Superhirne im Tierreich: die zehn schlauesten Tiere der Welt

Aktualisiert:

Von: Kirsten Lemke

Uns auf Google folgen

Katzen, die Physik verstehen, Kraken, die Pläne schmieden und Krähen, die um die Ecke denken – diese zehn Tiere haben richtig was auf dem Kasten.

Oktopus im Wasser in Barcelona, Spanien
1 / 10Sie gelten als die Superhirne der Meere und beweisen, dass es für Intelligenz kein Säugetier-Gehirn braucht. Kraken sind neugierig und die schlauesten wirbellosen Tiere. Um an Futter zu gelangen, öffnen sie geschickt Schraubverschlüsse und lösen sogar mehrschrittige Rätsel, können also um die Ecke denken. Meeresbiologen beobachteten, wie Kraken sich eine Rüstung aus Muschelschalen und Steinen bastelten, um sich vor Feinden zu schützen. Weil sie Einzelgänger sind, müssen sie sich alles selbst beibringen. Sie haben einen ausgezeichneten Orientierungssinn und können Pläne schmieden. In Versuchen bewiesen sie, dass sie zählen und Mengen einschätzen können. Kraken spielen gern. Das gilt als Zeichen für Intelligenz. Und nicht zuletzt verlangt die Koordination ihrer acht Arme auch eine gewisse Hirnleistung. © William D. Jaynes/Imago
Domestizierte Hausschweine bei der Futtersuche
2 / 10Schweine werden unterschätzt. Dabei ist ihre Lernbereitschaft mit der von Hunden vergleichbar und ihre Intelligenz mit der eines dreijährigen Kindes. Sie kennen ihren Namen, erkennen sich im Spiegel und haben ein gutes Langzeitgedächtnis. Wissenschaftler brachten ihnen bei, mit einem Joystick einen Cursor gezielt auf einem Bildschirm zu bewegen. In Sachen Problemlösung sind sie ausdauernder und selbstständiger als Hunde. Sie empfinden Zuwendung und Zuspruch vom Menschen als Lob – ein Zeichen für soziale Intelligenz. Einige haben sogar eine künstlerische Ader: Schweine-Dame Pigcasso aus Südafrika erlangte mit ihren Kunstwerken auf Leinwand Weltruhm und bekam sogar eine eigene Ausstellung. © Roman Kýbus/Imago
Nordafrikanischer Kolkrabe sitzt am Boden
3 / 10Vögel galten lange als dumm, weil sie im Gegensatz zu Säugetieren keine Großhirnrinde haben. Doch Rabenvögel wie Krähen und Elstern beweisen das Gegenteil: Sie können täuschen und manipulieren, zum Beispiel verstecken sie Nahrung, damit andere sie nicht finden. Sie haben also eine Vorstellung davon, was andere Individuen wahrnehmen und können sich in sie hineinversetzen. Forscher beobachteten, wie sie Werkzeuge nutzten, um an Futter zu kommen. Dabei bastelten sie sich auch selbst welches, indem sie mehrere Röhren ineinandersteckten. Ihr Geschick dabei ist vergleichbar mit dem von fünf- bis siebenjährigen Kindern. Die Vögel haben die Fähigkeit zu abstraktem Denken, können planen und schlussfolgern. Wissenschaftler beobachteten, wie Krähen Nüsse gezielt auf die Straße warfen, damit Autos darüberfuhren und die Schalen knackten – und zwar am liebsten in der Nähe von Ampeln oder Zebrastreifen, wo sie ihr Futter gefahrlos einsammeln konnten. © S. Reyt/Imago
Ein Elefant im Serengeti National Park, Tansania
4 / 10Die imposanten Dickhäuter sind nicht nur stark, sondern auch enorm klug. Verhaltensforscher brachten ihnen bei, einen Stock gegen Futter zu tauschen. Banden sie den Stock an einer Matte fest, auf der die Elefanten standen, verstanden diese schnell, dass sie sich buchstäblich selbst im Weg standen. Sie traten von der Matte herunter, um den Stock abgeben zu können. Ganz schön schlau und um die Ecke gedacht! Darüber hinaus nutzen Elefanten Werkzeuge, arbeiten zusammen, finden kreative Lösungen und haben ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Außerdem konnten sie in Versuchen verschiedene Mengen erstaunlich präzise einschätzen. © Cavan Images/Imago
Porträt eines Schimpansen im Kibale-Nationalpark in Uganda, Afrika
5 / 10Sie sind unsere nächsten Verwandten: Menschenaffen wie Orang-Utans oder Schimpansen. Weil sie – wie wir Menschen – Hände haben, sind sie sehr geschickt. Das mit Intelligenz gleichzusetzen, ist aber ein Trugschluss. Dennoch: Schimpansen sind in etwa so schlau wie ein vierjähriges Kind. Sie knacken beispielsweise Nüsse mit Steinen, benutzen also Werkzeug. Wissenschaftler vermuten außerdem, dass Schimpansen die Absichten anderer begreifen, also eine „Theory of mind“ haben. © Achim Prill/Imago
Großer Tümmler streckt seinen Kopf aus dem Wasser
6 / 10Die starke Faltung ihres Gehirns macht die Meeressäuger zu echten Superhirnen. Besonders im Bereich des Neokortex ist das der Fall – der Bereich, der für komplizierte Denkvorgänge, aber auch für das Selbstbewusstsein zuständig ist. Forscher sind überzeugt: Delfine können positive und negative Emotionen spüren und Verletzlichkeit empfinden. Sie sind sehr sozial, pflegen Freundschaften, kommen sich gegenseitig zu Hilfe und geben sich Namen. Mit beliebten Kooperationspartnern tun sie sich immer wieder zusammen. Sie haben also Teamgeist. Eine Eigenschaft, die sonst nur Menschen beweisen. © G. Lacz/Imago
Goldendoodle blickt in die Kamera
7 / 10Der beste Freund des Menschen gilt als besonders schlau. Dass Hunde ihren Namen kennen, überrascht niemanden. Border Collie Rico kann darüber wohl nur müde lächeln: 250 Wörter umfasst sein Vokabular. Neben Wörtern können Hunde auch Zahlen verstehen. In Sachen Sozialkompetenz sind Hunde ganz vorne mit dabei: Sie erkennen das Gesicht ihres Halters, menschliche Emotionen und können sich sogar in ein anderes Individuum hineinversetzen. Um eine Belohnung zu bekommen, ziehen sie sämtliche Register – bis hin zu raffinierten Täuschungsmanövern. © Cavan Images/Imago
Ein braunes Pferd steht hinter einem Holzzaun.
8 / 10Wenn es um Futter geht, werden Pferde zu richtigen Problemlösern. Wissenschaftler beobachteten, wie sie komplizierte Schlösser öffneten, um aus ihrem Paddock oder der Box auszubrechen oder einen Stock benutzten, um Heu hervorzuholen. Das schauen sie sich außerdem voneinander ab – sie haben also die Fähigkeit von sozialem Lernen. In anderen Versuchen brachten Forscher Pferden bei, über Symbole mit ihnen zu kommunizieren. So konnten die Tiere mitteilen, ob sie eine Decke tragen wollten oder nicht. Pferde erkennen sich zudem selbst im Spiegel, können ihre Bezugspersonen auf Fotos wiedererkennen und sogar menschliche Emotionen deuten. © Cavan Images/Imago
Zwei Farbratten blicken in die Kamera
9 / 10Ratten haben zwar ein schlechtes Image, aber völlig zu Unrecht. Denn die kleinen Nager haben richtig was auf dem Kasten. Japanische Forscher konnten zeigen, dass Ratten sich gegenseitig helfen und kooperieren, um an Futter zu gelangen. Außerdem haben sie einen Sinn für Musik: In Versuchen bewegten sie ihren Kopf im Takt zur Musik. Eine Fähigkeit, die bislang hauptsächlich Menschen zugeschrieben wurde. Wie auch Hunde haben sie einen ausgezeichneten Geruchssinn. Sie wurden unter anderem eingesetzt, um Landminen aufzuspüren. Ratten beweisen: Die Größe des Gehirns sagt nichts über die Intelligenz des Lebewesens aus. © A. Schauhuber/Imago
Eine Katze liegt neben einem Pflanztopf mit Zyperngras.
10 / 10Sie gelten als eigensinnig – was jedoch nicht bedeutet, dass sie dumm sind. Ganz im Gegenteil. Forscher konnten belegen, dass Katzen die Stimme ihrer Halter erkennen und sogar menschliche Gesten deuten können. Sie verfügen über Objektpermanenz, wissen also, dass ein Gegenstand noch da ist, selbst wenn sie ihn nicht mehr sehen können. Kinder lernen das erst mit etwa acht Monaten. Außerdem verstehen Katzen physikalische Zusammenhänge. In Versuchen wunderten sie sich, wenn ein Gegenstand, den sie zuvor in einem Behälter klappern hörten, nicht herausfiel, wenn dieser umgedreht wurde. Katzenbesitzer wissen es längst: Die Samtpfoten haben eine große soziale Intelligenz. Sie gehen enge Bindungen zu Artgenossen und ihrem Halter ein – vorausgesetzt, sie profitieren davon. © Imagebroker/Imago

Dass Hunde echt schlau sind, ist kein Geheimnis. Aber es gibt noch viel klügere Tiere. Als intelligent gilt, wer um die Ecke denkt und kreative Lösungen für Probleme findet. Aber auch Spieltrieb und Kooperation mit Artgenossen sind ein Zeichen für Intelligenz. Diese zehn Tiere sind nicht auf den Kopf gefallen.

Kommentare

$Teilen