Doppeladler-Geste beim ESC: Serbische Medien fordern Disqualifikation von Albanien

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Von: Paula Völkner

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Am Samstag findet das ESC-Finale in Basel statt. Im Halbfinale sorge eine Geste der albanischen Sängerin für Unmut – serbische Medien fordern eine Disqualifikation.

Basel – Der Eurovision Songcontest soll unpolitisch sein – dennoch ist die Veranstaltung oft von politischen Spannungen geprägt. So auch in diesem Jahr: Bei der Verkündung der albanischen Qualifikation für das ESC-Finale zeigte die Sängerin der Gruppe Shkodra Elektronike, Beatriçe Gjergji, mit ihren Händen die in Albanien beliebte Doppeladler-Geste in die Kamera. Serbische Medien forderten darauf die Disqualifikation Albaniens vom ESC – die serbische Zeitung Telegraf sah in der Aktion eine „Provokation“, die „strengstens untersagt“ sei.

Albanische Sängerin zeigt umstrittene Geste bei ESC-Finaleinzug – Hintergrund zum Doppeladler

Der Doppeladler ist das zentrale Element der albanischen Flagge und gilt als Symbol der Heimatverbundenheit für ethnischen Albaner. Die infolge des Kosovo-Kriegs nach wie vor angespannten Beziehungen zwischen Serbien und Albanien führen jedoch dazu, dass die Doppeladler-Geste von serbischer Seite häufig als Provokation interpretiert wird.

Für viele Serben ist der Doppeladler mit den Ereignissen des Kriegs 1998 bis 1999 und der späteren Abspaltung des mehrheitlich von Albanern bewohnten Kosovos verbunden. Während 117 der 193 UN-Mitgliedsstaaten – darunter auch Deutschland – den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt haben, beansprucht Serbien das Gebiet nach wie vor für sich.

Umstrittene Geste bei ESC-Halbfinale: Doppeladler sorgte auch bei Fußball-EM und WM für Aufruhr

Die Doppeladler-Geste sorgt nicht zum ersten Mal bei einer Großveranstaltung für Diskussionen. Bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 wurde beispielsweise einem Reporter aus dem Kosovo die Akkreditierung entzogen, nachdem er das Symbol bei einem Spiel Serbiens gegen England gezeigt hatte. Der Journalist gab an, er habe mit der Geste auf „Kosovo is Serbia“-Sprechchöre aus der serbischen Fankurve reagieren wollen.

Bei der Weltmeisterschaft 2018 hatten die Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri – beide mit kosovo-albanischen Wurzeln – beim 2:1-Sieg gegen Serbien die Doppeladler-Geste gezeigt und ebenfalls für Unmut bei den serbischen Fans uns Verantwortlichen gesorgt: Von der Fifa erhielten sie eine Warnung inklusive Geldstrafe.

ESC 2025: Serbische Medien fordern die Disqualifizierung Albaniens, nachdem die Sängerin Beatriçe Gjergji die Doppeladler-Geste gezeigt hat.
ESC 2025: Serbische Medien fordern die Disqualifizierung Albaniens, nachdem die Sängerin Beatriçe Gjergji die Doppeladler-Geste gezeigt hat. (Symbolbild) © IMAGO / Avalon.red, IMAGO / Italy Photo Press

Albanische Sängerin zeigt Doppeladler-Geste bei ESC-Finaleinzug – EBU sieht keinen Regel-Verstoß

Beim ESC sind politische Statements und Gesten verboten – hinter wie auf der Bühne. Diese Regel wird vom Veranstalter des Wettbewerbs, der Europäischen Rundfunkunion (EBU), durchgesetzt. Gegenüber dem Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten erklärte die EBU mit Blick auf die albanische Sängerin: „Die Geste ist Ausdruck albanischer Identität und leitet sich von der albanischen Flagge ab. Nationalflaggen sind im Rahmen des Eurovision Song Contests erlaubt, daher werden wir nicht näher auf diese Angelegenheit eingehen.“

Beim ESC-Finale am Samstag treten neben Albanien auch Deutschland, Schweden, Estland, die Ukraine, die Niederlande, Norwegen, Island, Polen, San Marino und Portugal an. Serbiens Beitrag ist hingegen im zweiten Halbfinale ausgeschieden. Für Deutschland geht im Finale des 69. Eurovision Song Contest am Samstag in Basel das Duo Abor & Tynna an den Start. (pav)

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