„Absolut widerlich und böse“: Tucker Carlson stellt sich gegen Donald Trump

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Von: Fabian Hartmann

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Lange unterstützte der konservative Ex-Moderator Tucker Carlson Donald Trump. Nun aber reicht es ihm. Schuld an der Kehrtwende ist Trumps Linie im Iran.

Jahrelang unterstützte der frühere Fox-News-Moderator Tucker Carlson US-Präsident Donald Trump. So auch im Präsidentschaftswahlkampf 2024. Nun allerdings, nach über einem Jahr der zweiten Amtszeit Trumps im Weißen Haus, sieht Carlson sich offenbar gezwungen, seine Haltung gegenüber Trump gründlich zu überdenken. 

Lange unterstützte der konservative Ex-Moderator Carlson Donald Trump. Nun aber reicht es ihm. Schuld an Carlsons Kehrtwende ist Trumps Linie im Iran.
Tucker Carlson während der Republican National Convention (Symbolbild) © picture alliance/dpa/AP | Matt Rourke

Ein zentraler Grund dafür ist Trumps Linie im seit Ende Februar (28. Februar) wütenden Iran-Krieg. Das räumte der Medienschaffende nun im Zuge einer Podcast-Session ein und betonte dabei, Trumps Politik nicht mehr auszuhalten.

Konservativer Podcaster Tucker Carlson wendet sich nach jahrelanger Unterstützung von Trump ab

In einem emotional geführten Podcast-Gespräch mit seinem Bruder Buckley am Montag (20. April, US-Ortszeit) machte Populist Carlson seiner Enttäuschung über Trumps Führungsstil nun Luft. So erklärte der Ex-Moderator in The Tucker Carlson Show, seine einstige Nähe zum US-Präsidenten und seine Unterstützung für ihn lasse ihn inzwischen „gequält“ zurück. 

Kernthema der Podcast-Session zum Wochenbeginn war, inwiefern traditionelle Werte der republikanischen Partei unter der Feder Trumps in seiner zweiten Amtszeit in den Hintergrund rücken. Von Trumps Haltung im Iran-Krieg ausgehend resümierte Carlson, Trumps Wortwahl sei „in jeder Hinsicht abscheulich“ gewesen. 

Damit bezog sich Carlson auf Trumps Drohung gegenüber Teheran an Ostern, der Iran werde „in die Hölle kommen“, sollte Irans Führung die Straße von Hormus nach wochenlanger Blockade nicht öffnen. Nach jenem Beitrag forderte Carlson die Verantwortlichen des Weißen Hauses auf, sich gegen den Präsidenten zu stellen, und bezeichnete das Verhalten Trumps als „bösartig“, wie n-tv anmerkte.

„Ich steige aus“ – Tucker Carlson fällt Schuldbekenntnis nach Trump-Support

Im Podcast-Gespräch mit seinem Bruder Buckley, der zuvor gar als Redenschreiber für Trump tätig war, betonte Carlson weiter, er übernehme die persönliche Verantwortung für die Rückkehr Trumps ins Weiße Haus. „Du und ich und alle anderen, die ihn unterstützt haben, wir sind da ganz sicher mit drin“, sagte Carlson. „Es reicht nicht aus, zu sagen: ‚Na ja, ich habe meine Meinung geändert‘ – oder so: ‚Oh, das ist schlecht – ich steige aus.‘“

Carlson fügte hinzu: „In minimalem Maße, aber auf wahrhaftige Weise sind du und ich und Millionen von Menschen wie wir der Grund, warum das gerade jetzt passiert“, fügte der ehemalige Fox-Moderator hinzu. Bereits zu Beginn des Iran-Kriegs hatte Carlson Trumps Außenpolitik in Nahost als „absolut widerlich und böse“ bezeichnet, wie der Spiegel retrospektiv berichtet.

Carlsons Schuldbekenntnis geht eine länger währende Abkehr von Trump voraus

Carlsons Revisionshaltung kam kurz nachdem Trump einen scharfen Angriff auf ihn sowie andere rechtsgerichtete Medienpersönlichkeiten gestartet hatte, die Hardliner in seiner „Make America Great Again“-Bewegung (MAGA) waren, wie der britische Guardian anmerkte. Zu ihnen gehörten auch Megyn Kelly, Candace Owens, Alex Jones und andere.

In einem betreffenden, jüngst veröffentlichten Statement auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social wetterte Trump mit aller Macht gegen jenen Kreis eigentlich eingeschworener MAGA-Unterstützer. Darin nannte er Carlson „eine Person mit niedrigem IQ“, die „immer leicht zu schlagen“ sei und „stark überschätzt“ werde. Auch drohte der US-Präsident damit, „eine Liste der guten, schlechten und irgendwo dazwischen liegenden“ MAGA-Anhänger anzufertigen, die sich in der Vergangenheit eigentlich als dezidierte Trump-Unterstützer erwiesen hatten. (Quellen: The Tucker Carlson Show, Spiegel Guardian, n-tv, Truth Social) (fh)

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