Vom Westen „gedrängt“ - Putins Richtlinien zu Berg-Karabach geleakt

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Von: Maximilian Kurz

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Konflikt um Berg-Karabach: Wladimir Putin telefoniert mit Ilham Alijew (Symbolbild)
Russlands Präsident Wladimir Putin näherte sich in den vergangenen Tagen Aserbaidschan an. © Mikhail Klimentyev/Imago

Der Kreml fordert russische Medien auf, Armenien und den Westen für den Ausnahmezustand in Berg-Karabach verantwortlich zu machen - geheimes Papier geleakt.

Moskau - Armenien und der Westen sollen in künftigen Medienberichten für den tödlichen Beschuss Berg-Karabachs verantwortlich gemacht werden. Das fordert die Regierung von Präsident Wladimir Putin mit neuen Presse-Richtlinien. Darüber berichtet unter anderem Meduza.

Brisante Dokumente in Bezug auf die humanitäre Katastrophe in Berg-Karbach wurden veröffentlicht. Es handelt sich um eine Kopie der Richtlinien, die der Kreml Ende September an die staatlich kontrollierten Nachrichtenorganisationen Russlands verteilte. Das Dokument enthielt genaue Anweisungen zur Berichterstattung über den militärischen Angriff Aserbaidschans auf Berg-Karabach. Bei der Attacke wurden 32 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt.

Kreml: Medienrichtlinien über Berg-Karabach geleakt!

Russland rät seinen propagandistischen Medien, klar zu erwähnen, dass der Angriff von Seiten Armeniens und seinen „westlichen Partnern“ herbeigeführt worden sei. Ebenso empfiehlt der Kreml die Meldung, dass „die armenische Führung die Souveränität Aserbaidschans über Karabach anerkannt hat“.

Berg-Karabach: Für Baku mittlerweile eine interne Angelegenheit

Die Medienrichtlinien aus dem Kreml erklärten: „Die Entscheidung der armenischen Führung, die den Status Karabachs grundlegend veränderte, veranlasste Aserbaidschan zum Handeln. Baku betrachtet den Konflikt in Berg-Karabach mittlerweile als seine eigene interne Angelegenheit.“

Die armenischen Social-Media-Kanäle sind seit dem brutalen Angriff Aserbaidschans gefüllt mit Menschen, die nach ihren vermissten Verwandten und Freunden suchen. Russland behauptet, es habe bis zu 2.000 Karabach-Armenier „evakuiert“ - wohin, bleibt unklar. Die Sorge um die Sicherheit von über 100.000 Armeniern in der Enklave wächst.

Paschinjan: Die westlichen Züge des Premiers

In den vergangenen Monaten versuchte die armenische Regierung, sich von Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin zu distanzieren. Die ehemalige Sowjetrepublik orientierte sich unter ihrem Premierminister Nikol Paschinjan immer stärker Richtung Westen. So leistete Armenien erstmals humanitäre Hilfe in der Ukraine und lud Soldaten des US-Militärs zu gemeinsamen Übungen ein.

Der Kreml ließ die Handlungen der Regierung nicht unbeantwortet. Laut einem geheimen Dokument wurden russische Staatsmedien von der Regierung angewiesen, mit dem Finger auf Paschinjan und seine Partner in den USA und der EU zu zeigen. Ihnen wird die Schuld zum Versagen in der Region Berg-Karabach zugewiesen und pro-russische Oppositionelle werden in den Medien positiv hervorgehoben. .

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