Bundesweites Böllerverbot: Hunderttausende unterzeichnen Petition
Uns auf Google folgenIn Deutschland wachsen die Rufe nach strengen Sanktionen für Silvester-Böllerei mit Kugelbomben. Eine Petition erhält zunehmend Unterstützung.
Berlin – Wie reagiert Deutschland auf die heftigen Silvester-Krawalle in mehreren Großstädten, die sich einmal mehr unter anderem in der Hauptstadt Berlin mit ihren fast vier Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern entluden?
Nach Silvester: Böllerverbot in Deutschland? Großer Zuspruch für Petition
Es ist wohl ein neues Phänomen: Wuchtige Kugelbomben töteten mehrere Menschen und richteten nicht nur in Berlin große Schäden an. Beziehungsweise jene mutmaßlichen Täter, die die Kugelbomben geradezu fahrlässig anzündeten und in dicht besiedelten Straßen explodieren ließen.
Die Folgen waren fatal: Kliniken berichteten von schwersten Verletzungen durch Kugelbomben. Zum Beispiel mussten Hände und/oder Finger amputiert werden. Und dies nicht nur, aber nicht zuletzt durch die heftige Pyrotechnik, die optisch einer Kanonenkugel aus früheren Zeiten ähnelt. Die Verwüstungen, nicht nur durch die Kugelbomben verursacht, sorgten für helle Aufregung. Dasselbe galt für heimtückische Feuerwerksattacken gegen Rettungskräfte und Polizeibeamte. Nach den Bildern und Videos von Silvester erhält indes eine Petition für ein allgemeines Böllerverbot in Deutschland großen Zuspruch.
Petition zu Böllerverbot in Deutschland: Schon mehr als 270.000 Unterschriften
Die Petition stammt aus den Reihen der Polizei selbst. Und zwar hatte der Berliner Landesbezirk der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nach Böller-Eskalationen vor zwei Jahren besagte Petition gestartet. „Bis 30. Dezember 2024 hatten wir rund 90.000 Unterschriften“, teilte ein GdP-Sprecher laut ntv.de mit. In den vergangenen Tagen sei die Zahl der Unterschriften dann stark gestiegen, und zwar auf 270.000 bis zu diesem Freitagmorgen (3. Januar).
„An einem bundesweiten Böllerverbot führt kein Weg mehr vorbei“, erklärte die Gewerkschaft in einer Stellungnahme zu den neuerlichen Silvester-Ausschweifungen: „Was wir vergangenes Silvester erlebten, übersteigt jeden Rahmen.“ Die GdP appellierte zeitgleich an den Berliner Senat, auf Landesebene wirklich alle Möglichkeiten für ein Böllerverbot in der Silvesternacht auszuschöpfen. „Es gibt keine gesetzlichen Hürden, hier etwas zu machen“, erklärte GdP-Sprecher Benjamin Jendro der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte an Silvester: Politik diskutiert harte Strafen
Er forderte: „Sich zurückzulehnen und auf den Bund zu zeigen, reicht nicht aus.“ Änderungen auf Bundesebene wären sicherlich die beste Lösung, meinte er: „Aber Berlin als Land kann und sollte hier auch tätig werden.“ Und die geschäftsführende Bundesregierung? Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und Bundesjustizminister Volker Wissing (parteilos) forderten am Freitag ein hartes Durchgreifen.
„Chaoten und Gewalttäter, die Einsatzkräfte angreifen und mit hochgefährlichen Sprengsätzen die Gesundheit von Menschen aufs Spiel setzen, verstehen nur Härte“, sagte Faeser der Bild. Die SPD-Politikerin erklärte weiter: „Wir wollen, dass künftig gilt: bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe, wenn Polizisten, Sanitäter oder Ärzte in gefährliche Hinterhalte gelockt werden.“
Wir wollen, dass künftig gilt: bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe, wenn Polizisten, Sanitäter oder Ärzte in gefährliche Hinterhalte gelockt werden.
Kugelbomben-Eklat in Berlin: 36 Wohnungen in Schöneberg vorerst unbewohnbar
Ein entsprechender Gesetzentwurf solle schnellstmöglich beschlossen werden. Ob dies allerdings vor der anstehenden Bundestagswahl 2025 (23. Februar) geschehen kann, erscheint fraglich. Schließlich sind die meisten Parlamentarier längst in den Wahlkampf in ihren Wahlkreisen übergegangen. In Berlin wurden in der Silvesternacht 30 Polizistinnen und Polizisten durch Feuerwerk und Böller verletzt.
In Berlin-Schöneberg machte die gewaltige Explosion einer Kugelbombe 36 Wohnungen (siehe Tweet oben) vorerst unbewohnbar. Einzig in Sachsen starben laut MDR zwei Menschen beim Hantieren mit Kugelbomben. (pm)