Trendbarometer: FDP wieder bei 5 Prozent – Kein Sieger zwischen Scholz und Merz im Kanzlerduell
Uns auf Google folgenEin wenig (Schaden-)Freude dürfte bei der FDP herrschen. Das erneute Aufflammen eines hausgemachten Haushaltsstreits scheint die Liberalen zu stärken.
Berlin – Das öffentliche Initiieren eines erneuten Haushaltsstreits durch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat sich offenbar für seine Partei erst einmal ausgezahlt. Minimal zumindest. Dem neuesten RTL/ntv-Trendbarometer des Meinungsinstitut Forsa zufolge legte die FDP in der vergangenen Woche (30. Juli bis 5. August) im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu. Die Regierungspartei kommt damit auf fünf Prozent und würde bei der Bundestagswahl 2025 gerade so den Sprung in das Parlament schaffen.
Ampel-Parteien weiter im Tief – Freie Wähler feiern Comeback

Gerade so einen mickrigen Prozentzähler mehr als CDU und CSU (unverändert bei 30 Prozent) schafft derweil die gesamte Ampel-Koalition laut der Erhebung. Die Kanzler-Partei SPD und die Grünen treten mit 15 beziehungsweise elf Prozent weiter bei Umfragen auf der Stelle.
Genauso wie die Linken mit drei und die AfD mit 17 Prozent. Auch die „One-Woman-Show“ Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) muss sich weiterhin mit sieben Prozentpunkten begnügen. Grund zur Freude können dagegen die Freien Wähler haben. Zum ersten Mal seit rund fünf Monaten hat die Partei in Umfragen ihren Status unter „Sonstige“ ablegen können und kommt nun auf drei Prozent.
| Partei | Umfrage-Ergebnis in % |
| CDU/CSU | 30 |
| AfD | 17 |
| SPD | 15 |
| Grüne | 11 |
| BSW | 7 |
| FDP | 5 |
| Linke | 3 |
| Freie Wähler | 3 |
| Sonstige | 9 |
Hinweis: Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat die Daten im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 30. Juli und dem 5. August erhoben. Datenbasis: 2500 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte.
Bundeskanzler Olaf Scholz als „Frauenheld“ – Friedrich Merz bei Männern gefragt
Im Rennen um die Krone als hypothetischer nächster Bundeskanzler leisten sich Amtsinhaber Olaf Scholz (SPD) und Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) ein Kopf-an-Kopf-Duell. Beide dürfen sich über einen weiteren Pluspunkt freuen und kommen bei der Gunst der Wählerinnen und Wähler jeweils auf. Das Gros (44 Prozent) der deutschen Bevölkerung will dagegen keinen der beiden in dieser Position in Berlin sehen.

Wenn man in den Osten der Bundesrepublik schaut, ist die Ablehnung dabei am größten: 22 Prozent sind hier dem Trendbarometer zufolge pro Scholz (Westen: 29), 24 für Merz (Westen: 29). 54 Prozent wollen keinen von beiden als Kanzler (Westen: 42).
Der CDU-Chef ist derweil der beliebtere Kandidat unter Männern, während SPD-Mann Scholz anscheinend gut bei Frauen ankommt. Bei männlichen Befragten kommt Merz auf 32, Scholz auf 27 Prozent. Bei den Frauen hat der Kanzler mit 29 Prozent die Nase vorn (Merz: 24).
Unter Befragten mit rotem Parteibuch oder SPD-Wählerinnen und -Wählern kommt Scholz auf Zustimmungswerte der Befragten von 74 Prozent. Der Sauerländer Merz bei den Christdemokraten und -sozialen nur auf 62 Prozent. Auch im jeweils anderen politischen Lager schneidet Scholz mit einem Zustimmungswert von zehn Prozent bei Unions-Anhängerinnen und -Anhängern besser ab als Merz. Ihm würden nach der Untersuchung nur vier Prozent der sozialdemokratischen Wählerinnen und Wähler eine Kanzlerschaft zutrauen.

„Armutszeugnis“ für alle Parteien: Gros glaubt nicht an Lösungskompetenz
Was alle Befragten der Umfrage zufolge im Gros (53 Prozent) keiner einzigen Partei zutrauen, ist, dass sie die Probleme im und des Landes lösen können. Das sollte alle politischen Akteurinnen und Akteure doch sehr bedenklich stimmen. Am besten schneidet noch die Union mit 18 (minus zwei im Vergleich zur Vorwoche) Prozent ab, gefolgt von der SPD mit zehn (minus drei in den vergangenen beiden Wochen). AfD (sieben), Grüne (sechs) und FDP (zwei) runden das Armutszeugnis ab.
Gleichermaßen konsterniert blicken die Befragten einer potenziellen Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland entgegen: 17 Prozent sind Optimisten, 57 Prozent sind Pessimisten. Der Rest rechnet mit einem Verbleib des Status quo.
Vieles dürfte sich in den Umfragewerten auch durch den Haushaltsplan für das Jahr 2025 verschieben. Bundeskanzler Scholz kündigte nun an, dass er aus den neuesten Haushalts-Gutachten andere Schlüsse ziehe als der vorgepreschte Finanzminister Lindner. (pls)