Tausende Raketen auf Israel: Hat der Geheimdienst bei der Abwehr der Hamas versagt?

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Von: Maximilian Kurz

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Mehr als 2000 Raketen soll die Terrororganisation Hamas auf Israel abgefeuert haben. Hätte der Geheimdienst die Angriffe verhindern können?

Gaza – Seit die Terrororganisation Hamas schwere Raketenangriffe auf Israel ausgeführt hat, hält die Welt ihren Atem an. Experten debattieren nun, ob die Situation von den Geheimdiensten unterschätzt wurde. Darüber berichten unter anderem der Spiegel und RND.

Israel: Versagen des Geheimdienstes?

Raketen fliegen aus Gaza in Richtung Israel. Innerhalb weniger Stunden feuert die extremistische Hamas tausende Raketen auf Jerusalem, Tel Aviv und viele andere israelische Städte ab. Der Grenzzaun im Gazastreifen wurde von zahlreichen militanten Palästinensern durchbrochen, Soldaten und Zivilisten wurden erschossen und entführt. Es handelte sich um die größte und blutigste Hamas-Offensive seit Jahrzehnten.

Die Angriffe, genau 50 Jahre nach dem Jom-Kippur-Krieg, überraschten Israel. Bisher nahm man an, dass die israelischen Nachrichtendienste im Gazastreifen alles wissen würden. Experten vermuteten, dass nahezu jedes Gespräch abgehört und ausgewertet wird. Hunderte von Hamas-Informanten hatten in der Vergangenheit entscheidende Informationen weitergegeben. Nun fragt sich Israel, welche gravierenden Fehler der Geheimdienst begangen hat.

Angriff auf Israel
Raketen werden von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. © Hatem Moussa/AP/dpa

Gaza-Streifen: War die Eskalation wirklich so überraschend?

Es ist bekannt, dass zwischen den Palästinensern und den Israelis nie wirklich Frieden herrschte. Experten zeigen sich jedoch von der Größenordnung und Planung der Angriffe überrascht. Hatte der Geheimdienst tatsächlich keine Informationen über die Terrorpläne? Peter R. Neumann, Terrorismusforscher am King's College London, erklärt: „In den vergangenen Wochen hat sich die Eskalation bereits angedeutet und die Situation immer weiter zugespitzt“.

Der Experte Neumann ergänzt: „Es gab intensive Gespräche zwischen verschiedenen Terrororganisationen und ihren Unterstützern. Aber dass dieser Angriff so großflächig und – aus der Sicht von Hamas – so erfolgreich verlaufen würde, das ist tatsächlich überraschend. Mir fällt kein Angriff der letzten 20 Jahre ein, bei dem so viele Israelis an einem Tag getötet und verwundet wurden. Die Enormität des jüngsten Angriffs ist eine große Provokation für Ministerpräsident Netanjahu, der sich immer als Garant für die Sicherheit der Menschen in Israel dargestellt hat.“

Hamas: Die Terrororganisation und ihre iranischen Unterstützer

Die Hamas ist eine sunnitische Terrororganisation, die in den 1980er Jahren aus der Muslimbruderschaft hervorgegangen ist. Die Terroristen sind hauptsächlich vom Iran abhängig; somit haben Irans strategische Überlegungen eine große Bedeutung für die Hamas. Terrorismusforscher Neumann meint: „Wir beobachten schon seit einigen Jahren, dass die Hamas eine nur auf sich selbst bezogene Gruppe geworden ist. Wenn man ehrlich ist und von außen darauf schaut, verfolgt sie nicht mehr wirklich das Ziel, Israel zu besiegen und einen palästinensischen Staat zu gründen. Es geht der Hamas vor allem darum, die eigene Macht zu erhalten.“

Obwohl die Hamas gegen das überlegene israelische Militär kaum eine Chance hat, setzt sie seit 20 Jahren auf terroristische Attacken. Die Hamas betreibt Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser im Gaza-Streifen, was ihnen Unterstützung in der Bevölkerung sichert. Auch die Bundesrepublik Deutschland zahlt Millionen von Euro in den Gaza-Streifen. Wohin dieses Geld letztlich fließt, muss zukünftig geklärt werden. (Maximilian Kurz)

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