nun ein umfangreiches Selbstbestimmungsrecht bekommen. Die neue Stadt kann behördliche Hürden umgehen und etwa Baugenehmigungen erteilen. Auch kann die neue gegründete Stadt Steuern erheben und lokale Gesetze erlassen. So kann die neue Stadt auch eine eigene örtliche Verwaltung bekommen: Zum Bürgermeister wurde bereits der SpaceX-Vertreter Bobby Peden bestimmt, der laut LinkedIn bei SpaceX als Vizepräsident für die Abteilung Tests und Starts tätig ist. Er war der einzige Kandidat auf dem Stimmzettel.

Die SpaceX-Niederlassung Starbase nahe Boca Chica war 2019 eröffnet worden. Sie ist ein wichtiger Teststandort für die Raketenstarts des Unternehmens. Es war Musk selbst, der den Namen Starbase in einem Onlinebeitrag während eines Besuchs der Anlage vor vier Jahren vorschlug.

Derzeit starten von Boca Chica aus Raketen von SpaceX, Musks Vision zufolge sollen hier, am „Tor zum Mars“, künftig auch seine Angestellten leben. Eric Gay/AP/dpa
Derzeit starten von Boca Chica aus Raketen von SpaceX, Musks Vision zufolge sollen hier, am „Tor zum Mars“, künftig auch seine Angestellten leben. © dpa

Stadt für Musk: SpaceX hat im Dezember Antrag für Spacebase gestellt

Die Geschäftsführerin von SpaceX, Kathryn Lueders, hatte bereits im Dezember bei den örtlichen Behörden den Status einer Stadt für den Standort beantragt. Lueders argumentierte in ihrem Antrag, dass SpaceX in dem Ort bereits Infrastruktureinrichtungen wie Straßen, Bildungseinrichtungen und medizinische Versorgung unterhalte. Sie sicherte zudem zu, dass die Gründung der neuen Stadt die Bemühungen des Unternehmens zur Verringerung der Auswirkungen des Standorts auf die Umwelt nicht beeinträchtigen würden.

Kritik an neuer Stadt von Trump-Berater Musk

Nicht alle in der Gegend sind über die Präsenz von SpaceX und der neuen Stadt glücklich. Umweltaktivisten kritisieren dagegen, dass SpaceX den Zugang zum örtlichen Strand Boca Chica Beach seit vielen Jahren eingeschränkt habe. 2024 stellten die Umweltschutzbehörde und die texanischen Behörden fest, dass SpaceX für wiederholte Lecks und die Freisetzung von Schadstoffen in texanische Flüsse verantwortlich war.

„Im vergangenen Herbst verhängte die Bundesregierung gegen SpaceX eine Geldstrafe in Höhe von fast 150.000 Dollar wegen angeblicher Umweltverstöße an diesem Standort“, schreibt die Internetseite KUT News auf ihrer Internetseite. „Viele langjährige Anwohner haben die unmittelbare Umgebung verlassen. Sie wurden durch Angebote zum Verkauf ihrer Häuser angelockt oder flohen vor dem Chaos, das das Leben neben einem aktiven Raketentest- und Startgelände mit sich bringt“, heißt es in dem Bericht weiter.

Rückzug aus Trumps DOGE: Musk will sich mehr um Tesla kümmern

Wegen seiner Tätigkeit als Berater von US-Präsident Donald Trump war Musk zuletzt zunehmend umstritten. Vor gut einer Woche kündigte er an, seine Tätigkeit bei der von Trump geschaffenen Regierungsabteilung für staatliche Effizienz (Doge) einzuschränken, um sich wieder mehr um seinen Elektroautokonzern Tesla kümmern zu können. Hintergrund waren massive Umsatzrückgänge bei seinem Elektroautokonzern Tesla. (erpe/dpa/AFP)

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