Schröder packt über umstrittenen Putin-Besuch aus – „alles Weitere wurde in Washington entschieden“
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Altkanzler Gerhard Schröder wird wegen seiner Freundschaft zu Putin regelmäßig kritisiert. Nun äußerte er sich in einem Interview zu den Vorwürfen.
Berlin – Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gibt den USA die Schuld am gescheiterten Frieden zwischen Moskau und Kiew. Er äußerte nun in einem Interview den Vorwurf, dass die Friedensgespräche wegen Washington scheiterten. Darüber berichtet unter anderem der Focus.
Ex-Kanzler Schröders Meinung zu den Friedensgesprächen in Istanbul
Gerhard Schröder, bekannt als Freund des russischen Staatschefs Wladimir Putin, hat den Eindruck, die USA hätten eine schnelle Friedenslösung nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine blockiert. In einem Gespräch mit der Berliner Zeitung erklärte er, dass die ukrainischen Verhandlungspartner bei den Gesprächen in Istanbul 2022 den Frieden nicht besiegeln konnten, weil sie von Seiten der USA „nicht durften“. Wie Schröder zu dieser Einschätzung kam, verriet er jedoch nicht.
Nach Kriegsbeginn im Vorjahr haben sich Vertreter beider Länder zu Friedensgesprächen getroffen, unter anderem in der Türkei. Während Russland behauptet, es habe eine nicht umgesetzte Einigung gegeben, wirft es der Ukraine vor, auf Drängen der USA den Verhandlungserfolg vereitelt zu haben.
Schröder sollte nach eigenen Angaben im Ukraine-Krieg vermitteln
Kiew hatte den Gesprächsabbruch unter anderem mit den aufgedeckten Gräueltaten in Butscha begründet. In dem Ort nahe der Hauptstadt fand man hunderte tote Zivilisten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte weitere Gespräche mit Russland per Erlass untersagt. Ohne Rücksprache mit der deutschen Regierung reiste Schröder im März 2022 nach Moskau, um mit Putin zu sprechen, wo er laut einem Bericht der New York Times hochrangig empfangen wurde.
Gegenüber der Berliner Zeitung erzählte Schröder, er sei 2022 von ukrainischer Seite gebeten worden, zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln. Er führte demnach Gespräche mit Rustem Umjerow, dem jetzigen Verteidigungsminister der Ukraine, und anschließend mit Putin und dessen Gesandten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Vorfälle in Butscha noch nicht bekannt gewesen.
Ex-Kanzler Schröder: „Die Amerikaner glauben, man kann die Russen kleinhalten“
Laut Schröder zeigte Umjerow Kompromissbereitschaft, unter anderem hinsichtlich einer Nicht-Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato und der Einführung der russischen Sprache im Donbass. Schröder erklärte: „Es konnte nichts passieren, denn alles Weitere wurde in Washington entschieden.“ Ebenso merkte an: „Die Amerikaner glauben, man kann die Russen klein halten.“
Obwohl Schröder den russischen Angriff auf die Ukraine stets verurteilt hat, setzte er sich weiterhin für den Erhalt der Beziehungen zu Russland ein, was ihm viel Kritik einbrachte. Die SPD-Spitze hat sich seit der russischen Invasion immer weiter von ihrem ehemaligen Kanzler distanziert, wobei ein Parteiausschlussverfahren fehlschlug.