Massenproteste wegen angeblicher Mohammed-Karikatur in Satiremagazin

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Von: Erkan Pehlivan

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Das Satiremagazin Leman soll angeblich den Propheten dargestellt haben. Nun protestieren vor allem Islamisten in dem Land. Zeigt die Karikatur wirklich den Propheten?

Istanbul – Am Montagabend ist es zu Tumulten vor dem Radaktionsbüro des Satiremagazins Leman in Istanbul gekommen. Grund war eine angebliche Karikatur des Propheten Mohammed und des Prophete Moses in dem Magazin. Die Polizei nahm vier Personen in dem Zusammenhang fest: Grafiker, Zeichner, Chefredakteur und der Geschäftsführer des Magazins. Innenminister Ali Yerlikaya veröffentlichte die Festnahmen auf seinem X-Kanal. „Diese schamlosen Menschen werden vor Gericht zur Rechenschaft gezogen“, schrieb er dazu.

„Das ist keine Pressefreiheit. Das ist keine Meinungsfreiheit. Solche Versuche, die unsere religiösen Werte herabwürdigen und tiefe Wunden im Gewissen der Muslime aufreißen, dienen der Provokation, und diejenigen, die es wagen, solche Versuche zu unternehmen, werden vor dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen“, schreibt Yerlikaya weiter.

Karikatur auch Thema bei Erdogan-Lobbyisten in Deutschland

Auch bei den Anhängern des türkischen Präsidenten in Deutschland werden jetzt Konsequenzen gefordert. „Die Schließung von Leman ist nicht genug. Wer auch immer von dieser Karikatur wusste, bevor sie veröffentlicht wurde, und sie gebilligt hat, geschweige denn, dass er sie gebilligt hat, geschweige denn, dass er nicht eingegriffen hat, muss vor der Justiz zur Rechenschaft gezogen werden. In dieser Angelegenheit liegt eine sehr ernste Provokation gegen die Gesellschaft vor, deren Folgen zu schweren Zwischenfällen führen könnten“, schreibt Tugrul Selmanoglu auf seiner Facebook-Seite.

Selmanoglu ist eine der Frontfiguren der Erdogan-Lobby in Deutschland und hat eine sehr große Reichweite in den sozialen Medien. Alleine auf Facebook hat der Erdogan-Anhänger über 390.000 Follower.

Islamisten demonstrieren gegen die Satirezeitschrift Leman in Istanbul.
Das Satiremagazin Leman soll angeblich den Propheten abgebildet haben. © dpa/Francisco Seco

Mohammed-Karikatur in türkischem Magazin? Leman hat nach eigenen Angaben nicht den Propheten abgebildet

Beim Magazin Leman betont man hingegen, dass die Karikatur nicht den Propheten Mohammed abbildet. „Diese Karikatur ist keine Karikatur des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm). In dem Werk wurde der Name eines Muslims, der bei den Bombardierungen Israels getötet wurde, als Mohammed erfunden. Mehr als 200 Millionen Menschen in der islamischen Welt tragen den Namen Mohammed. In dem Werk gibt es keinen Hinweis auf den Propheten Mohammed“, stellt die Redaktion klar.

Auch die Religionsbehörde Diyanet gießt hier Benzin ins Feuer. „Diejenigen, die Hassverbrechen begehen, indem sie unseren Propheten Muhammad Mustafa (Friede sei mit ihm) und den Propheten Moses (Friede sei mit ihm) durch Karikaturen missachten, müssen so schnell wie möglich vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden“, wütet Diyanet Chef Ali Erbas auf X.

„Krieg, Dschihad, Märtyrertum“: Lynchstimmung gegen Satirezeitschrift in der Türkei

Bilder vom Montagabend zeigen Lynchstimmung vor den Redaktionsräumen der Satirezeitschrift. Ein Mob von Männern bewarf das Gebäude, es wurden Slogans wie „es lebe die Scharia“ und „Krieg, Dschihad, Märtyrertum“ gerufen. Mit seinem harten Vorgehen gegen Journalisten der Leman demonstriert Erdogan und seine Regierung, Beschützer der Muslime zu sein. Die Verhaftungen der Leman-Angestellten kommen vor allem bei den radikalen Kräften in der Türkei gut an. Nur ein Polizeieinsatz hatte gestern schlimmeres vor und in den Redaktionsräumen von Leman verhindert. (erpe/dpa/AFP)

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